Den Text der Pamina hat Kristi James in Lautschrift übersetzt. Foto: Lichtgut/Kovalenko

Die Pamina aus der Zauberflöte ist schuld daran, dass die Opernsängerin Kristi James ihre Heimat Kalifornien verließ und jetzt in Stuttgart lebt. Sybille Neth

Stuttgart - Der Text zu den Arien der Pamina steht in dem Notenheft zu Mozarts Zauberflöte in akribischer, kleiner Lautschrift über den deutschen Worten. „Als ich sie gesungen habe, konnte ich nur sagen: ,Kein Deutsch‘“, erzählt Kristi James. 2013 war sie während ihrer Ausbildung zur Opernsängerin zum ersten Mal aus den USA zum Weimarer Sommer gereist. Dort bekommt der internationale Bühnennachwuchs die Chance, Kurse zu belegen und aufzutreten. „Dass ich die Pamina gesungen habe, war Zufall“, berichtet sie, denn im Jahr darauf wurde ihr beim Weimarer Sommer die tragische Rolle des jungen Mädchens angeboten. „Mein Tamino in der Oper war ein Brasilianer“, erinnert sie sich. Fernab der Opernbühne traf Kristi James aus Florida auf ihren realen, deutschen Tamino. „Ich habe mich verliebt und bin geblieben“, sagt sie verträumt.

Keine kämpferische Brunhilde

Inzwischen hat sie ihre Leidenschaft für das deutsche Lied entdeckt und heute singt sie ohne Lautschrift: „Durch Pamina habe ich eine neue Sprache gelernt, ich habe meinen Partner gefunden und mich für dieses Land entschieden.“ Deshalb wurde die Zauberflöte eine Art Wegweiser für sie. „Die Figur der Pamina ist so rein und unschuldig – man kann sich auf sie verlassen.“ Das tat Kristi James und folgte ihrem Tamino nach Stuttgart. Hier verdient sie ihre Brötchen als Englischlehrerin, denn das Musikgeschäft ist hart. „Für mich ist es schwierig, denn ich bin leider keine kämpferische Brunhilde“, charakterisiert sie sich selbst. Deshalb ist ihr Sopran derzeit nur bei ihr zuhause zu hören.

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