Hannah Zenger schleppte die Eichenrinde aus dem Schönbuch. Foto: Lg/Christoph Schmidt

Die Künstlerin Hannah Zenger ist ein echtes Waldkind und im Schönbuch holt sie ihre Inspirationen.

Stuttgart - Jeder Künstler holt seine Inspiration aus der Natur – allerdings an den unterschiedlichsten Orten und auf sehr individuelle Art, erklärt Hannah Zenger. Für ihre Porzellanarbeiten findet sie ihre Ideen im Schönbuch – und dennoch sind ihre Kreationen modern und geradlinig. Vor vier Jahren fand sie bei einem Spaziergang dort im Wald das große Stück Eichenrinde mit einem stattlichen Gewicht von rund zwei Kilogramm. Fasziniert ist sie vom Aufbau der Rinde in feinsten Strukturen, die bei genauem Hinsehen wie die Gesteinsschichten eines Gebirges wirken: „Wie viele Jahrhunderte mag es gedauert haben, bis sie so gewachsen waren?“, überlegt sie „und warum ist die Rinde von dem Baum abgefallen?“ Es ist nicht das einzige Rindenstück, das sie nach Hause geschleppt hat, aber es ist das einzige, das einen Platz in ihrem Porzellanstudio hat, denn des dient als Vorlage für Skulpturen.

Geschichten von Feenstaub und Zwergen

„Der Wald ist für mich ein Ort mit einer ganz besonderen Atmosphäre: mit dem gedämpften Licht und der Stille.“ Als Kind sammelte sie regelmäßig mit Vater, Großvater und Bruder Holz auf dem eigenen Flächenlos, und ihre Eltern erzählten bei den gemeinsamen Spaziergängen fantastische Geschichten von Zwergen, „oder wir haben verstreuten Feenstaub gefunden. Dabei war es nur die Schleimspur einer Schnecke.“ Ihr Elternhaus steht am Rande des Schönbuch und wenn sie dort ist, macht die Familie wie früher den gemeinsamen Waldspaziergang. Hannah Zenger schätzt das: „Dabei spricht man über ganz andere Themen als sonst.“

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