Das Hospiz St. Martin in Stuttgart-Degerloch sucht Ehrenamtliche, die Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt mit einem besonderen Essen verwöhnen wollen.
Das Hospiz St. Martin in Degerloch bietet ehrenamtlichen Helfern eine besondere Aufgabe: Sie können Menschen auf ihrer letzten Lebensstation mit gutem Essen verwöhnen. Das sei einerseits eine sehr individuelle Angelegenheit, da es im Hospiz nur acht Plätze gibt, zugleich aber auch ein herausragendes Gemeinschaftserlebnis, sagt Nicole Höfle, die Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit vom katholischen Stadtdekanat Stuttgart. Gemeinsam am Mittagstisch sitzen und mit den Besuchern und den anderen gemeinsam eine Suppe essen, sofern dies dem Einzelnen noch möglich ist – auch dies ist in diesem Lebensabschnitt etwas Besonderes. Zunächst gibt es einen Infoabend am Mittwoch, 5. März, von 18 bis 20 Uhr im Hospiz (Jahnstraße 44 bis 46). Genaueres erfährt man dann bei einem Kurs, der an acht Terminen stattfindet.
Den Lieblings-Geschmack wieder entdecken
Kochen für Hospizbewohner ist zum Teil eben auch eine Herausforderung: „Nicht alle Gäste können aufgrund ihrer Erkrankung herkömmlich zubereitete Speisen zu sich nehmen. Lebensmittel werden also gekocht, püriert oder gemahlen – alles, um dem Gast noch einmal seinen/ihren Lieblingsgeschmack zu gönnen“, beschreibt Höfle die Ausgangssituation. Und konkret sieht das dann so aus: „Das können bei dem einen Himbeeren sein, eine andere möchte täglich ihren Schokoladenpudding und bekommt ihn dann wunschgemäß. Ein weiterer Gast konnte aufgrund seiner Erkrankung keine scharfe oder fleischige Kost mehr zu sich nehmen und war auf Süßes fixiert. Zu seiner Verwunderung und Freude stellte sich die Küche mit einem umfangreichen Angebot an täglich wechselnden Aufläufen, Breien und Puddings auf seine Wünsche ein.“
Das tägliche Ei ist das Besondere
Und dann gibt es auch das Übliche: „Ein anderer Gast mochte gerne jeden Tag ein Ei. Dieser Genuss, den er sich in seinem bisherigen Leben nicht leisten konnte, wurde ihm auf seiner letzten Reise im Hospiz täglich bereitet“, berichtet Höfle. Ihr Resümee: „Für manche mag es verwunderlich erscheinen, wie viel Aufmerksamkeit und Liebe der Zubereitung der Speisen von Menschen am Lebensende gewidmet ist. Aber gerade das ist auch ein Indiz für die gute Betreuung im Hospiz. Manche Köche und Köchinnen überraschen mit ihren eigenen Lieblingskreationen wie Pfannkuchen, besonderen Desserts, exquisiten Kuchen oder schmackhaften Suppen. Wer im Alltagsehrenamt arbeitet, der bringt sich ganz individuell ein mit dem, was eben an Koch-Fähigkeiten und auch Lebens-Erfahrungen mitgebracht wird“.
Leben im Hospiz
Die Essenszubereitung ist jedoch nur eine Säule dieser Arbeit. Genauso geht es darum, auf die besondere Situation in einem Hospiz vorbereitet zu sein. Es geht hier eben auch um das Sterben und um die Aufgabe, damit gut umzugehen. Höfle: „Kommunikation, aktives Zuhören, Anzeichen eines nahenden Todes, aber auch der Umgang mit Verstorbenen und dessen Angehörigen, wird offen angesprochen. Auch wird Raum dafür gegeben, um selbst Erlebtes einzubringen und Antworten auf offene Fragen zu bekommen.“ Und dann ist das Hospiz ja nicht nur in der Jahnstraße tätig. Es werden auch Menschen zuhause und in Pflegeheimen betreut, die dort ihren letzten Lebensabschnitt erleben.
Gewünscht ist, dass die Ehrenamtlichen sich mindestens zweimal im Monat für vier Stunden engagieren (an jedem beliebigen Tag der Woche entweder von 9.30 bis 13.30 oder von 15.30 bis 19.30 Uhr). Die Kurstermine nach dem Infoabend sind am 7., 21. und 28. Mai sowie am 18. und 25. Juni jeweils von 18 bis 20.30 Uhr sowie am 16. Mai und 4. Juli von 16 bis 20.30 Uhr und am 17. Mai von 10 bis 16 Uhr. Weitere Informationen gibt es unter ahe@hospiz-st-martin.de oder unter Telefon 07 11 / 65 29 07 - 0.