Viele Anwohner von der Foto: Leonie Hemminger

Am Wochenende haben Anwohner der Reisachsiedlung zum 54. Mal das Lichterfest gefeiert. Der Laternenumzug wurde in diesem Jahr allerdings von keiner Musikkapelle begleitet.

Stuttgart-Weilimdorf - Guck mal, da!", ruft ein Mädchen seiner Freundin zu und zeigt auf einen riesigen, in grellem Orange leuchtenden Lampion, der an einem langen Stab aus einem Fenster an der Gotthilf-Dreher-Straße ragt. „Das ist unser Mond“, erklärt Horst Jahnke. Zusammen mit seiner Frau Hella lehnt er am Gartentörchen und schaut dem Treiben an seiner Straße zu. Viele Kinder und ihre Eltern strömen zur Wendeplatte, denn dort soll der Laternenumzug beginnen. „Wir warten jedes Jahr darauf“, sagt Horst Jahnke. Früher seien sie selbst noch mit ihren Enkelkindern beim Umzug mitgelaufen, doch die sind inzwischen erwachsen.

Daniel Heller ist ebenfalls als Kind Jahr für Jahr beim Lichterfest durch die bunt erleuchtete Reisachsiedlung mitgelaufen. „Das war das Highlight des Jahres“, sagt er. Die Kinder hätten sich immer besonders auf die Schokolade gefreut, die am Schluss des Umzugs verteilt wurde. Inzwischen ist die Schokolade für Daniel Heller nebensächlich, schließlich ist er längst erwachsen und wohnt auch nicht mehr in der Reisachsiedlung. Trotzdem kommt er jedes Jahr mit seiner Familie vorbei. „Meiner Tochter gefällt es genauso gut wie mir damals“, sagt er. „Leider machen nicht mehr so viele Leute mit wie früher.“

Adolf Keppler, der Vorsitzende der Siedlergemeinschaft, bedauert, dass der Umzug in diesem Jahr von keiner Musikkapelle begleitet wurde. Der Grund: „Von den Musikern ist ein großer Teil im Urlaub.“ Das angesteuerte Ziel des Umzugs war wie in den Vorjahren die Hocketse im Hof der Reisachschule. „Früher war’s romantischer“, sagt Keppler und erinnert sich an Feste, die noch im Wald stattfanden. „Aber seit dem Sturm Lothar dürfen wir das nicht mehr.“

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