Kinder und Jugendliche testen die Halfpipe auf Herz und Nieren. Foto: /Peter Stotz

In Lichtenwald entsteht ein großes Areal für Kinder und Jugendliche als Treffpunkt, Spielplatz und ungestörter Freizeitbereich. Das neue Angebot ist das Ergebnis eines Prozesses, bei dem die jungen Menschen miteinbezogen wurden.

In der Gemeinde Lichtenwald tut sich etwas für Kinder und Jugendliche. Als Ergebnis eines Jugendbeteiligungsprozesses wurde ein Areal unter freiem Himmel als offener Jugendtreffpunkt konzipiert. Nicht zuletzt dank großem ehrenamtlichem Engagement entstanden zunächst ein Dirt Track und ein Skatepark einschließlich Basketballfeld. Dieser erste Bauabschnitt wurde am Samstag eröffnet. In den kommenden Monaten sollen weitere Angebote hinzu kommen.

 

Der Himmel lag am Samstag grau über dem Schurwald, die Temperaturen waren nur wenig für einen gemütlichen Aufenthalt im Freien geeignet. Dennoch waren etliche Lichtenwalder auf dem Schotterplatz nahe der Grundschule anlässlich der Eröffnung des Skateparks als erstem Abschnitt des Jugendareals zusammengekommen. Viele Kinder und Jugendliche tummelten sich derweil auf der Anlage, prüften die Elemente auf Herz und Nieren, sausten mit Rollern und Skateboards durch die Halfpipe und absolvierten Sprünge.

Wichtiger Ort für Jugendliche

„Es war dringend erforderlich, einen Platz für Jugendliche anzubieten. Seit dem Ende des Jugendhauses gab es für sie im Ort gar nichts mehr“, sagte Andreas Reichow, Gemeinderatsmitglied und einer der treibenden Kräfte der Einrichtung des Areals. Einige Jahre lang war tatsächlich für ältere Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Bereich der Freizeitgestaltung außerhalb des Vereinslebens nicht viel geboten. Das Jugendhaus war geschlossen, Trefforte junger Menschen unter freiem Himmel, etwa auf Kinderspielplätzen, stießen bei anderen Nutzern nicht immer auf Begeisterung.

Bei einer Umfrage unter jungen Leuten in der Gemeinde waren Ideen für eine Verbesserung der Situation zusammengetragen worden. Etliches musste aus Kostengründen verworfen werden, und da auch die Idee eines Bauwagens als Jugendtreff aufgrund der fehlenden pädagogischen Betreuung ausschied, kristallisierte sich als Favorit ein Treffpunkt unter freiem Himmel mit Sitzgelegenheit und Möglichkeiten für Spiel und Bewegung heraus.

Viel ehrenamtliches Engagement

Dafür bot sich ein gemeindeeigenes Grundstück nahe der Grundschule mit einer ebenen Schotterfläche und einer großen abschüssigen Wiese an. Neben dem damaligen Jugendrat Neo Fritz kümmerten sich insbesondere die Gemeinderatsmitglieder Constanze Pfaff und Andreas Reichow um die konkrete Umsetzung und nicht zuletzt die Finanzierung. Als Träger des Vorhabens wurde eine Jugendinitiative gegründet.

Auf der Basis der Vorschläge der Jugendlichen wurden für das Jugendareal ein Skatepark, ein Dirt Track für jüngere Radler, Sitzgelegenheiten, teilweise auch überdacht, ein Basketballfeld, eine Slackline und eine Tischtennisplatte eingeplant. „Wir haben viele Anlagen in der Region angeschaut und uns dann für diese Version entschieden. Es waren auch schon Semi-Profis da, die uns sehr für den Skatepark gelobt haben“, erzählte Constanze Pfaff.

Zum Schnäppchenpreis ist das Jugendareal nicht zu haben. Insgesamt wurden bislang etwa 100 000 Euro aufgewendet, vieles davon als Eigenleistung. So sponserte allein Reichows Arbeitgeber, eine Baufirma, den Bau des Skateparks durch die Bereitstellung von Maschinen und Fahrzeugen mit etwa 40 000 Euro, ehrenamtliche Arbeitsleistungen, auch von den Mitarbeitern des Gemeindebauhofs, kamen hinzu. „Es steckt unglaublich viel ehrenamtliches Engagement in dem Areal“, freute sich Constanze Pfaff.

In den kommenden Monaten wird weiter gearbeitet. Die Vorbereitungen für den Aufbau des Sitzplatzes und der Slackline sind abgeschlossen, die Tischtennisplatte wird von der Naturfreunde-Ortsgruppe gespendet. Und die Pläne reichen noch weiter. So könnte auch noch ein Boule-Spielfeld entstehen. „Da hätten wahrscheinlich auch die Älteren im Ort ihre Freude“, sagte Reichow.