Schon im Frühjahr 2010 waren auf dem Kleinen Schlossplatz viele Glasscheiben zersprungen Foto: Kraufmann

Die Scheiben des Lichtbands sind kaputt, doch zum Austausch müsste das Museum schließen.

Stuttgart - Der Ärger um das Kunstamuseum nimmt kein Ende. Immer wieder verursachen Materialien am und rund um den Würfel enormen Sanierungsbedarf und damit hohe Kosten. Zuletzt waren es die maroden Muschelkalkplatten - jetzt geht es um die Glasscheiben des Lichtbandes am Kleinen Schlossplatz. Das bruchfeste Glas hält zwar den Alltagsbelastungen stand, nicht aber einer zielgerichteten Zerstörungswut.

Inzwischen ist ungefähr ein Drittel der insgesamt 50 Scheiben beschädigt. Die bisher veranschlagten Sanierungskosten von 300.000 Euro sind längst nicht mehr zu halten. Über die exakte Höhe der Kosten will sich Hochbauamtsleitern Ulrich Klenk im März nach einer fundierten Analyse äußern. Auslöer war eine Anfrage der CDU-Fraktion des Stuttgarter Gemeinderates.

Ob Klenk im März die Kosten genau kalkulieren kann, ist fraglich. Der Austausch der beschädigten Scheiben ist praktisch unmöglich. Denn für den Ausbau der kaputten Scheiben müsste das Kunstmuseum lange schließen. Daher plädieren nicht nur Fachleute für eine Versiegelung der Glasfläche durch einen Schutzbelag. Selbst Kunstmuseums-Chefin Ulrike Groos würde gerne auf das Tageslicht, das durch die Lichtbänder in den Ausstellungsbereich dringt, verzichten. Es sei für museale Zwecke eher ungeeignet. Doch gegen eine Versiegelung haben sich bisher die Architekten des Würfels aus gesprochen. Die Berliner Baumeister Hascher und Jehle argumentierten in der Vergangenheit stets damit, dass sich Architektur nicht dem Diktat der Straße beugen dürfe. Das Kunstmuseum dürfe sich auf keinen Fall verbarrikadieren.

Ob die Architekten nun zu einer konstruktiven Lösung des drohenden Dauerproblems beitragen wollen und können, ist derzeit ungewiss. Beide waren trotz mehrfacher Nachfragen zu keiner Stellungnahme bereit.

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