Die Villa der Freien Hochschule an der Libanonstraße, gebaut 1913. Foto: Jürgen Brand

Dach und Fassade des nach den Plänen von Albert Eitel errichteten Gebäudes werden in Ordnung gebracht. Ein Teil des dafür erforderlichen Geldes kommt aus dem Glücksspiel.

S-Ost - Der Architekt Albert Eitel (1866-1934) hat in Stuttgart und Umgebung richtig viel gebaut: der Kleine Kursaal in Bad Cannstatt gehört dazu, das Alte Schauspielhaus an der Kleinen Königstraße hat er zusammen mit Eugen Steigleder entworfen, auch das Adelspalais der Villa Gemmingen an der Mörikestraße stammt von ihm, ebenso wie viele Wohnhäuser beispielsweise an der Sickstraße im Stuttgarter Osten. Etliche der noch erhaltenen Eitel-Gebäude stehen unter Denkmalschutz.

Wohnungen, Büros und Kindergarten

Die Villa an der Libanonstraße, die seit mindestens 50 Jahren der Freien Hochschule Stuttgart gehört, ist nicht ganz so bekannt, steht aber ebenfalls unter Denkmalschutz – und kann ab dem Frühjahr dank Unterstützung durch die Denkmalstiftung aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale und durch das Landesdenkmalamt saniert werden.

Das Gebäude an der Libanonstraße 3 sei „ein hochwertiger Vertreter der deutschen Reformarchitektur und baulicher Zeuge des Aufbruchs in die Moderne“, heißt es in der Pressemitteilung der Denkmalstiftung Baden-Württemberg. Die dreigeschossige Villa wurde im Jahr 1913 als Wohnhaus errichtet. Heute wohnen dort nicht nur Mitarbeiter der Freien Hochschule, in den Räumen sind auch Büros der Dozenten untergebracht und drei Gruppen des dortigen, für alle offenen Waldorfkindergartens samt einer Kleinkindergruppe.

Denkmalschutz kann teuer werden

Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte zeigten sich an der Fassade mit Erkern, Sprossenfenstern und Klappläden sowie am Dach immer größere Schäden. Allerdings „kann man nicht einfach drüberstreichen“, wie es bei der symbolischen Scheckübergabe hieß. Die Verantwortlichen der Freien Hochschule waren zunächst über die geschätzten Sanierungskosten von 325 000 Euro regelrecht erschrocken. Denkmalschutzvorgaben machen solch eine Sanierung nicht günstiger. Ohne die Zuwendungen hätte sich die Hochschule, die unter Platzmangel leidet, die Sanierung gar nicht leisten können.

Dank der 50 000 Euro, die die Denkmalstiftung aus den Einnahmen der Glücksspirale beisteuert und dank rund 60 000 vom Landesdenkmalamt können die Arbeiten jetzt bald beginnen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: