Premier Hariri landet wieder in Beirut. Foto: AP

Am Mittwoch ist Regierungschef Hariri nach Beirut zurückgekehrt, nachdem er in Saudi-Arabien seinen Rücktritt erklärt hatte. Die Wochen der Ungewissheit gehen im Libanon damit nicht zu Ende – der Sinn der gesamten Aktion bleibt verwirrend, kommentiert Christian Gottschalk.

Stuttgart - Nun ist er also wieder zurück. Keine 20 Tage, nachdem Saad al-Hariri in Saudi-Arabien erklärt hatte, er trete vom Amt des libanesischen Ministerpräsidenten zurück, ist der 47-Jährige wieder in seinem Heimatland gelandet. Es ist ein Verwirrspiel für Fortgeschrittene, und nach wie vor liegen die Gründe für das Geschehen im Dunkeln. Nur eines scheint klar: Ministerpräsident ist Hariri nach wie vor, denn der Präsident des Libanon hat die aus der Ferne erklärte Demission nie akzeptiert.

Mehrere Zwischenstopps auf dem Weg zurück

Hariri steht als Sunnit auf der Seite Saudi-Arabiens. In Zusammenhang mit seinem Rücktritt hatte er dem Iran vorgeworfen, sich im Libanon über die schiitisch-libanesische Hisbollah einzumischen. Dass Hariri eine wichtige Rolle spielt im andauernden Ringen um die Vorherrschaft in der Region, die Saudi-Arabien und der Iran jeweils für sich beanspruchen, ist klar. Welche Rolle genau die Protagonisten in Riad und Teheran für ihn aktuell vorgesehen haben, weniger.

Dass auf dem Weg zurück in die Heimat auch noch Ägypten und Zypern auf dem Reiseplan standen kann bedeuten, dass die Absprache über das, was die nahe Zukunft bringen soll, möglichst im großen Einvernehmen gefasst werden. Vielleicht bedeutet es aber auch nur, dass Hariri ausgelotet hat, wo er landen könnte, wenn er den Libanon noch einmal aus Sicherheitsgründen verlassen möchte.

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