Mit der drastischen Preiserhöhung im Leuze hat man viele Gäste vergrault. Foto: Leif Piechowski

Die deutliche Preiserhöhung auf einen Schlag ist nicht vermittelbar. Vor allem der hohe Aufschlag für Familien mit Kindern über sechs Jahren muss schleunigst korrigiert werden, meint Jürgen Löhle.

Stuttgart - Preiserhöhungen sind normal. Auch im Leuze ließ sich eine Anpassung der Tarife nach der vor allem von den Schwimmern gewünschten Tariftrennung von den Saunieren nicht vermeiden. Und am Ende steht jetzt ein Preis, der zwar drastisch erhöht, aber in Relation zu vergleichbaren Bädern immer noch vertretbar und fair ist. Genau genommen haben die Saunierer im Leuze damit lediglich das Privileg verloren, jahrelang extrem günstig geschwitzt zu haben.

 

53 Prozent auf einen Schlag ist nicht kundenfreundlich

Trotzdem ist die Tarifänderung in dieser Form falsch. 53 Prozent auf einen Schlag sind nicht vermittelbar, die Bäderbetriebe hätten die Erhöhung zumindest über einen längeren Zeitraum verteilen sollen. Soviel Kundenfreundlichkeit hätte schon sein dürfen. Oder man hätte den Saunierern die Kompensation anbieten können, dass sie für den neuen Preis länger die Anlage nutzen können. Diese Geste hätte die Stadt nicht viel gekostet, aber den Schaden doch wenigstens begrenzt. Denn eben dies ist auch von den vielen Stammgästen, die jetzt verärgert abgewandert sind, immer wieder gefordert worden.

Korrigiert werden muss aber auf jeden Fall der Preishammer für Familien mit Kindern über sechs Jahren. Dass ausgerechnet diese Gruppe die höchsten Preissteigerungen abbekommt, steht im Widerspruch zu dem Ziel, mehr Kids in die Bäder zu locken. Die abgeschafften Kleingruppentickets sollten also schnellstens wieder aktiviert werden.