Im Herrenberger Krankenhaus ist am vergangenen Mittwoch das letzte Baby geboren worden. Der Junge ist wohlauf und kommt aus Bondorf.
Sein Name ist Hannes, und der Kleine ist mit einem Geburtsgewicht von 4170 Gramm und einer Körpergröße von 56 Zentimetern ein echter Wonneproppen – mit Spannung war erwartet worden, wer wohl als letztes Baby im Herrenberger Krankenhaus auf die Welt kommen würde. Nun ist das Rätsel gelöst.
Die Geburt des kleinen Hannes am Mittwoch, 6. Mai, im Kreißsaal war ein besonderer Moment in der Geschichte des Klinikverbunds Südwest und setzte für die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe einen emotionalen Schlusspunkt. Denn tags darauf wurde sie von ihrem bisherigen Standort an die Kliniken Nagold verlagert. Über Jahrzehnte hinweg wurden in Herrenberg unzählige Familien begleitet. Fast 50 000 Kinder, genauer gesagt 47 820 Babys, erblickten seit Bestehen der Geburtshilfe in Herrenberg das Licht der Welt. Für viele Menschen in der Region bleibt der Standort deshalb eng mit einem der prägendsten Momente ihres Lebens verbunden.
Familientradition: Das Baby macht es der Oma und dem Onkel nach
Die Umstände der letzten Geburt hätte sich ein Drehbuchautor nicht besser ausdenken können. Denn die Familie vom kleinen Hannes kann eine besondere Geburtengeschichte vorweisen, wie Mutter Johanna Beslmeisl erzählt: Ihr Sohn Hannes ist nicht das erste Familienmitglied, das als „letztes Baby“ eines Kreißsaals geboren wurde. Bereits die Mutter sowie der Bruder der frisch gebackenen Mama – also Hannes’ Oma und Onkel – kamen jeweils als letzte Kinder zur Welt, bevor auch ihre damaligen Geburtsstätten geschlossen wurden.
Hannes’ Familie, die in Bondorf lebt, hat Wurzeln in Niedersachsen. In Bad Pyrmont erblickte Johanna Beslmeisls Mutter das Licht der Welt, dann machte das Krankenhaus dort dicht. Der Bruder wurde später in einer anderen Klinik der Kurstadt geboren – und auch hier schloss die Geburtsstation nach der Entbindung. Hannes setzt somit gewissermaßen eine Familientradition als „letztes Baby“ fort. Seine Mama ist übrigens noch in Herrenberg entlassen worden. Es mussten keine Patientinnen von Herrenberg nach Nagold umgelagert werden.
In einer Pressemitteilung würdigt der Klinikverbund die Herrenberger Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe als ein Ort „voller persönlicher Begegnungen, bewegender Augenblicke und großer Verantwortung“. Die besondere Verbindung aus Professionalität und Begleitung habe die Geburtshilfe in Herrenberg über viele Jahre ausgezeichnet.
Die Herrenberger Kultur soll in Nagold weiterhin gepflegt werden
Mit dem Umzug gehe weit mehr als nur ein Standortwechsel einher. Vielmehr werde ein gewachsenes und bewährtes Konzept an neuer Stelle fortgeführt. Nahezu das gesamte Team aus Herrenberg wechselt geschlossen nach Nagold. Damit würden nicht nur wertvolle Erfahrung und eingespielte Abläufe erhalten bleiben, sondern auch jene besondere Form der Betreuung, die viele Familien schätzen und mit Vertrauen verbinden.