Auf dem Weg zur Gemeinschaftsschule will die Lerchen Foto: Michael Steinert

Auf die Veränderungen bei den Anmeldezahlen an den weiterführenden Schulen reagiert die Stadtverwaltung. Die Lerchenrainschule soll Gemeinschaftsschule werden.

S-Süd - Die Umbrüche im Süden sind wie an vielen anderen Stellen in Stuttgart gewaltig“, sagt Jochen Schmidt-Rüdt, der Rektor der Heusteigschule. Wenn er sich Ende dieses Schuljahres in den Ruhestand verabschiedet, wird an seiner Schule das Ende einer weiteren Ära eingeläutet. Die Werkrealschule, die Schmidt-Rüdt zu einer Gemeinschaftsschule umbauen wollte, wird geschlossen. Weil die Anmeldezahlen eine deutliche Sprache sprechen, will das städtische Schulverwaltungsamt im Süden nur noch eine der beiden Werkrealschulen betreiben. Die Wahl ist auf die Lerchenrainschule gefallen. Diese soll sich auf den Weg machen, Gemeinschaftsschule zu werden. Im Schulgebäude der Heusteigschule sollen künftig neben den eigenen Grundschülern auch die aus dem Schulbezirk der benachbarten Römerschule unterrichtet werden.

Von den Bezirksbeiräten von Süd sind diese Pläne mit gemischten Gefühlen aufgenommen worden. Der Bezirksvorsteher Rupert Kellermann betonte, dass der Wandel in den Anmeldezahlen Anpassungen erfordere. Der Grünen-Fraktionssprecher Wolfgang Jaworek wiederum hätte sich gewünscht, dass die Stadt prüft, ob die Heusteigschule sich für eine Gemeinschaftsschule eignet. Jaworek, der Mitglied im Freundeskreis der Heusteigschule ist, fand, dass die Verwaltung die Standorte nicht ergebnisoffen bewertet habe. „Es wäre mir wichtig, dass die weitere Entwicklung rechtzeitig und ergebnisoffen diskutiert wird“, sagte er.

Eine Perspektive für die Zukunft

„Sie haben Fakten sprechen lassen, die man gut finden kann oder nicht“, bewertete dagegen der CDU-Fraktionssprecher Roland Petri die Ausführungen von Beate Westhauser vom städtischen Schulverwaltungsamt. Westhauser hatte die Pläne der Verwaltung vorgestellt. Diese sehen vor, dass das Gebäude der Römerschule eventuell als Außenstelle des Karls-Gymnasiums genutzt wird. Vor allem aber hatte Westhauser auf die geringen Anmeldezahlen an beiden Werkrealschulen im Süden verwiesen. Gerade mal 30 Fünftklässler hatten die Schulen zusammen im Vorjahr. Die Prognosen für das kommende Schuljahr sind sogar noch schlechter. „Dass Sie darauf reagieren müssen, liegt auf der Hand, schließlich geht es auch um den Umgang mit Steuergeldern“, kommentierte Petri die Zahlen. Schließlich könne man Schulgebäude, die anderweitig gebraucht werden, nicht größtenteils ungenutzt lassen.

Für Ulrike Holch von der SPD war dagegen wichtig, dass es für alle Schulen eine Perspektive für die Zukunft gibt. Sie glaubt aber, dass die Stadt sich noch intensiver um die Schüler kümmern muss, die eventuell wieder an eine Werkrealschule zurückversetzt werden, weil sie es auf der Realschule nicht schaffen. Für den Bezirksvorsteher ist klar: „Wir stehen vor einem langen, schwierigen Prozess.“ Bei der Abstimmung herrschte fraktionsübergreifend Uneinigkeit. Viele Grünen-Bezirksbeiräte enthielten sich, so dass den Plänen der Verwaltung am Ende nur mit neun Ja-Stimmen bei sieben Enthaltungen zugestimmt wurde.

Für Dorothea Grübel, die Leiterin der Lerchenrainschule, ist die Entscheidung dennoch ein positives Signal. Sollte der Gemeinderat am 20. Juni ebenfalls den Plänen zustimmen, können sie und ihr Kollegium sich aufmachen, Gemeinschaftsschule zu werden. Sie schätzt, dass dieser Schritt frühestens zum Schuljahr 2015/16 gelingen wird und setzt dabei nicht nur auf die Kooperation mit der Schickhardt-Realschule. Sie hofft auch auf die Kollegen der Heu­steigschule, schließlich hätten die Lehrer dort ebenso wie das Kollegium der Lerchenrainschule viel zur Schulentwicklung beigetragen.

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