Die Freiwilligen des Leonberger Technischen Hilfswerks waren in Rudersberg im Hochwassereinsatz. Dort war beim jüngsten Starkregen die Wieslauf über die Ufer getreten und hatte für Zerstörung gesorgt.
Der Leonberger Ortsverband des Technischen Hilfswerks (THW) hat während des Hochwassers am vergangenen Wochenende in Rudersberg im Rems-Murr-Kreis mit angepackt. Dort war das Flüsschen Wieslauf über die Ufer getreten und hatte für große Verwüstung gesorgt. THW-Zugführer Stefan Neininger spricht vom größten Einsatz für die Leonberger Freiwilligen seit der Flutkatastrophe im Ahrtal im Juli 2021. Im Mai dieses Jahres hatten die Leonberger bereits nach der Flut im Saarland mitgeholfen.
Zugführer ist vier Tage als Technischer Berater Ölschaden vor Ort
Neininger war nach den Überschwemmungen vier Tage als Technischer Berater in Sachen Ölschäden in Rudersberg. „50 Einsatzstellen waren es“, so der 40-Jährige. Dabei sei es vor allem um kaputte und leckgeschlagene Ölheizungen und -tanks in Privathäusern gegangen. Ihm folgte die Leonberger Fachgruppe Räumen, ausgestattet mit Kipper und Radlader, sowie später in der Woche die Fachgruppe Ölschaden.
Angefangen hat der Hochwassereinsatz für die Leonberger THWler am Samstag mit der Fahrt nach Beuren (Kreis Esslingen). Im Gepäck: Sand, den die dortige Feuerwehr für Sandsäcke verwenden konnte. Später folgte man dem Ruf aus Winterbach (Rems-Murr-Kreis) – die 1000 Sandsäcke, die man dorthin transportierte, wurden allerdings doch nicht benötigt. Dann schließlich, am Sonntag um 23.45 Uhr, schrillte erneut der Alarm. Diesmal ging es für den technischen Zug aus 20 Helfern nach Aalen auf die Ostalb. Dort lösten die Leonberger den beheimateten Ortsverband ab. Dessen Mitglieder hatten bereits zwei Tage Sand geschippt. Dann kam am Montag der Ruf aus Rudersberg.
Zwei Fachgruppen aus Leonberg sind in Rudersberg im Einsatz
Neininger hatte noch nicht einmal angefangen, die Einsatzstellen zu erkunden, da rückte aus Leonberg auch schon die Fachgruppe Räumen an, bestehend aus vier THW-Helfern. „Die hat man im Teilort Klaffenbach eingesetzt, wo die Zerstörung wirklich groß war“, berichtet der Zugführer. Jene Fachgruppe war auch am Freitag noch vor Ort im Einsatz, wenn auch zwischendurch teilweise in wechselnder Besetzung. Auch zahlreiche weitere Ortsverbände schickten Hilfe, unter anderem aus Heilbronn, Schorndorf, Kirchheim, Sinsheim, Pforzheim und sogar Kaiserslautern.
Am Mittwoch folgte schließlich die Fachgruppe Ölschaden, der elf Personen angehören – und von der es in ganz Baden-Württemberg keine zweite gibt. „Sie können auf verschiedene Arten das Öl aufnehmen oder abpumpen“, so Neininger, der weiß: Ausgelaufenes Öl kann auch lange Zeit später noch zu einem Problem werden. „Wenn man zu lange wartet, beschädigt es das Gemäuer. Es gibt Fälle, in denen man Gebäude noch Jahre nach einer Flut genau deswegen abreißen musste.“