Hertha Eisenhardt. Foto: factum/Bach

Nach 34 Berufsjahren im Ludwig-Wolker-Kinderhaus, davon 18 Jahre als Leiterin der Kindertagesstätte, wird Hertha Eisenhardt von den Kindern und Erzieherinnen mit einem herzerfreuenden Festprogramm in den Ruhestand verabschiedet.

Leonberg - Ich hatte noch gar keine Zeit, um Wehmut zuzulassen“, sagt Hertha Eisenhardt. Dabei nähert sich das Monatsende und damit ihr letzter Arbeitstag als Leiterin des katholischen Ludwig-Wolker-Kinderhauses im Ramtel mit großen Schritten. Sie ist immer noch voll im Alltagsgeschäft und bereitet die Nachfolgerin Nadja Schumacher auf ihre neue Aufgaben vor, die auf sie zukommen werden.

„Das Schöne an diesem Beruf ist, dass ich viele Menschen kennengelernt habe“, blickt Hertha Eisenhardt auf 34 Jahre im Ludwig-Wolker-Kinderhaus zurück. „Es gab gute Gespräche, konstruktive Kritik, hilfreiche Begleitung und viel Unterstützung mit dem einen Ziel – das Wohl der Kinder, die wir auf einen Stück ihres Lebens begleiten“, sagt die Merklingerin Hertha Eisenhardt, die 1970 im damaligen Ludwig-Wolker-Kindergarten den Beruf als Erzieherin begonnen hat. „Damals waren es drei Kindergartengruppen“, erinnert sie sich.

Mit der Geburt der Kinder folgte eine berufliche Pause, doch schon 1987 war die Erzieherin wieder mit an Bord. Ihr blieb es vorbehalten, den 1992 durch Brandstiftung zerstörten Kindergarten im wahrsten Sinne des Wortes wie Phönix aus der Asche neu erstehen zu lassen. Als der Neubau für vier Kindergartengruppen 1994 fertiggestellt war, wurde Hertha Eisenhardt die Leitung des Hauses übertragen.

„Es hat viele neue Stationen und Veränderungen gegeben und das einzig Beständige war der Wandel“, beschreibt die 61-Jährige die Entwicklung in der Kinderbetreuung. Der Anfang seien längere Betreuungszeiten gewesen, dann sei die Ganztagesbetreuung hinzugekommen, wofür das Kinderhaus auch eine eigenen Küche hat. Dann wurde 2011 der Kindergartenanbau fertiggestellt, der die Kapazität auf 140 Plätze in sieben Gruppen fast verdoppelt hat und mit dem zusätzlich auch zehn Krippenplätze geschaffen wurden.

„Ich habe es als meine Aufgabe gesehen, die Kinder dort abzuholen, wo sie stehen, also sie in den Bereichen zu fördern, in denen sie es brauchen“, sagt die erfahrene Pädagogin. Trotz der vielen Veränderungen im Elementarbereich sei es wichtig, den Kindern von Grund auf Werte mitzugeben. „So werden ihre Fähigkeiten zu gefördert für einen guten Einstieg in die Schule und den weiteren Lebensweg“, sagt Hertha Eisenhardt zum Abschied.

„So richtig bewusst, wie nahe der Zeitpunkt des Abschieds ist, wurde mir durch das geheimnisvolle Getue in den Gruppen“, schmunzelt die erfahrene Pädagogin. „Mal wurde ich gebeten, doch etwas später zu kommen, ein anderes Mal ein bisschen früher zu gehen – da ist doch etwas im Busch“, blickt Hertha Eisenhardt auf die vergangene Woche zurück. Die Kinder und ihre Erzieherinnen haben natürlich ein Programm vorbereitet, das sie ihrer scheidenden Vorgesetzten und den Gästen präsentiert haben.

Ihre Stellvertreterin Sonja Walter eröffnete mit den Kleinsten aus den Gruppen Elfenschloss, Wichtelberg und Zauberberg mit „Ich bin ein kleiner Hampelmann“, das Programm – zum kräftigen Singen fehlte zwar noch der Mut, aber um laut mit den Glöckchen zu rasseln, reichte er immerhin.

Die Gruppen Räuberwald und Regenbogenland brachten es auf den Punkt: „Einfach Spitze, dass Du da warst, komm wir loben Gott den Herrn“ schmetterten sie. „Einfach Spitze, wie ihr das gemacht habt“, rief ihnen Hertha Eisenhardt begeistert und gerührt zurück.

Richtig Schwung in die Festrunde haben die Großen aus den Gruppen Schatzinsel und Sternenfeld mit ihrem Bewegungslied gebracht, und sie zeigten dabei auch, dass sie das Publikum gleich in neun Sprachen begrüßen können. Die Zuhörer gefiel das so gut, dass das Lied gemeinsam noch einmal wiederholt wurde. So richtig von der allgemeinen Begeisterung mitgerissen, meinte darauf ein Dreikäsehoch: „Singen wir jetzt nichts mehr, das ist aber Schade?“ Es war jedenfalls ein herzlicher Abschied.

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