Im Backhaus werden Zwiebelkuchen für das Straßenfest gebacken. Ulrike Wörner (mit Mütze), Gerda Ziegler und Frank Werner zeigen, wie Teamwork geht. Foto: factum/Bach

Die Bürgermeister üben sich im Fassanstich. Kühles Wetter trübt die Stimmung beim Eltinger Straßenfest nicht. Der Renner sind die selbst hergestellten Zwiebelkuchen.

Leonberg - Drei Leonberger Bürgermeister im Einklang: Kooperation übt die Leonberger Rathausspitze erstmals auch beim 43. Eltinger Straßenfest. In jedem Jahr überlegt sich der Leonberger Oberbürgermeister etwas Neues für die Eröffnung. Im vergangenen Jahr hat er den Fassanstich an den damaligen Stimmenkönig der Gemeinderatswahlen delegiert: Axel Röckle.

Und nachdem dieses Mal gleich alle drei Leonberger Bürgermeister zur Festeröffnung vor der Bühne stehen, wird der Fassanstich kurzerhand zur Teamarbeit: Der Erste Bürgermeister Ulrich Vonderheid stützt das Bierfass ab, Oberbürgermeister Bernhard Schuler kümmert sich um den Zapfhahn und Baubürgermeister Klaus Brenner zeigt seine handwerklichen Fähigkeiten: Mit fünf kräftigen Schlägen sticht er das erste Fass an. Ein Auftakt der anderen Art zu dem beliebten Fest in der Eltinger „Hafengasse“, der Glemsstraße. In diesem Jahr allerdings bei frischen Temperaturen um die zwölf Grad und leichtem Regen. Über das Wochenende hinweg bleibt es dann zwar frisch, aber trocken und am Sonntag kämpft sich sogar zeitweise die Sonne durch die Wolken. Doch das Wetter hält in Eltingen bekanntermaßen niemanden vom Feiern ab.

Etwas Neues hat sich auch der Vereinsvorsitzende der Lyra für das Traditionsfest überlegt: Der Samstagnachmittag steht erstmals ganz im Zeichen der Jugendkapellen. „Wir wollen möglichst vielen Jugendlichen damit die Möglichkeit bieten, vor einem großen Publikum aufzutreten“, sagt Roland Rössler. Den Auftakt macht das Jugendblasorchester des Musikvereins Lyra unter der Leitung von Herward Heidinger. Außerdem dabei die Jugendkapellen aus Unterjettingen und Malmsheim.

Damit aber genug der Innovationen für dieses Mal. Das Eltinger Straßenfest ist ein absolutes Traditionsfest. Das heißt auch: keine Experimente bei der Essensauswahl. Göckele gibt es, Würste aller Art, Schnitzelwecken und Gyros im Fladenbrot.

Doch ganz oben auf der Hitliste steht der Zwiebelkuchen. Der wird nicht von der Lyra gebacken, sondern von der Chorgemeinschaft Eltingen. Der erste Kuchen kommt pünktlich zum Fassanstich noch dampfend heiß aus dem Backhaus. 20 fleißige Helfer sind schon seit Freitag auf den Beinen, damit alles rechtzeitig fertig wird. 200 Kuchen gehen an den beiden Tagen über den Tresen. Das bedarf einiger Vorbereitung, für die Ulrike Wörner mit ihrem Team verantwortlich ist. Bereits am Freitagabend werden die drei Öfen mit trockenem Reisig angeheizt. Am Samstag bei Backbeginn gegen 13 Uhr haben die Öfen ihre Betriebstemperatur von gut 200 Grad erreicht. Teig und Füllung werden im Besen von Stefan Hartmann vorbereitet. Dort riecht es im ganzen Haus nach Zwiebeln. Kein Wunder: Sieben Zentner davon wurden hier am Freitag in Handarbeit geschält. „Die ersten zehn Minuten ist immer Heulen angesagt“, nimmt es Ulrike Wörner sportlich, „aber nach einer Weile lässt das nach“.

Zwei Stunden brauchen sie allein für das Schälen. Zum Dämpfen fahren die Männer mit der Ladung Zwiebeln zum Metzger. In der Zwischenzeit wird bereits der Hefeteig vorbereitet, ganz dünn ausgewellt und in die großen Rundbleche ausgelegt. Dann ist die Füllung an der Reihe: Die Zwiebeln werden mit reichlich Eiern und Sahne vermengt und mit Salz abgeschmeckt. „Speck oder Kümmel kommen bei uns nicht in die Kuchen“, sagt Ulrike Wörner, „das mag nicht jeder und deshalb lassen wir es lieber weg“. Für das Backhausteam geht es bei der Arbeit auch um Geselligkeit. „Wir wollen keine fertig gedämpften Zwiebeln kaufen, das gibt es ja heute auch schon“, sagt Wörner. „Es gehört zur Tradition, dass man alles gemeinsam selbst vorbereitet. Selbst das Reisig sammeln im Frühjahr machen wir zusammen.“

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