Testen das Baustellen-TV: Baubürgermeister Klaus Brenner, Stadt-Mitarbeiterin Ute Keilbach samt Sohn Paul Foto: Stadt Leonberg

Vom Fortschritt beim Rathaus-Neubau kann sich jetzt jeder selbst ein Bild machen. Der Holzzaun hat ein Guckloch bekommen. Die Bodenplatte ist fast fertig und es wird bereits an den Kellerräumen gearbeitet. Der Rohbau soll bis März 2016 stehen.

Leonberg - Von Leonbergs teuerster Baustelle sieht man so gut wie überhaupt nichts. Zumindest war das bislang so. Wer nicht zufällig mit dem Fernrohr auf dem Engelberg stand oder den fünften Stock im Neuen Rathaus erklommen hat, dem blieb der Blick auf die Baustelle für Leonbergs „neuestes Rathaus“ bislang durch den hölzernen Bauzaun verwehrt. Nur zwei Kräne recken ihre langen Arme in die Luft. Doch auch in diesem Fall können kleine Dinge eine große Wirkung haben. Ein gut 50 mal 70 Zentimeter großes „Schaufenster“ im Holzzaun gibt nun den Blick frei auf die Baugrube. Die beiden Leonberger Bürgermeister Ulrich Vonder­heid und Klaus Brenner haben an der „Schaustelle zur Baustelle“ gleich mal einen Blick riskiert. Immerhin hat keiner der beiden ein Büro mit Baugruben-Blick.

Der Erste Bürgermeister Vonderheid residiert im Erdgeschoss des Nebentrakts mit Blick auf die Schellingschule. Und Baubürgermeister Brenner im ersten Stock mit Aussicht auf die Georgii-Halle und das Johannes-Kepler-Gymnasium. Der Oberbürgermeister Bernhard Schuler weilt derzeit im Urlaub. Aber auch er sieht von seinem Amtszimmer aus „in die falsche Richtung“.

Die Idee zum „Schaufenster“ stammt übrigens von der Familienbildungsstätte, die quasi schräg gegenüber im Haus der Begegnung ihren Sitz hat. „Von dort kam die Anregung, in den Bauzaun um die Rathausbaustelle ein Guckloch zu installieren, das Groß und Klein Einblicke in das Baugeschehen am Belforter Platz bietet“, erzählt Ulrich Vonderheid. Er und Kollege Brenner fanden die Idee prima. „Seit Anfang der Woche können sich Interessierte und Passanten unabhängig von den Öffnungszeiten des Rathauses davon überzeugen, dass in Leonberg etwas vorangeht“, meint der Erste Bürgermeister.

Das tut es tatsächlich. „Die Bodenplatte ist schon zu zwei Dritteln fertig“, berichtet Dominik Heni vom Gebäudemanagement. Dafür haben die Arbeiter der ausführenden Firma Wolff und Müller tief gegraben. „Es wurden an mehreren Stellen runde Löcher gegraben, bis man auf tragende Gesteinsschichten gestoßen ist. Die Löcher wurden mit Beton gefühlt und darauf Fundamente gesetzt, auf denen wiederum die Bodenplatte liegt“, erläutert Heni.

Was noch fehlt ist der Teil der Bodenplatte, auf den später ein Stück der Tiefgarage kommt – und zwar in dem Bereich, in dem bisher der Weg zum Parkplatz hinter dem bestehenden Gebäude ist. Doch auch auf der Bodenplatte tut sich schon fleißig etwas. Einige Kellerwände stehen schon, zu erkennen seien auch schon die Schächte für die Aufzüge und Treppenhäuser. „Geplant ist, dass der Rohbau bis März 2016 steht. Dann folgt der Innenausbau“, berichtete Heni. „Es wird mit ziemlich viel Manpower gearbeitet, es geht schnell voran“, fügt er hinzu.

In Sachen Rathaus-Neubau ist das aber auch dringend nötig, denn dieser muss bis Weihnachten 2016 komplett fertig sein, damit die Verwaltung noch zwei Monate Zeit für den Umzug hat. Denn der bisherige Verwaltungssitz am Belforter Platz hat aus Brandschutzgründen nur noch bis Februar 2017 eine Betriebserlaubnis. Statt einer teuren Sanierung hatte sich der Leonberger Gemeinderat bekanntlich für den 25 Millionen Euro teuren Neubau vor dem bisherigen Rathaus entschieden.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: