Bei diesen Temperaturen sind warme Wolltextilien gefragt Foto: factum/Granville

Derzeit gibt es vor allem warme Wintersachen günstig im Schlussverkauf, weil die Lager nach den milden Temperaturen in den vergangenen Wochen noch ziemlich voll sind. Für manche ist nach dem Fest vor dem Fest: Silvester steht vor der Tür.

Leonberg - Kaum ist das Weihnachtsfest vorbei, beginnt für viele der eigentliche Kaufrausch: Endlich liegt Schnee, die Temperaturen sinken deutlich unter Null. Wer sich in der Vorweihnachtszeit bei den milden Temperaturen noch nicht so recht mit warmen Wintersachen eindecken wollte, der hat jetzt zwischen den Jahren die Chance, an Schnäppchen zu kommen – und hat die nötige Zeit dazu.

Die Lager sind mit Wintersachen noch gut gefüllt, so bei Karstadt oder beim Eltinger Herrenausstatter Wibbel, und auch die Temperaturen stimmen jetzt. Noch dazu sind derzeit viele Gutscheine im Umlauf, die heutzutage sehr häufig zu Weihnachten auf dem Gabentisch liegen. Deshalb ist das Thema Umtausch zwischen den Jahren den Einzelhändlern zufolge mittlerweile gar kein Thema mehr. Die meisten gehen gezielt in die Geschäfte, um Geschenkgutscheine einzutauschen, sich mit warmen Wintersachen günstig einzudecken, und um die Silvesterfeier zu planen. Manche kleiden sich auch für eine im Frühjahr anstehende Kommunion oder gar Hochzeit ein. Das ist auch im Bekleidungshaus Wibbel so. „Die Leute suchen sich lieber selbst aus, was ihnen gefällt“, sagt Inhaber Wolfgang Schmidt. „Umtausch ist deshalb bei uns kein großes Thema.“ Insgesamt lief das Weihnachtsgeschäft hier sehr gut, wenn auch wetterbedingt anfangs etwas schleppend. „Aber jetzt bei der Kälte laufen warme Jacken bestens“, berichtet Schmidt. Außerdem ist die Winterware im Preis herabgesetzt.

Doch nicht nur Schnäppchenjäger sind zwischen den Jahren bei Wibbel zu sehen. In einer kleinen Nische des Geschäfts berät Juniorchef Marc Schmidt ein junges Paar. Die beiden wollen im April heiraten und suchen jetzt einen passenden Anzug. Joaquim Olivera ist extra aus Renningen gekommen. „Ich habe heute frei, deshalb sind wir hier.“ Und die Beratung für ein Hochzeitsoutfit braucht durchaus seine Zeit. „So zweieinhalb Stunden sollte man für den ersten Besuch schon einkalkulieren“, erklärt Marc Schmidt und rät dem Kunden zu einem modernen Outfit mit etwas Glanz im Sakko und einer passende Weste in einem silbernen Paisley-Muster. „Dann vielleicht nochmals ein bis zwei Termine für die Anprobe und eventuelle Änderungen.“

Wer zu solch einem Anzug noch die passende Uhr sucht, sollte auf einen Blick bei Juwel im Leo-Center vorbeischauen. Daniel Goldberg sieht den Trend in schickem Edelstahlschmuck. „Wir sind mit dem Geschäft sehr zufrieden“, sagt der Inhaber, vor allem seit dem Umbau im April. Das Geschäft ist dadurch übersichtlicher geworden. Die Kunden kommen sehr gezielt zum Einkaufen zu ihm, Gutscheine und Umtausch sind weniger Thema.

Grund für einen Umtausch gab es auch für die Geschenke aus dem kleinen Spezialitätenladen „Momente“ in der Altstadt nicht. Hier wurden in der Vorweihnachtszeit vor allem Geschenkkörbe gepackt mit der eigenen Leonberger Kaffeemischung, edler Schokolade und Weinen.

Auch bei Karstadt im Leo-Center ist Geschäftsführer Thomas Adams sehr zufrieden. „Wir haben vor Weihnachten sehr viel über Gutscheine verkauft, vor allem in den klassischen Bereichen Parfüm, Uhren und Schmuck.“ Wie bei allen Geschäften war das Vorweihnachtsgeschäft mit warmen Textilien durch das milde Wetter etwas schwächer als im Vorjahr, habe insgesamt aber Vorjahresniveau erreicht. Aktuell sind außer Wintersachen viele Haushaltswaren deutlich reduziert. Im Eingangsbereich werden bereits Feuerwerkskörper für Silvester angeboten und in der Ladenstraße gibt es einen Extra-Stand mit Gesellschaftsspielen für den Silvesterabend: Kniffel ist dabei, Yes or Know oder Monopoly.

„Nach dem Fest ist eben vor dem Fest“, sagt auch Joachim Heller von Ziegler Wohn- und Tischkultur in Leonbergs Altstadt. Kaum liegt das turbulente Weihnachtsgeschäft hinter ihm, ist er schon wieder im Stress: Er dekoriert gerade einen Tisch mit einem Edelstahl-Fondue-Sset. „Fondue ist ein Klassiker zu Silvester, außerdem sind vor allem Raclette-Geräte und Wokpfannen gefragt, mit denen man direkt am Tisch braten kann. „Bei uns ist derzeit viel los, weil wir vor Weihnachten sehr viele Gutscheine verkauft haben. Umgetauscht wird kaum noch, die Leute überlegen sehr genau, was sie möchten und lassen sich gerne Gutscheine schenken, um sich dann später damit vielleicht größere Wünsche zu erfüllen.“

Zum Fondue liefert Heller gleich das Rezept für seinen Lieblingsdip mit, die Teufelssauce. Dazu eine Zwiebel klein hacken und vermischen mit je einem Esslöffel Johannisbeergelee, Mayonnaise und Öl. Eine halbe Flasche Ketchup untermischen, den Saft einer halben Zitrone zugeben und mit je einem Teelöffel Paprika, Curry, Senf, Zucker und Worcestersauce würzen. Das Ganze nicht zu kalt servieren. Guten Appetit!

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