Craig Taylor vermittelt, wie einfach gutes Essen sein kann. Foto: Simon Granville

Am letzten Schultag kocht Event-Koch Craig Taylor mit Siebtklässlern ein Vier-Gänge-Menü, das richtig Lust auf gesunde Ernährung macht.

In der Schülerküche der Marie-Curie-Schule in Leonberg geht es heiß her – die Töpfe klappern, die Soße köchelt vor sich hin. Mittendrin: Event-Koch Craig Taylor aus Korntal-Münchingen. Kurz vor den Sommerferien gibt er an der Leonberger Gemeinschaftsschule einen besonderen Kochkurs.

 

In nur zwei Stunden zauberten die Schülerinnen und Schüler unter Anleitung des Profis ein raffiniertes Vier-Gänge-Menü: Zum Auftakt gibt es Wassermelonen-Granite, also eine Art Sorbet, und Wildkräutersalat, gefolgt vom Wohlfühlgericht Mac and Cheese. Als süßer Abschluss: Schokobananen, die laut einem „besser als auf dem Jahrmarkt“ schmecken.

Mit dem Menü, das gesunde Zutaten wie Rohkost mit beliebten Klassikern kombiniert, verfolgt Taylor ein klares Ziel: Den Jugendlichen nicht nur Rezepte mit nach Hause zu geben – sondern auch eine Botschaft. „Durch Projekte wie dieses möchte ich Kindern zeigen, dass Kochen kein Hexenwerk ist“, sagt der 37-Jährige.

Sein Engagement für Kinder- und Jugendarbeit zeigte Taylor bereits in der Vergangenheit, unter anderem durch die Zusammenarbeit mit dem Schulbauernhof „Zukunftsfelder“. Dort können auch Kinder aus benachteiligten Familien an Kochkursen teilnehmen.

In der Projektwoche beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der siebten Klasse intensiv mit dem Thema „Gesundes Leben“, begonnen mit einer kurzen Theorieeinheit zu allem Rund um ausgewogene Ernährung. Der anschließende Kochkurs mit dem TV-bekannten Koch, der im vergangenen Jahr im Finale der Sat.1-Show „The Taste“ stand, sollte vor allem eines vermitteln: wie einfach und lecker gesundes Essen sein kann. Das ist wichtig, denn viele Kinder gehen nach dem Unterricht oft „schnell zum nächsten Fastfood-Laden“, wie Lehrkräfte berichten.

Craig Taylor stand im Finale von „The Taste“. Foto: Simon Granville

Doch es ging an diesem Tag nicht nur ums Kochen: Auch Esskultur spielte eine große Rolle. Vor dem Essen wurde das Klassenzimmer umgeräumt, die Tische liebevoll gedeckt, das frisch zubereitete Menü schön angerichtet. „Mir war wichtig, dass so etwas im Kopf bleibt“, betont Taylor. „Vielleicht decken die Schülerinnen und Schüler ja künftig auch zu Hause den Tisch – das ist ein wichtiger sozialer Aspekt, den nicht jeder aus dem Elternhaus kennt.“

Zusammenhalt deutlich zu spüren

Dass das Projekt ein voller Erfolg war, zeigt sich nicht nur am köstlichen Ergebnis. „Hier war den ganzen Vormittag eine super Stimmung, jeder hat mitgeholfen. Es hat Spaß gemacht, so etwas von einem echten Profi zu lernen“, sagt der 14-jährige Noah. Auch die Lehrkräfte sind begeistert: Bei Veranstaltungen wie dieser merke man den Zusammenhalt der Klasse deutlich stärker als im regulären Schulalltag. Für sie steht fest: Das muss wiederholt werden.

Zum Schluss steht nur noch eines auf dem Plan: aufräumen. Doch auch dabei zeigt sich die Klasse motiviert – vor allem, da als Belohnung Erinnerungsfotos und Autogramme locken.