Auch der Stützpunkt in Weil der Stadt ist zugunsten des neuen Zentralstandorts in Magstadt geschlossen worden. Nun gibt es neue Möglichkeiten für das THW in Leonberg
Am westlichen Ende der Niederhofenstraße in Eltingen passiert nicht mehr viel. Dort, wo bis vor kurzer Zeit noch Transporter mit Straßenabsperrungen und Schildern, oder im Winter mit Streugut, ausgerückt sind, ist Ruhe eingekehrt.
Der Grund: Die Straßenmeisterei ist von Leonberg nach Magstadt umgezogen. Und damit ist auch das Schicksal der Außenstelle in Weil der Stadt besiegelt. Mit der Zentralisierung in Magstadt hat der Stützpunkt an der Würm nun ebenfalls ausgedient.
Mag der Abschied vom Traditionsstandort in Leonberg bei so manchem leichte Wehmut hervorrufen, für die meisten ist das neue Domizil ein Grund zur Freude: „Der zentralisierte Standort punktet nicht nur durch Erreichbarkeit, sondern nimmt aufgrund seines funktionalen Baus eine Vorreiterrolle ein“, erklärte Landrat Roland Bernhard (parteilos) bei der Eröffnung.
Der Landkreis investierte rund 17,5 Millionen Euro in das neuartige Konzept. Gemäß des „Ein-Haus Prinzips“ befindet sich alles unter einem Dach: die Verwaltung, die Werkstatt und die Fahrzeughalle.
Der alte Standort in Leonberg war nach mehr als einem halben Jahrhundert nicht mehr in allerbestem Zustand, die Hallen für heutige große Fahrzeuge zu schmal und zu eng. Das Betriebsgelände war zudem durch die Glems geteilt, die Salzhalle nach jetzigen Bestimmungen zu nah am Gewässer.
2000 Tonnen Salz in der Halle
Daher gab es bereits 2009 erste Überlegungen für einen Umzug. Der Kreistag beschloss 2010, dass Magstadt neuer Standort wird. Eine Machbarkeitsstudie hatte das Ergebnis, dass Magstadt viele Vorteile biete: bessere Erreichbarkeit und eine Optimierung der internen Arbeitsabläufe.
Dann war zunächst für drei Jahre Schluss: Von 2013 bis 2016 ruhten die Planungen aufgrund einer Untersuchung des Landes zur Organisation des Straßenbetriebsdiensts. Bei den weiteren Planungen wurde auch eine Rettungswache vorgesehen. 2022 wurde der Spatenstich und 2023 das Richtfest gefeiert.
Ökologische Aspekte sind berücksichtigt: Auf dem Dach wird eine Fotovoltaik-Anlage errichtet. Die Fahrzeughalle ist mit einer Holzfassade versehen. Die Salzhalle umfasst 2000 Tonnen. Die Soleaufbereitungsanlage schafft bis zu 2500 Liter pro Stunde.
Eine rollende Leitstelle
Das neue Konzept verknüpft Aufgaben der Straßenmeisterei mit dem Katastrophenschutz und der Tierseuchenbekämpfung. So wird der „Einsatzleitwagen 2“ dort untergebracht, der erste seiner Art bundesweit. Er ist die „rollende Leitstelle“ bei großen Gefahrenlagen. Im Ernstfall kann die Straßenmeisterei autark versorgt und die Arbeit des Katastrophenschutzes von dort aus sichergestellt werden. Ferner dient die Straßenmeisterei zur Tierseuchenbekämpfung als Einsatz- und Logistikzentrum.
Die zukünftige Straßenmeisterei Magstadt betreut 289 Kilometer Straßennetz im nördlichen Teil des Landkreises Böblingen. Täglich sind 28 Beschäftigte unterwegs. Die Fahrzeuge der Straßenmeisterei bringen es auf rund 250 000 Kilometer im Jahr.
Für den Winterdienst fallen pro Saison etwa 3600 Stunden an. Außerdem betreuen die Mitarbeiter 45 Regenrückhaltebecken und Amphibienschutzanlagen mit rund 24 Kilometer Länge. Die Straßenmeisterei kümmert sich um drei Tunnel, den Radschnellweg nach Stuttgart sowie rund 250 Bauwerke wie Brücken oder Stützwände.
Der alte Standort in Leonberg dürfte übrigens nicht lange brachliegen: Dort soll das Technische Hilfswerk sein neues Domizil finden. Denn Platzprobleme haben die Leonberger THW’ler schon sehr lange.