Leonberg Stadthalle: Mehr Besucher, aber weniger Geld

Von Thomas K. Slotwinski 

Nur äußerst selten hat der Leonberger Hund auf dem Bürgerplatz Besuch. Foto: factum/Archiv
Nur äußerst selten hat der Leonberger Hund auf dem B ürgerplatz Besuch. Foto: factum/Archiv

Die Zahl der Veranstaltungen nimmt im Jahr 2014 zwar zu. Dennoch ist das Defizit des Stadthallenbetriebes nicht zu bremsen.

Leonberg - Die Stadthalle ist im Aufwind: mehr Veranstaltungen, mehr Besucher, mehr Raumbelegungen, insgesamt eine bessere Auslastung, Und dennoch schreibt die gute Stube der Stadt weiterhin tiefrote Zahlen. Wie passt das zusammen?

Eine Antwort auf diese Frage hat Gottfried Dollansky. „Mehr Veranstaltungen und höhere Besucherzahlen führen nicht automatisch zu einem besseren Betriebsergebnis“, erklärt der Leiter des Rechnungsprüfungsamtes, der die Bilanzen des vergangenen Jahres durchforstet hat.

Zudem sind aufgrund von Tariferhöhungen die Kosten für die elf Stadthallen-Mitarbeiter um rund 12 000 Euro auf knapp 526 000 Euro gestiegen. Die erzielten Erlöse liegen 28 000 Euro unter Plan. Insgesamt beträgt der Betriebsverlust im vergangenen Jahr knapp 595 000 Euro.

Das klingt erst einmal frustrierend. Doch muss generell festgestellt werden, dass Kulturbetriebe, egal in welcher Stadt, ein Minusgeschäft sind. In Böblingen etwa, so weiß Dollansky, werden 650 000 Euro Miese gemacht. Und in dieser Summe sind Sanierungen gar nicht dabei. Insgesamt 1,5 Millionen Euro hat die Stadt Böblingen 2014 in den Erhalt ihrer Halle gesteckt. In Leonberg hingegen belasten Reparaturen den Etat der Stadthalle direkt. „So gesehen steht Leonberg deutlich besser da“, lobt der oberste Rechnungsprüfer.

„Das billigste Theater ist das ohne Aufführungen“, meint denn auch Bernhard Schuler lakonisch. Wenngleich der Oberbürgermeister in der Stadthalle „maßvolle Verbesserungen“ ausmacht. So waren im vergangenen Jahr 57 029 Gäste in der Stadthalle, gut 300 mehr als 2013. Genau 10,43 Euro muss die Stadt im Schnitt pro Besucher drauflegen, 20 Cent weniger als im Vorjahr. Nach oben zeigen zudem die Kurven der Veranstaltungen (619 gegenüber 560 im Jahr 2013), der Raumbelegungen (1103/1014) und die der Veranstaltungstage (316/282).

Während noch vor drei Jahren angesichts des nicht enden wollenden Defizits die Existenz der Stadthalle in Frage gestellt wurde, so steht jetzt der Gemeinderat hinter Leonbergs Hauptveranstaltungsort. Vielmehr wird nunmehr diskutiert, wie das in die Jahre gekommene Gebäude am Stadtpark aufgewertet werden kann. Der Vorplatz, offiziell heißt er Bürgerplatz, wird diesem Namen überhaupt nicht gerecht. Er wirkt leer und verwahrlost. Der dort als Modell ausgestellte Leonberger Hund führt ein Schattendasein.

Das ist nicht das einzige Manko. Die Außenfassade und die Überdachungen machen einen ungepflegten Eindruck. Im Innern ist die Technik veraltet. Gerade für das ertragreiche Kongressgeschäft fehlt es an selbstverständlichen Standards, etwa Beamern in den Tagungsräumen. Die Klimatisierung ist ebenfalls nicht ausreichend.

Mit einfachen Mitteln sollen nun erste Verbesserungen erzielt werden. So könnte die Stadthallen-Gastronomie im kommenden Sommer den Bürgerplatz mit Tischen und Stühlen beleben. Eine Fassadensanierung und bessere Technik sind indes Fragen des Geldes. Und das ist knapp.

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