Leonberg Spielplätze früher erneuert

Von Ulrike Otto 

Die Spielplätze werden jetzt ganz genau unter die Lupe genommen. Foto: factum
Die Spielplätze werden jetzt ganz genau unter die Lupe genommen. Foto: factum

Bis 2017 sollen insgesamt sechs Flächen in Leonberg komplett neugestaltet werden. Ursprünglich war das bis 2020 vorgesehen. Auch kleinere Spielplätze sollen bei Bedarf erhalten bleiben.

Leonberg - Wenn wir uns bei der Sauna nicht einig werden, dann stecken wir das Budget lieber in die Spielplätze.“ Auch wenn der Salz-Gemeinderat Frank Albrecht dies in der Debatte um das Spielplatzkonzept im Sozialausschuss eher scherzhaft in den Raum warf, der Tenor unter den Ausschussmitgliedern war der gleiche: Es muss mehr Geld in die städtischen Spielflächen investiert werden, die größeren Plätze müssen schneller erneuert oder neu gestaltet werden und die kleineren Spielplätze sollen solange wie möglich erhalten bleiben. Darauf einigte sich der Sozialausschuss am Mittwochabend bei einer Enthaltung, und der Planungsausschuss am Donnerstagnachmittag war ebenso einstimmig dafür. Damit waren die Gremiumsmitglieder auch den Empfehlungen der Ortschaftsräte in Höfingen und Warmbronn gefolgt.

Zuvor hatte der Oberbürgermeister Bernhard Schuler den Vorschlag der Stadtverwaltung entsprechend geändert. Dieser hatte vorgesehen, jedes Jahr einen großen Spielplatz neu zu gestalten und zwar für je 150 000 Euro. Bereits fest steht, dass in diesem Jahr die Fläche in der Niederhofenstraße komplett erneuert wird. Für die Folgejahre waren der Verweilplatz Warmbronn (2015), Lohlenbach (21016), Indianerspielplatz Gebersheim (2017), Stadtpark (2018), Wasserbach Silberberg (2019) und Tiroler Straße (2020) vorgesehen.

Dieser Rhythmus sollte auch über 2020 hinaus fortgeführt werden. Bis alle Spielplätze der Stadt dann erneuert wären, würde es demnach 32 Jahre dauern. Allerdings gab Stadtplaner Norbert Geissel zu, dass ein Spielplatz bei guter Pflege in der Regel bereits nach 16 Jahren von Grund auf erneuert werden müsse.

Grund genug für die Räte, Kritik an dem Zeitplan zu üben. „Die Zahlen passen hinten und vorne nicht zusammen“, meinte Martin Riethmüller (Gabl). Weiterer Stein des Anstoßes: der Stadtpark. Der Spielplatz dort war dem neu gebauten Kinderhaus gewichen. Erst 2018 einen neuen zu errichten, sei viel zu spät.

Nach Vorschlägen, das jährliche Budget zu erhöhen oder zu verdoppeln, brachte der CDU-Mann Michael Moroff die entscheidende Idee vor: „Wie wäre es mit 600 000 Euro, für die zwischen 2015 und 2017 fünf Spielplätze gemacht werden?“ Da blieben im Schnitt zwar nur 120 000 Euro pro Fläche. „Das würde uns aber mehr Flexibilität verschaffen“, meinte der Stadtplaner Geissler. Ein weiterer Punkt, der auch von den Ortschaftsräten angesprochen worden war, sind die kleineren Spielflächen.

Fast die Hälfte der Plätze in Leonberg ist kleiner als 500 Quadratmeter, viele sogar kleiner als 300 Quadratmeter. Letztere sollen nun so lange wie möglich erhalten bleiben und je nach Bedarf – etwa der zentralen Lage in einem Wohngebiet oder dem Fehlen weiterer Spielflächen – erneuert werden. Sollte ein Platz aber nur noch mehr oder weniger als „Katzentoilette“ genutzt werden, wie die Familienamtsleiterin Gabriele Schmauder dies nannte, sei zu überlegen, diesen lieber zu schließen.

Worum geht es beim Spielplatzkonzept grundsätzlich? In Leonberg gibt es 74 Spielflächen. Dazu gehören 48 klassische Spielplätze, davon viele an Schulen und Kindergärten, aber auch Basketball- und Bolzplätze. „Bisher war das alles relativ ungeplant. Mit dem Konzept wollen wir nicht oben drauf satteln, sondern eine an den Kindern und Jugendlichen ausgerichtete Planung“, erklärte Schmauder.

Dabei müsse bedacht werden, dass sich die Gesellschaft verändere. Etwa beim Freizeitverhalten von Kindern, durch Konkurrenz von anderen Angeboten, aber auch die frühere Betreuung der Kinder in Krippen oder Ganztagsschulangeboten. Auch die Lage und Entfernung von Spielflächen zueinander und von Wohngebieten soll in das Konzept einfließen. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf den großen Flächen. „Unsere Spielplätze sind alle kleiner als empfohlen wird“, sagte der Stadtplaner. Zudem sollen sie individuell gestaltet werden und sich voneinander abheben.

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