Bunt und hell wird das sanierte Hallenbad sein Foto: factum/Granville

Das sanierte Hallenbad wird bunt und hell. Noch 38 Tage haben die Arbeiter Zeit, um Bad und Sportzentrum fertigzustellen. Der Stadt zufolge wird der Zeitplan eingehalten. Die LKZ hat sich schon mal auf der Baustelle umgesehen.

Leonberg - Der erste Eindruck ist grau. Graue Betonwände, grauer Staub auf den Spanplatten, die die empfindlichen Fliesen bedecken. Vom Parkplatz des Sportzentrums geht es eine Etage nach unten in die neue Eingangshalle des Hallenbades. Viel ist noch nicht zu erkennen. Milchig-weiße Plastikfolien verdecken den neuen gläsernen Eingang und die Fensterreihe. „Dort kommt der Kassentresen hin“, erläutert der Oberbürgermeister Bernhard Schuler und zeigt in eine helle, von Fenstern umgebene Ecke. Der OB hat es sich nicht nehmen lassen, die Presse selbst durch die im Moment größte und wichtigste Baustelle in Leonberg zu führen.

180-Grad-Wende. Das Grau verschwindet und macht einer sommerlichen Farbenpracht Platz. Im blau-gefliesten Schwimmbecken ist das Wasser ganz ruhig und spiegelt die dreieckige Deckenkonstruktion wider. Dort, wo einst braune Stahlstützen das braune Dach trugen, liegen heute apfelgrüne, zitronengelbe und meerblaue Deckenplatten federleicht auf weißen Pfeilern. Drumherum stehen jedoch noch jede Menge Gerüste. Bauarbeiter laufen hin und her, sägen Deckenplatten zurecht oder schließen Kabel an. Noch 38 Tage ist Zeit bis zur offiziellen Eröffnung am Samstag, 21. Dezember – und noch ist viel zu tun. „Wenn ich jemanden auf die Baustelle mitnehme, der kann sich immer gar nicht vorstellen, dass das jemals fertig wird“, sagt der Oberbürgermeister und lacht. Er habe jedoch schon so viele Bauarbeiten zum Beispiel in Schulgebäuden in den Sommerferien begutachtet, die dennoch jedes Mal pünktlich zum Schulbeginn fertig waren. Auch jetzt ist Schuler entspannt. „Wenn der Winter beginnt, öffnet das Bad“, sagt er bestimmt.

Dabei geht es der Stadtverwaltung auch darum, Wort zu halten. „Wir haben gesagt, das Hallenbad wird zum Ende des kalendarischen Herbstes fertig. Das ist der 21. Dezember“, bekräftigt die Stadtsprecherin Undine Binder-Farr. Den Vereinen, die nach anderthalb Jahren Ausweichlösungen künftig montags das Bad einen ganzen Tag lang für sich haben werden, und den Eltern schwimmbegeisterter Kinder, die ihren Nachwuchs in Kursen anmelden möchten, wolle man Verlässlichkeit bieten.

Gefeiert wird die Eröffnung gleich zwei Tage lang. Wobei die Leonberger am Wochenende 21. und 22. Dezember vorerst nur reingucken und noch nicht reinspringen dürfen. Gemeinsam mit den Vereinen und Organisationen wie dem DLRG plant die Stadtverwaltung ein großes Schauprogramm. Da montags künftig nur noch Schulen und Vereine ins Bad dürfen, beginnt der öffentliche Badebetrieb offiziell erst am 24. Dezember.

Von einem Gerüst umrahmt ist die wellenförmige Lampenkonstruktion zwischen Wettkampf- und Nichtschwimmerbecken. Auch sie hat einen weißen Anstrich verpasst bekommen. „Viele haben das ja immer für eine Lampe gehalten. Aber es ist ein Kunstwerk, das architektonisch mit dem Bad verbunden ist“, erläutert Binder-Farr. Also musste es erhalten bleiben. Erhalten sind auch die cremefarbenen Bodenfliesen rund um die Becken. Neue gibt es dagegen im Eingangsbereich und den Duschräumen – ein Wunsch des Gemeinderates.

Aus den ursprünglich veranschlagten 10,5 Millionen Euro, mit denen im März 2012 beim Bürgerentscheid für eine Sanierung des Hallenbades statt eines Neubaus geworben worden war, sind inzwischen 12,9 Millionen Euro geworden. Das liegt laut Oberbürgermeister zum einen an den nachträglichen Wünschen des Gemeinderäte. Zum anderen auch an der Sauna, die jetzt anders gebaut wird als ursprünglich vorgesehen. Sie wird an Weihnachten auch noch nicht wie geplant fertig sein.

Doch nicht nur das Hallenbad ist gründlich aufgehübscht worden. Auch das angrenzende Sportzentrum wird umgestaltet. So sind in der großen Sporthalle die dunklen Holzwände weiß gestrichen worden, und die Gymnastikhalle hat nun durchsichtige Glasfenster statt milchig-weißer. „Alles hat an Licht und architektonischer Qualität gewonnen“, findet der Oberbürgermeister. Vor allem hat der Gebäudekomplex an Farbe gewonnen. Die Architekten des federführenden Büros 4a Architekten haben das alte Farbleitsystem wieder aufgegriffen. Zur Schwimmhalle wird es an der Decke blau, zu den Umkleiden grün, zur Sporthalle orange und zur Gymnastikhalle gelb. „Die Idee ist, dass in der Eingangshalle die Deckenfelder farbig sind und die Besucher entsprechend in die jeweiligen Bereiche leiten“, erklärt Christian Voermann. Sein Kollege Achim Zumpfe hat sogar einst in diesem Hallenbad das Schwimmen gelernt. „Das macht schon mehr Spaß, dieses Bad zu sanieren, anstatt es neu zu bauen“, sagt er mit Blick auf den ursprünglichen Beschluss des Gemeinderates, den die Leonberger beim Bürgerentscheid mit einer deutlichen Mehrheit von 80 Prozent zu Gunsten einer Sanierung gekippt hatten. Ob ihnen das Ergebnis nun gefällt, davon können sie sich von 21. Dezember an selbst ein Bild machen.

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