Ein paar neue Fliesen hat das Leobad bekommen. Ab Samstag ist es dann auch für Besucher offen, nicht nur für Handwerker. Foto: factum/Bach

Am Samstag öffnen das Leobad und das Renninger Bad ihre Tore. Am Wochenende darauf folgen auch das Bädle in Höfingen und in Mönsheim. Der milde Winter hat kaum Schäden hinterlassen. Jetzt fehlt nur noch schönes Wetter.

Leonberg - Wenn es ganz windstill ist und die Sonne scheint, dann fühlt es sich fast schon an wie Sommer. Dort, wo die Leonberger an heißen Juli-Tagen ihre Körper in der Sonne bräunen, wachsen derzeit noch Gänseblümchen. Und da, wo sie sich anschließend die nötige Abkühlung holen, blubbert schon das Wasser. Das Leobad ist – fast – bereit für die Freibadsaison, die diesmal am Samstag, 9. Mai, startet.

Die mittlerweile 26. Saison beginnt dann auch mit einer guten Nachricht. „Es sind diesmal nur kleine Ausbesserungsarbeiten nötig gewesen“, sagt Bäder-Leiter Stefan Hilse. Ein paar Fliesen wurden ausgetauscht, die Tribünen erhielten einen neuen Anstrich. Keine größeren Frostschäden, keine Ausfälle bisher. Der Winter war schließlich mild. Anders als im Vorjahr, als die Sprudelliegen defekt waren. Oder im Jahr 2013, als ein Rohr unter den Becken leckgeschlagen und viel Wasser verloren gegangen war.

Vor 25 Jahren öffnete das Leobad erstmals seine Tore. Wie die Zukunft aussieht, ist indes noch unklar. Laut Bäder-Leiter Hilse ist im Moment alles in Ordnung. Die nächsten zwei Jahre übersteht das Freibad ohne größere Reparaturen, hatte er bereits im vergangenen Jahr im Gemeinderat erklärt. Aber welche Investitionen dann anstehen? „Bei einem Bad in dem Alter weiß man nie so genau. Es kann schon nach 16 Jahren vieles kaputt sein. Oder es ist auch in der 26. Saison noch alles in Ordnung“, meint Hilse.

Über die Zukunft des Leobads machen sich die Kommunalpolitiker hin und wieder Gedanken. Ein konkretes Konzept oder wenigstens einen Zeitplan zur Erarbeitung eines solchen gibt es jedoch nicht. Eine Option, ein Kombibad mit Halle und Freiluft-Becken, ist jedoch nach dem Bürgerentscheid für die Sanierung des Sportzen­trums mit Hallenbad auf lange Sicht vom Tisch. Ein Neubau an anderer Stelle, etwa gemeinsam mit Rutesheimer Beteiligung, wurde auch schon vorgeschlagen, stieß aber auf wenig Zustimmung.

Die meisten Ideen sehen weiter ein Freibad auf dem derzeitigen Grundstück an der Glems und dem Autobahndreieck vor. Auch wenn gerade die Nähe zum Bach Schwierigkeiten mit sich bringt. „Der Grundwasserspiegel ist aber bei den meisten Bädern recht hoch. Denn Freibäder baut man nun mal eher selten am Berg, sondern da, wo die Leute schnell und einfach mit dem Rad hinkommen“, sagt Stefan Hilse, der im bayrischen Deggendorf gearbeitet hat, bevor er nach Leonberg kam.

Noch kein Investitionskonzept

Mit einer großen Investition wie dem Rathaus-Neubau vor der Brust, ist derzeit wenig Spielraum für eine baldige Komplettsanierung oder gar ein gänzlich neues Leobad. Doch die Bäder machten 2013 ein Minus von einer Million Euro (die Zahlen für 2014 sollen noch im Mai veröffentlicht werden). Die SPD-Fraktion im Gemeinderat hatte im vergangenen Jahr im LKZ-Sommerinterview den Vorschlag gemacht, einen Teil der Liegefläche abzutrennen und etwa als Baugrund für Wohnhäuser zu verkaufen. Der Leonberger Oberbürgermeister Bernhard Schuler selbst hatte laut darüber nachgedacht, die Becken zu verkleinern. Das spare Wasser, Energie und Aufsichtspersonal, lautete seine Begründung.

Während einige Fraktionen und Gruppen im Gemeinderat, wie etwa die SALZ, ein baldiges Konzept anmahnen, plädieren die Freien Wähler dafür, dem Ganzen noch etwas Zeit zu geben. „Wenn sich das Hallenbad eingespielt hat und im Leobad noch keine umfassende Sanierung ansteht“, dann gäbe es verlässliche Zahlen, und ein Konzept würde dann auf soliden Füßen stehen, hatte Georg Pfeiffer argumentiert.

Nachdem das Hallenbad, das übrigens bereits am Donnerstag, 7. Mai, zum letzten Mal geöffnet ist, seine erste komplette Saison hinter sich hat, ist Bäder-Leiter Stefan Hilse zufrieden. „Es hat ein bisschen gebraucht, aber jetzt läuft es.“

Die Sanierung fast hinter sich hat dagegen das „Bädle“ in Höfingen, das am Sonntag, 17. Mai, öffnet. Denn über den Winter sind die bisherigen Becken aus Beton durch welche aus Edelstahl ausgetauscht worden. Der Bädle-Verein hat alles in Eigenregie geregelt, von der Stadt gab es einen Zuschuss von 400 000 Euro.

Andere Freibäder

Renningen
Am Samstag, 9. Mai, öffnet auch das Renninger Freibad seine Tore. Große Liegewiese, 50-Meter-Sportbecken, Nichtschwimmer-Becken sowie ein Sprungturm sind die Vorzüge des Bades. Für Frühaufsteher wird dienstags und donnerstags bereits um 7 Uhr aufgemacht. Ansonsten von 8 bis 20 Uhr beziehungsweise im Mai und September von 8 bis 19 Uhr. Schon mal vormerken können sich Wasserraten das Wochenende 11 und 12. Juli. Dann findet die Renninger Beach-Party statt.

Mönsheim
Hier startet die Saison eine Woche später am 16. Mai. Öffnungszeiten: 9.30 bis 20 Uhr, wenn die Witterung es zulässt. Frühaufsteher können donnerstags schon um 8 Uhr rein. Im vergangenen Sommer sind laut Rathaus 23 600 Besucher gekommen. Das sei die schlechteste Zahl gewesen seit der Wiedereröffnung im Jahr 2004. Im Durchschnitt seien es pro Jahr 31 400 Besucher. Die Freibäder haben alle bis zum Ende der Sommerferien auf.

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