Prince Pugent & The Black MambasPrince Pugent & The Black MambasPrince Pungent & The Black Mambas Foto: FACTUM-WEISE

Das Warmbronner Open Air fand zum 28. Mal auf dem Alten Waldsportplatz statt.

Leonberg - Anfangs ist die Veranstaltung noch ein Geheimtipp gewesen. Heute hat sich das Open Air in Warmbronn als ­Pflichtveranstaltung für Live-Musik-Liebhaber etabliert. Die meisten Fans halten dem Festival seit Jahren die Treue – genau wie der Regen. Am Freitag war musikalisch und witterungsbedingt der Tag für die harten Jungs. Samstag und Sonntag eigneten sich dann wegen Unterhaltungsprogramm und Sonne für die ganze Familie.

Am ersten Festival-Tag war das Wetter derart schlecht, dass selbst waschechte Hard-Rock-Fans, die sonst den Ruf haben abgehärtet zu sein, lieber im Trockenen ­sitzen blieben als vor der Bühne zu toben. Die Band „Speak through Uprising“ ­versuchte trotzdem dem Publikum eine gute Show zu ­liefern. Doch nur ab und zu traute sich ­jemand ins Freie. Meist allerdings nur, um mit Plastikbierbecher in der Hand ­zurückzukehren.

Mit einer guten Portion Optimismus versuchen die Besucher am ersten Tag sich die Laune nicht verderben zu lassen – schließlich hat man Eintritt bezahlt. ­Immer wieder hört man: „Das kann ja nicht den ganzen Tag so gehen. Irgendwann hört der Regen sicher auf.“ Wer dem Wetter trotzte und aus Begeisterung für die Musiker die Zelte verließ, bekam von jeder Band eine leidenschaftliche Show geboten.

Wer trotz heißer Klänge frieren musste, konnte sich Ersatzkleidung am Fanartikel- und T-Shirt-Stand besorgen. Dort stehen die guten Seelen der Veranstaltung. Sie arbeiten ohne Lohn. „Es sind seit Jahren die selben Gesichter, die immer wieder dabei sind“, berichtet Christoph Kissel von den Open-Air-Organisatoren. Hauptsächlich Bands aus der Region rund um Leonberg bekommen in Warmbronn die Chance, ihre erste kleine Fangemeinde aufzubauen. „Mehr Zuschauer bekommen wir sonst auch nicht. Es ist ja gerade einmal unser zweiter Auftritt. Es macht Spaß auf einer so großen Bühne zu spielen. Wir sind froh, wenn uns nach heute zehn Leute mehr kennen“, erklärt der Frontmann der Band „Dead-Mans-Hand“. Andere Bands wie die „Firecrackers“ sind schon fast fester Bestandteil des ­Festivals und konnten so einen gewissen Bekanntheitsgrad erreichen. Aus dem Rahmen fiel die Gruppe mit dem aus­gefallenen Namen „The Str(e)ichers“ – eine Punkband mit Geigen. Die erst vor wenigen Wochen entstandene Band fieberte ihrem Auftritt trotz weniger Zuschauer ­entgegen. „Auch wenn wir vor fünf Leuten spielen, ist uns das Wurscht. Hauptsache wir haben unseren Spaß“, versichert der ­Sänger der Gruppe. Ob sie auf die Aftershow-Party gehen werden, wussten sie vor ihrem Konzert noch nicht. Dort traten Discjockeys auf. Traditionell wurde hier in den vergangenen Jahren die Nacht zum Tag gemacht.

Wer sich davon erholt hatte, kam an den folgenden Tagen auf seine Kosten. Deutlich gemütlicher wurde es am Samstag und Sonntag. Da standen neben Hard-Rock auch Hip-Hop und Pop auf dem Musik-Programm. Wer eine Auszeit von der Dauerbeschallung brauchte, konnte sich auf der Nebenbühne das Kulturprogramm ­anschauen. Feuershows, Bauchtanz und eine Lesung am Sonntag sorgten für eine ­abwechslungsreiche Mischung.

Selbst für die Jüngsten unter den ­Besuchern wurde am Sonntag viel geboten: Mal- und Bastelaktionen, Luftballon­basteln, Kinderschminken und ein Clown. Wer an den drei Festivaltagen das Getränkeangebot zu ausgiebig getestet hatte, konnte jederzeit auf den Campingplatz ausweichen – echte Festival-Besucher campen auch bei schlechtem Wetter. Der Tipp der Festival-Veteranen: Beim nächsten Mal ein zweites Paar Socken einpacken.

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