eiß: Die „Freyen Rittersleut“ begeistern auf dem Renninger Weihnachtsmarkt mit einer Feuershow und überreichen danach einen Scheck für die Initiative NotnagelHeiß: Die „Freyen Rittersleut“ begeistern auf dem Renninger Weihnachtsmarkt mit einer Feuershow . Foto: factum/Weise

Leonberg/Renningen/Weil der Stadt - Was wäre ein Weihnachtsmarkt ohne Glühwein? Das beliebte alkoholische Heißgetränk gibt es in vielen Varianten: Wie vielfältig das Glühweinangebot auf den Weihnachtsmärkten in Höfingen, Renningen und Weil der Stadt ist, das haben wir getestet.

Leonberg/Renningen/Weil der Stadt - Was wäre ein Weihnachtsmarkt ohne Glühwein? Das beliebte alkoholische Heißgetränk gibt es in vielen Varianten: Aus Weißwein, aus Rotwein oder einer Weinmischung, veredelt mit den unterschiedlichsten Gewürzen, Fruchtsäften oder Spirituosen. Zu Preisen zwischen 1,50 und 3,50 Euro gibt es ihn sogar als Schwedenpunsch mit Kardamom, als Glühwein mit Orangensaft oder mit Kräutern und heißer Milch. Einen Trend gibt es scheinbar nicht. Wichtig sind die besondere Note und ein typischer Geschmack. Wie vielfältig das Glühweinangebot auf den Weihnachtsmärkten in Höfingen, Renningen und Weil der Stadt ist, das haben wir getestet.

Höfingen

Höfingen

Am kleinen Weihnachtsmarkt in Höfingen auf dem Rathausplatz wechseln sich geschmückte Holzbuden mit Partyzelten ab. Den Stand des Hundesportvereins ziert Schnee, allerdings bei plus vier Grad solcher aus Filz. Hier gibt es weißen Glühwein und Kinderpunsch – und es duftet gut. „Unser Glühwein ist selbst angesetzt, mit Weißwein und Gewürzen“, sagt Edmund Vajdic und zeigt eine Flasche des Württemberger Weißwein Cuvée, der im Glühwein ist. Das Rezept hat der Slowene aus seiner Heimat mitgebracht, wo man weißen Glühwein trinkt. Deutlich schmeckt man ein Gewürz aus dem Glühwein heraus, der in einem Thermobecher mit Schneemannmotiv ausgeschenkt wird. Es ist Zimt. An die 50 Liter von dem Getränk will der Hundesportverein verkaufen. An fast allen Buden wird Glühwein und auch welcher mit Schuss ausgeschenkt. Beim „Höfinger Kunstportal“, dem Stand des Heimat- und Kulturvereins, gibt es einen Künstlerpunsch. Das Künstlerrezept, nach dem der dunkelorangene Punsch gebraut ist, wollen Annelies Hoffmann und Uwe Freund dort am Stand nicht verraten. Deutlich schmeckt man den Maracujasaft aus dem alkoholischen Getränk heraus. Schön wirkt die Orangenscheibe, die an den Rand der Porzellantasse geklemmt ist. Der Handballverein hat Flammkuchen und reicht dazu heißen Kakao und Lumumba – das ist Kakao mit Weinbrand. Reges Treiben herrscht auch am Stand des evangelischen Kindergartens, der mit Reisig und bunten Paketen geschmückt ist. Dort sind die süßen Crêpes so heiß, dass sie noch dampfen und sowohl Kinderpunsch als auch Glühwein sind durch den hohen Anteil an Direktsaft dunkelrot gefärbt. Den Saft schmeckt man auch deutlich heraus und dazu die Nelken im selbst angesetzten Glühwein. Fazit: tolle Auswahl und sehr lecker!

Renningen

Renningen:

Auf dem Kirchplatz rund um die Petruskirche und vor dem Rathaus bilden mehr als 50 Stände den Renninger Weihnachtsmarkt. Die meisten von ihnen stehen dicht beieinander und sind wieder aus bunten, über Holzgestelle gespannten, Zeltplanen aufgebaut. Durch die schmale Gasse zwischen den Ständen schiebt man sich vorbei an allerlei Selbstgebasteltem, Marmelade, gestrickten Mützen, Sternen aus Holz, Engeln und vielem anderen. Bei der Renninger Agenda gibt es Spinat- und Käsewaffeln, Süßes aus der Kinder-Pralinenwerk-statt und Marmelade. Punsch oder Glühwein gibt es dort nicht. „Das einzig alkoholische, was wir haben, ist das Weingelee“, lacht Erwin Eisenhardt. Klassischen roten Glühwein schenkt der Angelclub nebenan aus, wie überall auf dem Renninger Markt in schlichten weißen Porzellantassen. Der ist zugekauft und wärmt die kalten Finger. „Wir hatten auch schon Glühmost, aber der kam nicht so an“, sagt einer der Angler. Die Nürnberger Bratwürste auf dem Holzkohlegrill des Renninger Schwimmclubs duften lecker. Auch der Heidelbeerglühwein darf auf dem Markt nicht fehlen und ein Stand verkauft gar alkoholische Crêpes mit Rum und Eierlikör. Der Männergesangverein „Frohsinn“ setzt beim Glühwein auf eine Württemberger Weinmischung. „Wir kochen nach einem alten Vereinsrezept aus sieben Teilen Rot- und zwei Teilen Weißwein“, verrät Thomas Bentel. Dazu kommen Glühweingewürz, Zucker und geschnittene Orangen und Zitronen. Sechs Kisten Wein verbraucht der Verein alleine am Samstag, dem ersten der beiden Markttage. Der Weingeschmack dominiert dann auch im Glühwein. Beim Gewerbe- und Handelsverein gibt es warmen Vitaminpunsch ohne Alkohol, die regionale CDU macht „Glübo“, einen Glühwein veredelt mit Bockbierwürze, der in Flaschen heiß gemacht und auch darin ausgegeben wird. Dagegen setzt man bei den Freien Wählern traditionell auf die Feuerzangenbowle. Bei der kleinen „Feuershow“ tropft der entzündete 54-prozentige Rum über den Zuckerhut in die mit Nelken und Zimt verfeinerte Weinmischung. Fazit: Interessante Mischung, die schmeckt!

Weil der Stadt

Weil der Stadt:

Zwei Tage ist er nur lang, der Weiler Weihnachtsmarkt. Ganze 80 Stände reihen sich ab der Ecke Badtorstraße die Stuttgarter Straße hinauf recht dicht aneinander, bis zum Marktplatz, wo sie kleine Gassen bilden. Es ist mächtig viel los, obwohl es am Samstagabend leicht regnet. Es gibt dort an den Ständen nahezu alles, was man zu Weihnachten an Kleinigkeiten braucht. Beim Narrenbrunnen, am Stand der Schlehengeister, herrscht dichtes Gedränge. Hier gibt es den berühmten Schlehenlikör, warm und pur im kleinen Plastikbecher mit Zimtkrone und Sahnehäubchen oder als Schuss im Glühwein aus der Glastasse. Melina und Leonie, die mit ihrer ganzen Clique den Markt besuchen, setzten auf den puren Glühwein, der wie in jedem Jahr zwar zugekauft, doch im Geschmack typisch ist und sehr lecker schmeckt. Mehr als 300 Liter wollen die Schlehengeister an den zwei Markttagen davon verkaufen. „Was den Glühwein noch toppt, ist der warme Schlehenlikör“, sagt Schlehengeist Mark Pfeifer. Der Likör ist mit eingelegten Schlehen aus der Region selbst gemacht, kommt auf 20 Prozent Alkohol und schmeckt süß.

Vor der Stankt Peter und Paul-Kirche stehen erstmals zum Weiler Weihnachtsmarkt weiße Zelte eines mittelalterlichen Marktes. Fackeln und wärmende Feuerschalen erleuchten den Platz dort. „Überlebt hab ich im Frachtraum Genossen und hab unser Schicksal in Ehren begossen“, klingt das Minnelied eines Barden. Nebenan gibt es dazu passend weißen Met, wie fast überall auf dem Weiler Markt in einer schönen Glastasse. „Das ist Metwein, also anstatt Traubensaft wird Honig vergoren und mit Gewürzen verfeinert“, erklärt der freie Ritter Reinfried aus Pforzheim. Entsprechend süß schmeckt das heiße Getränk. Gegenüber fliegen Funken von einem Feuer auf, über dem ein Schmid ein Eisen bearbeitet, während unten auf der Stuttgarter Straße der Nikolaus Erdnüsse aus seinem Sack verteilt. Fazit: Zu der schönen Stimmung passt der Schlehenlikör hervorragend!

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