Nicht nur Leonberger Hunde sind an Silvester unter Stress. Foto: Andreas Gorr

Wenn sich das Jahr 2015 mit einem lauten Knall verabschiedet, ist das für die Hunde, Katzen oder Kanarienvögel oft der pure Stress. aber tut man idealerweise, damit der beste Freund des Menschen um Mitternacht ruhig bleibt?

Leonberg/Renningen - Wenn sich das Jahr 2015 mit einem lauten Knall verabschiedet, ist das für die Hunde, Katzen oder Kanarienvögel oft der pure Stress. Die krachenden Böller und die hellen Raketen lassen die Tiere glauben, in einem Kriegsgebiet zu leben. Was aber tut man idealerweise, damit der beste Freund des Menschen um Mitternacht ruhig bleibt?

Der Renninger Tierarzt Holger Hohlweg sagt: „Jedes Tier reagiert unterschiedlich.“ Manche seien panisch, würden sich verstecken, andere blieben völlig cool. Je nachdem, ob die Tiere vorher schon traumatisiert sind oder waren.

Wichtig ist für Hohlweg: „Die Menschen sollten Ruhe ausstrahlen und nicht selbst in Panik verfallen.“ Schließlich würden die Vierbeiner genau beobachten, wie sich Herrchen und Frauchen verhalten. Das gilt übrigens nicht nur an Silvester.

Holger Hohlweg fallen da einige Geschichten ein: „Ich hatte mal eine Frau, die sich mit ihrem Pudel vor Tierarztterminen derart reingesteigert hat, dass das Tier schon mit Fieber hier ankam.“

Also: Gelassen bleiben, vielleicht für Ablenkung sorgen, zum Beispiel mit ein wenig sanfter Musik als Kontrastprogramm. Wenn das Tier extrem lärmempfindlich ist , wäre sogar ein Kopfhörer möglich. Wenn dieser denn akzeptiert wird . . .

Das Kreis-Tierheim in Böblingen und die bundesweite „Aktion Tier“ geben zudem weitere wichtige Hinweise:

Heimhaltung An Silvester sollten Hunde unbedingt in die Wohnung. Katzen sollten sogar schon einen Tag vorher nicht mehr herausgelassen werden.

Leinenpflicht Schon zwei Tage vorher die Hunde anleinen, vor allem aber am letzten Tag des Jahres. Sonst laufen sie bei Detonationen panisch ganz weit weg.

Gelassenheit Am besten sucht man in der Wohnung ein ruhiges Plätzchen für das Tier. Wenn es ängstlich ist, nicht extra streicheln oder beruhigen, das verstärkt die Panik des Hundes noch.

TV und Radio Wenn im Hintergrund der Fernseher oder Musik zu hören sind, lenkt das vom Feuerwerk ab.

Alleine böllern Wer selbst Raketen oder Chinakracher zündet, auf keinen Fall den Vierbeiner mitnehmen. Sonst besteht Verletzungsgefahr für Gehör und Augen.

Bleigießen ohne Tier Das Wasser wird durch den Silvesterbrauch selbst bleihaltig und damit giftig für die Tiere. Daher Fiffi oder Mietzi unbedingt davon abhalten, dieses zu trinken.

Käfige abdecken Vögel oder Meerschweinchen werden am besten geschützt, wenn ihre Käfige mit einem Tuch großräumig abgedeckt werden.

Nicht schimpfen Der Stress wird durch solche Straf-Aktionen weiter erhöht, und hilft überhaupt gar nichts.

Beistand „Wichtig ist, die Haustiere nicht alleine zu lassen“, erklärt Ursula Bauer von der Aktion Tier. Wenn die Bezugsperson anwesend ist, bedeutet das Geborgenheit und Schutz für Hund oder Katze.

Und sonst? Katzen und Hunde verhalten sich übrigens kaum anders. „Wenn sie ängstlich sind, ziehen sie sich eher zurück, dann sollte man sie in Ruhe lassen“, sagt der Renninger Tierarzt Holger Holberg.

Auch für Herrchen oder Frauchen gibt es übrigens ein Entspannungsprogramm: Das Böblinger Tierheim bietet gleich am Sonntag, 3. Januar, um 14 Uhr ein Tierschutz-Café zum gemütlichen Treffen.

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