Wo sich B 295 und Autobahn A 8 treffen, stehen jetzt Rotlichtblitzer. Foto: factum

Wer kennt die Situation nicht: Mit Schwung fahren viele Autofahrer den Berg von Renningen kommend oberhalb der Autobahn Richtung Leonberg. Dort und an den Autobahn-Ausfahrten Leonberg West stehen jetzt Rotlichtblitzer.

Leonberg/Renningen - Wer kennt die Situation nicht: Mit Schwung fahren viele Autofahrer den Berg von Renningen kommend oberhalb der Autobahn Richtung Leonberg. Oder sie verlassen die Schnellstraße, fahren auf der Ausfädelspur – und geben kurz vor der Ampel noch einmal kräftig Gas. „Das ist eine gefährliche Situation, die im vergangenen Jahr zu 18 Unfällen geführt hat“, erklärt Undine Thiel, die Sprecherin der Stadtverwaltung.

Dazu kommt laut Polizei eine schwer zu beziffernde Zahl von Beinahe-Unfällen an der neuralgischen Kreuzung von B 295 und Autobahn 8. „Viele fahren einfach trotzdem bei Rot über die Kreuzung“, so die Aussage der Verkehrspolizei. Die Ordnungshüter haben daher immer wieder angemahnt, doch an der Stelle Rotlicht-Blitzer aufzustellen.

Diesem Appell ist die Stadt jetzt nachgekommen. Noch im alten Jahr wurden die Starenkästen aufgestellt. Und zwar am Ende der beiden Autobahn-Ausfahrten aus Richtung München oder Karlsruhe. Wobei letzterer Blitzer schwenkbar ist: „Er kann also auch die Autos kontrollieren, die aus Richtung Renningen von der B 295 kommen“, berichtet Undine Thiel.

Noch sind übrigens in den Kästen nicht permanent Kameras. Die Stadt wechselt sie mit den schon bestehenden Rotlicht-Blitzern am Rathaus, in der Südrandstraße und in der Friedhofstraße aus. „Es kann Sie aber jederzeit treffen“, mahnt die städtische Sprecherin.

Im Haushalt der Kommune sind zudem bereits 83 000 Euro für dieses Jahr eingeplant. Damit sollen zwei permanente Kameras für die beiden Kästen gekauft werden. „Wir jonglieren derzeit noch und testen ein wenig aus“, so Thiel.

Wann die neuen Geräte eingebaut werden, steht noch nicht fest. Die Stadt erhofft sich jedenfalls, dass dieser Unfallschwerpunkt entzerrt wird. „Uns geht es nicht ums Geldverdienen“, versichert Thiel. „Es gibt wohl kaum andere Blitzer, die in der Bevölkerung auf mehr Verständnis stoßen.“ Neben den Rotlicht-Blitzern hat die Stadt mobile Radarfallen im Einsatz, mit denen Schnellfahrer dingfest gemacht werden.

Im Gemeinderat wurde jüngst über das Für und Wider von weiteren Tempo-Blitzern diskutiert. Als Ergebnis werden für Warmbronn und Höfingen sogenannte „Tempo-Anzeigetafeln“ gekauft. Das sind Displays, auf denen die aktuelle Geschwindigkeit angezeigt wird („Sie fahren ...“), verbunden mit Smileys.

Wird das Tempolimit eingehalten, lacht das Gesicht, wenn nicht, schaut es traurig. Das kennt man aus anderen Kommunen und hat einen erzieherischen Effekt.

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