Jugendliche helfen Kindern. Foto: factum/Granville

Die Schülermitverantwortung der Gerhart-Hauptmann-Realschule feiert einen großen Erfolg mit ihrem Aufruf an alle 19 Klassen, Geschenkpakete für notleidende Kinder in Albanien vorzubereiten. Es kommen 59 Präsentschachteln zusammen.

Leonberg - Stolz schichten die Schülerinnen und Schüler der Gerhart-Hauptmann-Realschule (GHR) die Pakete im Foyer der Schule auf. Die 59 Kartons bilden schon eine kleine Wand, hinter der sich die Jüngeren fast verstecken können. Die Jugendlichen, die sich alle in der Schülermitverantwortung (SMV) engagieren, sind zufrieden, denn sie wissen, dass sich in Kürze 59 Kinder in Albanien über den Inhalt der Pakete freuen werden.

Mit der ersten SMV-Aktion im Schuljahr 2012/2013 stehen die Schülerinnen und Schüler der Gerhart-Hauptmann-Realschule Kindern bei, mit denen es das Leben nicht so gut meint und die sich nicht so viel leisten können wie sie selbst. Die Schule beteiligt sich nämlich an der Aktion „Kinder helfen Kindern“ der Hilfsorganisation Adra Deutschland.

„Die Anregung kam von Brigitte Thiel, der Mutter eines unserer Schüler, die diese Aktion schon seit mehreren Jahren betreut“, sagt die Verbindungslehrerin Ina Gutekunst. Die beiden SMV-Lehrer Gutekunst und ihr Kollege Jens Reina-Schiffers haben daraufhin die 38 Klassensprecher der GHR in der ersten SMV-Sitzung Anfang Oktober über diese Aktion informiert mit der Bitte, dass sie diese Informationen an ihre Klassen weitergeben mögen.

„Unser Hauptgedanke war der, dass sich jeder Schüler beteiligen kann, egal wie alt er oder sie ist“, sagt Ina Gutekunst. Denn jeder Schüler habe Spielsachen zuhause, die noch völlig in Ordnung seien, aber die man trotzdem einem anderen Kind schenken wolle. „Außerdem musste ja niemand einen Karton alleine packen, sondern die gesamte Klasse konnte sich um einen Karton kümmern und ihn mit Spielsachen, Schulsachen, Hygieneartikeln wie Zahnbürste oder Kamm, Süßigkeiten sowie Wärmespendern wie Mütze, Schal oder Handschuhe packen.“

Das Mitmachen war keine Pflicht, sondern jeder Schüler durfte entscheiden, ob er sich beteiligt oder nicht. Doch der Eifer sei überwältigend gewesen. „Plötzlich bekam die Aktion eine tolle Eigendynamik und alle Klassen machten mit“, sagt die Lehrerin Ina Gutekunst erfreut. In den Klassen wurde festgelegt, was jeder bringen kann und will. „Auch die Eltern haben gerne mitgemacht, denn vieles wurde auch neu gekauft“, sagt die SMV-Lehrerin.

So können die 19 Klassen der Gerhart-Hauptmann-Realschule am Ende der Aktion insgesamt 59 Hilfspakete auf den Weg nach Albanien schicken, denn in diesem Jahr sammelt Adra in Baden-Württemberg Pakete für das arme Balkanland. „In den 13 Jahren, seit es die Adra-Aktion ,Kinder helfen Kindern’ gibt, haben wir auch Pakete in andere Länder im ehemaligen Jugoslawien oder nach Moldawien geschickt“, erinnert sich die Leonbergerin Brigitte Thiel.

Mit fast 400 000 solcher Hilfspakete in den 13 Jahren hat die adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe dafür gesorgt, dass Kinder in armen Familien und Kinder in Heimen zu Weihnachten nicht leer ausgehen, sondern ein Geschenk erhalten haben. Die Aktion „Kinder helfen Kindern“ ist dabei nur eines der Adra-Projekte, denn der Schwerpunkt liegt bei Projekten in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Ernährung, also Hilfe zur Selbsthilfe, damit die Not der Kinder und ihrer Familien dauerhaft gelindert wird. „Es ist immer gut, wenn die Kinder und Jugendlichen lernen, etwas vom eigenen Wohlstand abzugeben, im Wissen, dass es vielen Kindern nicht so gut geht “, lobt die GHR-Schulleiterin Christiane Schwellinger die Aktion. „Etwas Eigenes abzugegeben und sich dabei vorzustellen, was ein anderes Kind wohl benötigen könnte, ist ein gutes Lehrstück gewesen“, meint die Pädagogin.

Derweil ist im Schulfoyer plötzlich viel Bewegung. Die Schüler schnappen sich die Pakete und laden das Auto von Brigitte Thiel voll. „Das haben wir gut gemacht“, meint eine Achtklässlerin stolz und verfrachtet ein weiteres Paket ins Auto.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: