Die Polizei muss ins Einkaufszentrum Foto: dpa

In der Stadtmitte muss die Polizei gegen Randalierer vorgehen. Ein Drogenabhängiger und zwei Betrunkene machen Ärger im Einkaufszentrum.

Leonberg - Ein solcher Fall alleine ist schon ­extrem selten“, sagt Frank Natterer, der Pressesprecher der Böblinger Polizei, „aber mehrere an einem Tag, das ist eine absolute Besonderheit.“ Die Beamten sind am Montag gleich zwei Mal wegen ­gewalttätiger Kunden nach Leonberg in die Geschäfte der neuen Stadtmitte gerufen worden. Kurz vor 15 Uhr attackierte ein Drogenabhängiger in einem großen ­Elektronikgeschäft den Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes, kurz vor 22 Uhr ­randalierten zwei Betrunkene in einem Supermarkt.

Ein 32-Jähriger wollte am Montag­nachmittag ein Handy kaufen. Der Mann hatte jedoch keinen Personalausweis dabei und bekam das gewünschte Telefon ­deshalb nicht. Er fing nach An­gaben der Polizei daraufhin an, die Kunden des großen Elektronikmarktes an der Leonberger Straße zu beschimpfen. ­Danach legte er sich mit dem 44 Jahre alten Mitarbeiter des hauseigenen Sicherheitsdienstes an. „Der Angreifer zog seinen ­Gegner zu Boden und schlug ihm mit der Faust ins Gesicht“, sagt Natterer, „der 44-Jährige wurde durch die Attacke leicht verletzt. Es waren mehrere Beamte notwendig, um den Randalierer festzunehmen.“Der Angreifer ist bei der Polizei seit ­vielen Jahren bekannt. „Der Mann tritt ­immer wieder in Erscheinung“, sagt der Polizeisprecher, „der Drogenab­hängige ­befand sich offenbar in einer seelischen Ausnahmesituation und wurde in eine ­psychiatrische Klink gebracht.“

Nicht weit vom ersten Einsatzort entfernt, in einem Supermarkt an der Römerstraße, mussten die Beamten am Montag das ­zweite Mal zupacken. „Zwei angetrunkene Männer sind am späten Montagabend in Einkaufswagen durch die Regale des ­Marktes gefahren“, berichtet Natterer, „als sie vom Sicherheitsdienst Hausverbot ­erhielten, kam nur einer der beiden der Aufforderung nach.“ Während sein 34-jähriger Begleiter sich leise aus dem Staub machte, legte sich der 39-Jährige mit dem Sicherheitsmann an und schlug ihm ebenfalls mit der Faust ins Gesicht. Der Angreifer konnte durch die spontane Mithilfe von zwei ­Kunden des Supermarktes zwar beruhigt werden. „Doch als sich die Polizei näherte, wurde der Mann sofort wieder aggressiv“, sagt Natterer, „er näherte sich den Beamten bedrohlich. Deshalb wurde er zu Boden gebracht und festgenommen.“ Der Einsatz der Polizei stieß beim ­Leiter des Supermarktes auf wenig Gegenliebe. „Dort hatte man offenbar Angst um das Image des Ladens“, sagt Natterer, „unser Vorgehen wurde vom Marktleiter sogar als übertrieben kritisiert.“ Der Polizei­sprecher begründet das Vorgehen seiner Kollegen mit dem Stichwort Eigensicherung: „Wenn wir bedroht werden, können wir kaum Rücksicht auf die Einrichtung nehmen.“ Auch der Hinweis, dass der ­Polizeieinsatz den Supermarkt vor ­weiterem Schaden bewahrt habe, sei bei dessen Chef auf Unverständnis gestoßen, berichtet der Sprecher.

Bei dem 39-jährigen Angreifer wurde deutlich mehr als ein Promille Alkohol nachgewiesen. „Er verbrachte die Nacht zum Dienstag in der Ausnüchterungszelle“, berichtet Frank Natterer.

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