Graffiti, Dreck, Sanierungsbedarf – das alte Parkhaus Foto: factum/Granville

Ab Mitte 2015 soll das bisherige Gebäude abgerissen und ersetzt werden. Für die Bauzeit will die Stadt Ausweichstellplätze anbieten. Keinen Fortschritt gibt es bislang bei der Tiefgarage unter dem Marktplatz. Der Vertrag des Betreibers läuft bis Oktober 2016.

Leonberg - Im ersten Halbjahr 2016 will die Stadt das neue Parkhaus am Bahnhof in Betrieb nehmen. Das zumindest verkündet der Erste Bürgermeister Ulrich Vonder­heid, dem die Stadtwerke unterstehen. Diese wiederum werden das neue Parkhaus betreiben. Die Entscheidung für den Neubau, der mitsamt dem Abriss 5,1 Millionen Euro kosten soll, war vor rund einem Jahr gefallen. Damit der Eröffnungstermin gehalten werden kann, soll noch vor Weihnachten ein Vertrag mit der Deutschen Bahn geschlossen werden, der das entsprechende Grundstück gehört. Der Erste Bürgermeister spricht dabei zwar von einer „Übernahme“. Im Investitionsplan der Stadtwerke sind unter dem Punkt „Grunderwerb“ jedoch 400 000 Euro für dieses Jahr eingeplant.

Das jetzige Gebäude ist bereits 40 Jahre alt und wahrlich kein Schmuckstück. Graffiti zieren die Wände, das Treppenhaus wird mitunter auch als Urinal zweckentfremdet. Und in den Abendstunden waren die oberen Parkdecks immer wieder Anlaufpunkt für trinkfreudige Jugendliche. Letzterem hat die Stadt schon vor einiger Zeit einen Riegel vorgeschoben in Form eines Sicherheitsdienstes, der regelmäßig kontrolliert.

Damit lassen sich aber nicht die grundlegenden Probleme des Gebäudes mit vier Parkdecks lösen. „Es besteht erheblicher Sanierungsbedarf“, sagt Vonderheid. Eine Sanierung lohne sich aber nicht, deshalb sei die Entscheidung für einen Neubau gefallen. Die Planungen dafür seien in vollem Gange. Ein externes Planungsbüro arbeite an dem Projekt.

Einen Starttermin gibt es hingegen noch nicht. Doch der Finanzbürgermeister hofft, dass Mitte des kommenden Jahres der Startschuss fallen kann. Dann soll es 450 Parkplätze auf vier Etagen geben. „Damit ist das neue Parkhaus wesentlich größer als das alte“, erklärt der Erste Bürgermeister. Etwa 300 Stellplätze werden von umliegenden Firmen für ihre Mitarbeiter fest angemietet. Für die Bauzeit, wenn die jetzigen Plätze wegfallen, soll es eine Übergangslösung geben. „Wir werden Ersatzparkflächen zur Verfügung stellen, die fußläufig zu erreichen sind“, verspricht Vonderheid. Man sei bereits in Gesprächen mit Grundstückseigentümern, um deren Flächen anzumieten.

In der jüngsten Diskussion um eine fehlende öffentliche Toilette im gegenüber liegenden Bahnhofsgebäude ist auch das Thema Sauberkeit im Parkhaus angesprochen worden. „Die jetzige Situation ist kein Aushängeschild für Leonberg“, gibt der Erste Bürgermeister zu. Ein Plan für den Neubau existiere noch nicht, man werde sich aber um eine angemessene Reinigung kümmern. „Es wird auf jeden Fall eine erhebliche Verbesserung geben. Wir sind dabei, eine Lösung für die Toilette zu finden, entweder im Bahnhofsbereich oder im neuen Parkhaus. Das ist aber auch abhängig von den Plänen der Architekten“, erklärt Ulrich Vonderheid. „Für Geschmacksfragen ist aber mein Kollege Klaus Brenner zuständig“, ergänzt er scherzhaft und verweist bei Gestaltungsfragen an den Leonberger Baubürgermeister. Kaum Neues gibt es dagegen in Sachen Parkhaus unter der Altstadt samt Hanggarage. Dieses gehört zwar der Stadt, wird aber derzeit von der Firma Südpark betrieben. Dieser Vertrag laufe bis zum 16. Oktober 2016, erklärt Ulrich Vonderheid. „Wir sind im Gespräch über eine vorzeitige Übernahme des Betriebs durch die Stadtwerke.“ Der Betreiber kenne den Wunsch, aber es sei alles Verhandlungssache. Im ersten Quartal will die Stadtverwaltung dem Gemeinderat das weitere Vorgehen präsentieren und dies mit dem Gremium abstimmen. „Im Rahmen der Haushaltsreden hatte es dazu ja auch einige Anmerkungen und Anträge gegeben. Das wollen wir auch berücksichtigen“, merkt der Erste Bürgermeister an.

Dazu gehört unter anderem, die Zu- und Aufgänge freundlicher und übersichtlicher zu gestalten sowie das Parkleitsystem zu verbessern. „Nach 30 Jahren gibt es auch hier einen Sanierungsbedarf.“ Dafür sind im Investitionsplan der Stadtwerke 1,2 Millionen Euro vorgesehen, 695 000 Euro davon allein im kommenden Jahr.

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