Die Gastromeile Foto: LKZ

Beim Altstadtrundgang der Frauen-Union mit dem Baubürgermeister Klaus Brenner kommen viele Themen zur Sprache.

Leonberg - Dem einen sind die Sitzbänke am Marktplatz zu hoch, dem anderen zu niedrig. Der eine wünscht sich dort mehr Parkplätze, der andere einen komplett autofreien Marktplatz. Keine leichte Aufgabe für den Leonberger Bau-Bürgermeister Klaus Brenner. Der hat sich mit einer kleinen Gruppe interessierter Bürger auf dem Marktplatz zu einem Rundgang getroffen. Denn der historisch gewachsene Platz soll schöner und vor allem funktionaler werden. Einiges sei bereits umgesetzt, berichtete Brenner und erläuterte die Neuerungen. Manches müsse allerdings warten, da momentan das Geld dafür fehle. Organisiert wurde das Treffen von der Frauen-Union im Rahmen ihres Sommerferienprogramms.

„Dieses Jahr haben wir uns den Marktplatz herausgesucht – und das nicht ohne Grund“, sagte Elke Staubach, die Vorsitzende der Frauen-Union Leonberg und der CDU-Fraktion im Gemeinderat. Denn der Marktplatz müsse weiter optimiert werden. 2014 hatte die CDU-Fraktion in einer Umfrage die Wünsche der Bürger eingesammelt. „Die Wünsche sind sehr unterschiedlich und reichen von Sauberkeit, über Lärm, bessere Öffnungszeiten der Lokalitäten, dem Wunsch nach mehr Sitzmöglichkeiten, vor allem höheren, für Senioren, bis hin zu den Parkmöglichkeiten“, informierte Staubach. Vor allem Frauen wollten nicht in die Hanggarage unter dem Marktplatz hineinfahren, weil diese vielen zu dunkel sei. Und das holprige Kopfsteinpflaster, das sei vor allem für Senioren mit dem Rollator, aber auch für Rollstuhlfahrer und für Kinderwagen ein Problem.

Der Leonberger Gemeinderat hatte 200 000 Euro für den Marktplatz zur Verfügung gestellt. Mit dem Geld wurden bereits Sitzbänke am unteren Marktplatz angeschafft und ein einheitlicher Bereich für die Außengastronomie auf der Ostseite geschaffen. Dazu wurde das Kopfsteinpflaster dort verfugt. Zug um Zug werden zudem Pflanzkübel mit weißem Hibiskus aufgestellt und die bisherigen violetten Metallsitzbänke gegen neue, demontierbare Holzbänke ausgetauscht, die in der Sitzhöhe unterschiedlich hoch sind. Weitere verfugte Bereiche, in denen der Marktplatz besser mit Rollatoren überquert werden kann, sollen folgen und zudem im Herbst eine einheitliche, energiesparende und gestalterisch passende LED-Beleuchtung. Für die Verfugungsarbeiten habe es 100 000 Euro Nachschlag gegeben, berichtete der Baubürgermeister.

Etwas Geld ist noch übrig, das reicht aber nicht für all zu große Sprünge. „300 000 Euro ist für einen Marktplatz wirklich nichts. Andere Städte geben locker zwei bis drei Millionen für so einen Marktplatz aus“, sagte Brenner, der sich gut vorstellen könnte, dass das holprige Kopfsteinpflaster des Marktplatzes, zwischen dem derzeit Gras wächst, einheitlich verfugt werden könnte. Das Geld für die komplette Verfugung sei momentan aber nicht da und die Marktplatzumgestaltung müsse als ein ständig fortschreitender Prozess gesehen werden, betonte er.

Für große Aufregung hätten die Parkplätze gesorgt, die der neuen „Gastromeile“ im Bereich des oberen Marktplatzes zum Opfer gefallenen seien, der weiterhin mit dem Auto befahren werden könne, berichtete der Bürgermeister. Mindestens zwei neue Parkplätze seien dort auf der Westseite geschaffen worden, weil der Behindertenparkplatz verlegt wurde. Weitere sechs Parkplätze seien im rückwärtigen Bereich, an der Zwerch- und Klosterstraße und bei der Stadtkirche entstanden.

Ein neuer Flyer der Stadt informiert darüber. Auch die Parkgarage unter dem Marktplatz war ein Thema. Diese wird im Herbst von den Stadtwerken übernommen, deren Zugänge und Inneres sollen dann freundlicher gestaltet werden.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: