Die Marschrichtung ist klar: Die FDP will wieder in den Landtag einziehen. Foto: dpa

Die FDP im Kreis Böblingen spricht sich beim Neujahrsempfang Mut für die Landtagswahl 2016 zu. Die Partei müsse sich am eigenen Schopfe aus dem Sumpf ziehen, sagt der stellvertretende Fraktionschef im Landtag, Jochen Haußmann, in Leonberg.

Leonberg - Wenn ich Ihnen einen Tipp geben darf: Gucken Sie, dass beim Flugfeldklinikum die Bodenplatte richtig gemacht und Kabel fest verpresst sind. Bei uns hat das zu Mehrkosten von 30 Millionen Euro geführt.“

Mit dieser gleichzeitig scherzhaft und erst gemeinten Bemerkung beendete Jochen Haußmann seine Rede beim Neujahrsempfang der Kreis-FDP am Dienstagabend im Stadtmuseum Leonberg. Haußmann ist nicht nur stellvertretender Vorsitzender seiner Fraktion im Landtag, sondern auch im Kreistag Rems-Murr.

Dort wurde bekanntlich im Sommer in Winnenden ein Zentralklinikum eröffnet, das den Kritikern der Flugfeldklinik angesichts eines 26-Millionen-Euro-Verlusts allein im ersten Halbjahr als drastisches Negativbeispiel dient.

„Das Thema Krankenhaus hat mich wirklich umgetrieben“, sagte der Schorndorfer. Erst kürzlich habe er die Klinik in Herrenberg besucht. „Es wird eine Herausforderung sein, bei Ihnen die Grund- und Regel- sowie die Notfallversorgung sicherzustellen. Aber wir müssen auch Kliniken erhalten, die vielleicht nicht wirtschaftlich sind, aber aus einem ganzheitlichen Versorgungsansatz heraus notwendig sind“, sagte der Liberale. Er wertete es auch als Erfolg der FDP, dass die Sozialministerin Karin Altpeter (SPD) in diesem und dem kommenden Jahr eine halbe Million Euro in die Hand nehmen will, um die Kliniklandschaft in Baden-Württemberg und deren Zukunft genauer unter die Lupe zu nehmen.

Das Ziel von Haußmanns Vortrag, aber auch das seiner Einladung nach Leonberg, ist klar: 2016 will die FDP wieder in den Landtag einziehen. Und damit dem Negativtrend der vergangenen Jahre in Deutschland trotzen. „Wir wollen weiterhin im Parlament ein Wörtchen mitreden“, bekräftigte der Schorndorfer. „Mit neuem Logo, Farben, Leitbild und Selbstbewusstsein schicken sich die Freien Demokraten an, sich wie einst Münchhausen am eigenen Schopfe aus dem Sumpf zu ziehen.“

Damit das Vorhaben nicht zum Ritt auf der berühmten Kanonenkugel gerät, legte Jochen Haußmann mit vielen landespoltischen Themen nach: vom Straßenausbau bis Schienenverkehr, vom Wirtschaftsstandort bis zum Schuldenhaushalt. Mit FDP-Stammthemen punkten, den Grünen und Roten trotzen und ihnen ihre vermeintlichen Fehler vor Augen halten.

Wenngleich von der Konkurrenz, so sprach der Erste Bürgermeister Ulrich Vonderheid als Gastgeber den Liberalen Mut zu. Leonberg und Umgebung seien zwar keine Hochburg für die FDP, aber immerhin noch „eine stabile Burg“.

Auch der CDU-Politiker blickte auf die Landtagswahl voraus und hofft auf einen Verbleib des früheren Koalitionspartners im Parlament. „In diesem Jahr muss Anlauf genommen werden, um im nächsten Jahr die Latte zu überspringen und nicht knapp zu reißen“, lautete sein Rat in Bezug auf die Fünf-Prozent-Hürde, die zuletzt zu oft zum unüberwindbaren Hindernis geworden ist.

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