Zwei Windräder könnten 2014 am Frauenkreug entstehen. Foto: dpa

Bei der ersten Bürgeranhörung in Rutesheim zur Windkraft gibt es keinen nennenswerten Widerstand. Für die auf Leonberger Gemarkung geplanten Rotoren existiert bereits ein Zeitplan: in weniger als zwei Jahren könnten die Anlagen in Betrieb gehen.

Leonberg - Die Energiewende wird die Landschaft verändern. Langsam wird diese Aussicht konkret. Auch im Südwesten werden viele Windräder entstehen, einige davon im Kreis Böblingen. Geht es nach dem Willen des Verbands Region Stuttgart, kurz VRS, sollen von 96 Standorten zehn im Landkreis liegen. Bei der ersten Bürgeranhörung in Rutesheim gibt es dagegen keinen nennenswerten Widerstand. Für die auf Leonberger Gemarkung geplanten Rotoren existiert bereits ein Zeitplan: in weniger als zwei Jahren könnten die Anlagen in Betrieb gehen.

Zwei Windräder würden dann auf der ehemaligen Erddeponie oberhalb der Autobahn aus dem Boden wachsen. Hier ist man schon ein gutes Stück weiter als an den meisten anderen Standorten in der Region. „Zwei Anlagen mit einer Nabenhöhe von rund 140 Metern wollen wir hier errichten“, sagt Vize-Landrat Wolf Eisenmann. „Der Baustart ist für den Beginn des Jahres 2014 geplant, die beiden Windräder sollen rund 10 000 Personen mit Strom versorgen“, sagt der Umweltdezernent des Landkreises Böblingen. Sie gingen dann, wenn alles gut laufe, im Juni 2014 in ­Betrieb. Doch damit es ­soweit kommt, muss noch einiges passieren.

Am Albtrauf gibt es Bedenken

Denn der Standort muss vom Regionalverband offiziell zu einem so genannten Vorrang­gebiet erklärt werden. „Ich gehe nicht davon aus, dass alle 96 Gebiete am Ende als solche ausgewiesen werden“, sagt VRS-Direktor Thomas Kiwitt bei der Info-Veranstaltung in Rutesheim. Besonders in den stürmischen Gebieten östlich der Landeshauptstadt könnten Bedenken ­wegen des Landschafts- und Vogelschutzes ­einige Vorranggebiete noch verhindern.

Auch am Leonberger Standort gibt es mögliche Hindernisse. „Es stimmt, die Fläche liegt im Landschaftsschutzgebiet“, erklärt Eisenmann, „allerdings gehe ich ­davon aus, dass das Regierungspräsidium in Stuttgart uns an dieser Stelle keine Steine in den Weg legt.“ Die zweite Hürde könnte die wirtschaftliche Kalkulation des Abfallwirtschaftsbetriebs darstellen, der investieren soll. „Wir rechnen mit Kosten für die beiden Anlagen von rund acht Millionen Euro“, sagt Eisenmann.

Um zu klären, wie ökonomisch die zwei Rotoren auf der Erddeponie arbeiten könnten, wird dort seit einem halben Jahr der Wind gemessen. „Im November werden wir in Leonberg erste Ergebnisse vorstellen“, kündigt Eisenmann in Rutesheim an. Von diesen Werten wird auch abhängen, ob sich die Stadt Leonberg an dem Projekt beteiligen wird. „OB Bernhard Schuler ist ein kühler Rechner“, meint Eisenmann, „er wird sich die Ergebnisse der Messung genau anschauen.“

Jetzt sind ohnehin erst einmal die Bürger der Region aufgerufen, ihre Meinung oder Bedenken zu den geplanten Standorten für die Windkraft zu äußern.

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