Mögliche Standorte für die Asylbewerber-Unterkunft. Foto: STZ-Grafik: oli

Der Landkreis will mangels Alternativen eine weitere Sammelunterkunft auf dem Krankenhausgelände errichten. Über den Standort gab es Streit mit der Stadt und dem Gemeinderat. Nun zeichnet sich eine Lösung ab, mit der alle Seiten leben können.

Leonberg - An einem weiteren Asylbewerberheim auf dem Krankenhausgelände führt wohl kein Weg vorbei. „Wir brauchen zusätzliche Unterkünfte. Das Problem ist nur, wir finden nichts mehr“, erklärte der Finanzdezernent des Landkreises, Richard Sigel, jüngst im städtischen Planungsausschuss. Dort präsentierte er eine ausführlichere Analyse möglicher Standorte auf dem kreiseigenen Gelände an der Klinik.

Über die geplante Sammelunterkunft hatte es in den vergangenen Wochen heftige Diskussionen zwischen Stadt und Kreis gegeben. Anlass war ein Bauantrag aus Böblingen gewesen (Standort 7). Den hatte die Stadtverwaltung wegen der großen Nähe zum Krankenhaus im Vorfeld bereits abgelehnt und um Alternativen gebeten. Entsprechend frostig fiel die Reaktion des Oberbürgermeisters aus: Bernhard Schuler ließ den Bauantrag aussetzen.

Anschließend bemühten sich beide Seiten aber um eine Lösung. Schließlich steigt die Zahl der Flüchtlinge, die der Kreis unterbringen muss, bis über deren Asylverfahren entschieden ist. 240 Neuankömmlinge werde im Monat erwartet. In der bereits bestehenden Asylunterkunft am Krankenhaus gibt es 145 Plätze.

Ein Kompromiss scheint nun gefunden zu sein, wie ein „Stimmungstest“ im Ausschuss bereits zeigt. Eine förmliche Abstimmung soll es erst heute Abend geben, wenn der Gemeinderat um 19 Uhr tagt.

Standort 3: Das ist der Favorit. Er liegt hinter dem Personal-Parkhaus des Krankenhauses und damit ruhig genug und dennoch gut erschließbar. Auch die Zustimmung des Klinikverbundes für den dreistöckigen Bau liegt vor. Weiterer Vorteil: In den Neubau könnten die Mieter der beiden Wohnhäuser im vorderen Bereich einziehen. Diese beiden Gebäude wiederum würden dann für die Flüchtlinge umgebaut.

Gemeint sind zum einen das braune Haus mit der Kfz-Zulassungsstelle im Erdgeschoss und zum anderen das beigefarbene Hochhaus dahinter. Am Ende hoben neun von elf Stadträten beim Stimmungstest die Hand für diesen Standort 3. Auch wenn Zweifel aufkamen, ob die Bewohner der beiden Hochhäuser wirklich freiwillig umziehen würden.

Standort 7: Der ursprünglich angedachte Platz, der direkt an der Zufahrt für Rettungswagen liegt, ist endgültig vom Tisch.

Standorte 1 und 2: Sie kämen grundsätzlich auch in Frage, werden aber vorerst nicht weiter verfolgt, weil sie zu nah an den anderen Häusern der Gartenstadt und direkt an der Rutesheimer Straße liegen.

Standort 4: Dort befindet sich derzeit ein Parkplatz, der dann wegfallen würde. Kritisiert wurde zudem die Nähe zum Berufsschulzentrum. Dennoch ist der Standort weit von den anderen Gebäuden entfernt. „Da fällt dann auch ein Stück weit die soziale Kontrolle weg“, erklärte Sigel.

Standorte 5 und 6: Auch wenn sie wegen der Nähe zur Berufsschule nicht in der engeren Wahl sind, wird hier trotzdem was passieren. Denn in dem Gebiet gibt es noch Altlasten aus dem Zweiten Weltkrieg, vermutlich Überreste der Flugabwehr. Diese sollen auch ohne Neubau beseitigt werden. Dauer: etwa anderthalb Jahre.

Mollenbachstraße: Der Standort war der bisher einzig diskutierte außerhalb des Klinik-Areals. Aufgrund der Lage im Gewerbegebiet ist er aber nicht zu realisieren.

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