Viel Spaß hatten die Kinder beim Singen mit OB Schuler. Foto: factum/Bach

Ein Ausflugs- und Freizeitprogramm bietet das Ökumenische Zentrum Ezach (ÖZE) derzeit für Kinder mit geistiger oder körperlicher Behinderung an. Am Montag besuchte OB Bernhard Schuler die Kinder, die von vielen Freiwilligen betreut werden.

Leonberg - Mit einer genau spontanen wie überschwänglichen Umarmung wird der Oberbürgermeister Bernhard Schuler am Montag von einer Teilnehmerin der Stadtranderholung der Lebenshilfe begrüßt. Sehr freundlich und aufgeschlossen heißen ihn weitere 20 behinderte Kinder und 18 Betreuer im Ökumenischen Zentrum Ezach (ÖZE) willkommen. Das gemeinsame Singen im Freien schafft eine fröhliche Atmosphäre und zeigt ebenso, wie viel Spaß das Ferienprogramm macht.

Bereits einige Wochen im Voraus beginnt die Leiterin Laura Putze gemeinsam mit den Verantwortlichen der Lebenshilfe mit den Vorbereitungen der Ferienfreizeit. Die junge ehrenamtliche Helferin studiert derzeit Sonderpädagogik und ist somit die perfekte Ansprechpartnerin vor Ort. Die Kinder treffen jeden Morgen um 9 Uhr am ökumenischen Zentrum ein. Dort werden sie verschiedenen Gruppen zugeteilt. Je nach Handicap der Jugendlichen steht ein Besuch im Hochseilgarten, bei der Polizei oder aber im Mercedes-Benz-Museum auf dem Tagesplan. Aber auch das Strohländle am Engelberg und das hiesige Freibad werden gerne aufgesucht. Die Ganztagesbetreuung endet gegen 16.30 Uhr und der Fahrdienst bringt die Kinder nach Hause.

Ein Ferienprogramm mit solchen Ausflügen findet bereits zum zweiten Mal im ÖZE statt und bietet für alle beeinträchtigten Kinder zwischen sechs und neunzehn Jahren, unabhängig von der Art ihrer Behinderung, unvergessliche und abwechslungsreiche Tage. „Es ist zwar nicht immer leicht, aber es ist sehr schön für die Kinder, da zu sein“, sagt die 18-jährige Katharina Noack, die durch die Betreuung der geistig oder körperlich behinderten Kinder auch wichtige und schöne Erfahrungen für sich selbst gewinnen könne. In einem sind sich alle einig: Auch für die ehrenamtlichen Helfer ist diese Stadtranderholung ein tolles Erlebnis, bei dem sie ihre Zeit sinnvoll nutzen können, um mit den Kindern zwei ereignisreiche und aufregende Wochen zu verbringen. Unter den Helfern finden sich angehende Erzieherinnen und Schüler, Pädagogik- sowie BWL-Studenten. Im Betreuungsteam gibt es ganz unterschiedliche Persönlichkeiten, die ganz unterschiedliche Erfahrungen mit einbringen. Denn gerade solche Ferienangebote leben von engagierten und begeisterungsfähigen Helfern und Betreuern, die sich gerne für andere Menschen einsetzen. Deshalb ist jede helfende Hand willkommen. Durch eine jährliche Grundförderung in Höhe von 10 000  Euro unterstützt die Stadt Leonberg den Verein der Lebenshilfe zusätzlich finanziell. Zudem übernimmt die Stadt für neun Kinder, die aus dem früheren Altkreis Leonberg stammen, einen Kostenzuschuss von 125 Euro pro Kind. Die Kosten von 55 Euro pro Tag und Kind können ohnehin mit der Pflegekasse abgerechnet werden.

Bereits seit 33 Jahren organisiert die Lebenshilfe für den Altkreis Leonberg eine solche Ferienerholung. Besonders in den Sommerferien bietet es sich an, ein Freizeitprogramm für Kinder mit Handicap auf die Beine zu stellen – auch, um vor allem die Eltern zu entlasten Durch die bisher positiven Rückmeldungen steigen die Teilnehmerzahlen kontinuierlich an. Auch in diesem Sommer wird das Feedback sicherlich positiv ausfallen. Denn nach Rückfrage von Oberbürgermeister Schuler, ob denn die Stadtranderholung nächstes Jahr erneut stattfinden solle, antworteten alle Kinder im Chor mit einem vielstimmigen und begeisterten „Ja“.

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