Cemal Isin Foto: Factum/Weise-Archiv

Der einstige Häussler-Mann will mit der einstigen Ersten Bürgermeisterin aus Leonberg kommunale Projekte entwickeln.

Am Montag hat Leonbergs Erste Bürgermeisterin das Geheimnis um ihren neuen Arbeitsplatz gelüftet. Sie steigt als Gesellschafterin einer Beratungsfirma von Cemal Isin ein. Der Aalener Architekt mit einem großen Büro auf der Ostalb will vor allem die Projektentwicklung und Beratung von Kommunen einsteigen und konnte dafür „Inge Horn gewinnen“, so eine Pressemitteilung, die gestern verschickt wurde.

Unter dem Titel „ Isin +Co Consultants“ wollen Inge Horn als geschäftsführende Gesellschafterin und Isin „die Architektenkompetenz mit dem Fachwissen für die öffentliche Hand“ bündeln, wie es heißt. Damit stelle sich die Isin-Gruppe auf die steigende Nachfrage nach Beratung und Projektentwicklung ein.

Schon in wenigen Tagen wird sich auf der großen Fachmesse Expo Real in München sich die neue Firma präsentieren. Man wolle als Projektentwickler Investoren begleiten, um attraktive Standorte, neue Stadtquartiere und Konzepte für Brachflächen umzusetzen.

„Ich freue mich sehr über den Einstieg von Inge Horn, weil wir mit ihr unser Qualifikationsspektrum deutlich erweitern können“, so Cemal Isin. Unmittelbar beruflich kennengelernt haben dürften sich der Architekt und die Stadtplanerin in Leonberg. 2008 hat Cemal Isin für den Stuttgarter Investor Rudi Häussler die Planungen für das Bausparkassenareal vorwärts zu treiben versucht. Dabei schaffte er es auch, einen bemerkenswerten Entwurf von Behnisch und Partner auf die einstige Bausparkassenbrache zu platzieren. Bei seinem Auftritt im Gemeinderat wirkte er damals allerdings häufiger angespannt.

Er drohte in Diskussionen im Planungsausschuss recht bald mit dem Rückzug von Häussler aus Leonberg. Wer sich allerdings zurückzog war er selbst. Häusslers Prokurist schien recht früh schien Isin die wirtschaftliche Schieflage von des Unternehmens bemerkt zu haben. Er konzentrierte sich dann vollends auf sein großes, im Jahr 1984 gegründetes Büro in Aalen, wo er als gut vernetzt in die Kommunalpolitik gilt und häufig öffentliche Aufträge erhält.

Für seine Architektengruppe arbeiten heute nach seinen Angaben 48 Architekten, rund 2000 Projekte seien bisher geplant und realisiert worden. Nur planen, aber nicht realisieren durfte er für Frank Hofmeister den Entwurf für ein neues Groß-Möbelhaus auf dem ehemaligen Sütex-Areal in Sindelfingen. Hofmeister bevorzugte einen anderen Architekten.

Mehr Erfolg hatte Isin als Projektentwickler für das Sindelfinger Filetstück „Quartier F“, wo die Vereinigte Volksbank AG demnächst ihr neues Domizil in der Daimlerstadt beziehen will, und das als eine der Nahtstellen von der Innenstadt hin zum Bahnhof und dem Mercedeswerk gilt. Isin will in diesem Fall nicht nur als Projektentwickler auftreten, sondern auch als Investor. Mehr als 30 Millionen Euro will er hier ein- und umsetzen.

Die neue Firma kündigt an, bei Bedarf auch weiterhin als Investor einzusteigen. Isin will mit Inge Horn seine Leistungen an drei Standorten anbieten, neben Aalen und Schwäbisch Gmünd auch im Stuttgarter Süden. „Meine Fachkompetenz und kommunale Erfahrung bei Isin Consultants einzubringen, ist für mich eine sehr spannende Herausforderung, die ich hoch motiviert angehe“, lässt Inge Horn mitteilen.

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