Fiffi darf sein Geschäft schon verrichten – wenn es Herrchen oder Frauchen beseitigt. Foto: LKZ

Nach Auswertung der Testphase in den Teilorten soll nach dem Frühjahr auch ein Konzept für die Kernstadt entwickelt werden. Dafür sind insgesamt 40 000 Euro im aktuellen Haushalt vorgesehen. Für mögliche Standorte werden schon Vorschläge gesucht.

Leonberg - Das stinkt zum Himmel: Hundekotbeutel mit „Ladung“ liegen achtlos weggeworfen am Rand des Ludwig-Wolker-Weges, der gleichnamige Kindergarten ist direkt um die Ecke. Der LKZ-Leser Wolfgang Raach ist sauer. „Immer mehr dieser Beutel landen in der Landschaft“, schreibt er uns und hat ein Beweisfoto angefügt. „Man zahlt ja Hundesteuer“, ergänzt er lakonisch.

Bei der Stadt Leonberg geht man das Problem der tierischen Hinterlassenschaften mittelfristig an. Bereits im Spätsommer 2015 sind zahlreiche Hundekot-Stationen in den drei Teilorten sowie im Ortsteil Silberberg aufgestellt worden: In Gebersheim sind es sieben, in Warmbronn neun, im Silberberg drei und im lang gezogenen Höfingen sogar 19. „Die Resonanz ist bislang überwiegend positiv. Die Stationen werden genutzt“, erklärt Undine Thiel.

Nach der Testphase wird im April Bilanz gezogen

Die Sprecherin der Stadtverwaltung weist jedoch darauf hin, dass die Testphase noch bis April läuft. „Wir haben mit den Ortschaftsräten vereinbart, dass wir erst nach Abschluss dieser Testphase eine Bilanz ziehen“, sagt Thiel. Gemeinsam mit den Räten in den Teilorten, den Ortschaftsverwaltungen, dem Hundesportverein Höfingen sowie weiteren Hundehaltern hatte man die Standorte für die Stationen erarbeitet. „Es gibt schon Vorschläge für weitere Standorte oder Hinweise für Standortverlagerungen in den Außenbereichen“, ergänzt die Sprecherin.

Nur in der Kernstadt steht bislang lediglich eine einzelne Station: auf der alten Autobahntrasse. Dem soll aber noch in diesem Jahr Abhilfe geschaffen werden. „Im Haushalt sind 40 000 Euro dafür bereitgestellt“, informiert Thiel. Nach Auswertung der Testphase in den Außenstadtteilen soll mit dem Konzept für die Kernstadt begonnen werden. Hinweise können Hundehalter, Spaziergänger oder jeder andere Einwohner aber bereits schon geben.

Beispielsweise per E-Mail an den Baubetriebshof der Stadt unter bauhof@leonberg.de oder die Adresse info@leonberg.de. „Wir werden die ersten Stationen dann dort aufstellen, wo es am dringendsten ist“, sagt Undine Thiel. Also wo besonders viele mit ihren Vierbeinern Gassi gehen. Darüber hinaus wird darum gebeten, Fälle wie den aus dem Ludwig-Wolker-Weg bei der Stadt zu melden.

Hinweise über das Schadensformular

Dazu kann das Schadensformular auf der Internetseite www.leonberg.de unter dem Menüpunkt „Bürger & Stadt“ und dann „Service“ genutzt werden. Im Formular gibt es die Option „Wilder Müll“, auch Fotos können dort hochgeladen werden. So kann sich der Leonberger Baubetriebshof einerseits darum kümmern, den Dreck wegzuräumen, andererseits auch die neuralgischen Punkte eingrenzen.

Wobei das kein Freibrief ist, künftig erst recht keine gefüllten Hundekot-Beutel im Abfalleimer zu entsorgen. Laut Umweltschutzverordnung sind die Halter verpflichtet, die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner von öffentlichen Straßen, Gehwegen, in Grün- und Erholungsanlagen oder von fremden Grundstücken zu entfernen. Die Hundekot-Stationen sind ein freiwilliger Service der Stadt Leonberg.

„Der Sinn der Hundesteuer ist es nicht, dafür zu bezahlen, dass wir den Dreck wegräumen“, sagt die Stadtsprecherin. Sie diene dazu, die Zahl der Hunde im urbanen Raum in einem solchen Maß zu halten, das für Mensch und Tier verträglich ist.

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