Leonberg Heute Abend sind Leonberg und das ASG im „Ersten“

Von Alexandra Fokina 

Dreharbeiten am ASG mit dem Schauspieler Matthias Brandt. Foto: privat
Dreharbeiten am ASG mit dem Schauspieler Matthias Brandt. Foto: privat

Wer heute Abend bei einem Blick ins ARD-Programm vertraute Orte und Gesichter wiedererkennt, darf sich nicht wundern, denn im Mittwochsfilm des Ersten Fernsehsenders wird heute auch Leonberg mit von der Partie sein.

Leonberg - Wer heute Abend bei einem Blick ins ARD-Programm vertraute Orte und Gesichter wiedererkennt, darf sich nicht wundern, denn im Mittwochsfilm des Ersten Fernsehsenders wird heute auch Leonberg mit von der Partie sein. Ein knappes Jahr ist es her, dass die renommierte Produktionsfirma Teamworx am städtischen Albert-Schweitzer-Gymnasium mit der Kamera unterwegs war. Heute Abend ist es nun endlich soweit: Der Fernsehfilm „Verratene Freunde“ wird um 20.15 Uhr auf ARD gesendet.

Zu der TV-Premiere erinnert sich Klaus Nowotzin, Leiter des Gymnasiums gerne noch einmal an die Dreharbeiten zurück. „Damals war der Trubel an unserer Schule natürlich groß“, erzählt er. Lehrerzimmer, Rektorat und Mensa wurden kurzerhand zu Filmschauplätzen umfunktioniert, Castings fanden statt, überall wimmelte es vor Kameraleuten, Technikern und Schauspielern. Einige Lehrer und Schüler des ASG wirkten sogar als Statisten am Filmprojekt mit – so auch der Direktor selbst.

Klaus Nowotzin findet sich im Film wieder

„Eine der Hauptfiguren im Film ist nämlich auch Schulleiter“, schmunzelt Klaus Nowotzin. „Es waren also einige Schulszenen vorgesehen und weil unser Gymnasium natürlich das Schönste ist, hat man dann gleich mal bei mir angefragt.“ Und das, obwohl der Hauptdrehort ja eigentlich Stuttgart war.

Der Rektor im Fernsehdrama wurde übrigens von niemandem geringeren als Matthias Brandt, dem Sohn des ehemaligen Kanzlers Willy Brandt gespielt – eine Tatsache, die nicht nur die Schüler in Aufregung versetzte. „Das war überhaupt das Tollste am Filmprojekt“, strahlt Siebtklässler und Statist Jens Schulte. „Ich durfte Matthias Brandt live miterleben und jetzt kann ich es kaum erwarten, uns zusammen in einem Film zu sehen.“

Den Film anschauen wollten auch Klaus Nowotzin und seine Kollegen und warteten dafür nicht etwa eigens die ARD-Premiere ab. Bei einem gemütlichen Tapas-Abend haben sie sich bereits vor einigen Tagen einen Einblick in das TV-Drama gegönnt. „Geschmäcker sind verschieden und darüber, ob der Film tatsächlich jugendfrei ist, könnte man sich zwar streiten“, meint Lehrerin Gudrun Sach. „Ich muss aber wirklich sagen: Er ist gut gemacht.“

Schon vor einem Jahr sei sie beeindruckt gewesen, wie gründlich bei den Aufnahmen gearbeitet wurde. „Das stimmt“, pflichtet ihre Kollegin Iris Müller bei. An eine Lehrerzimmerszene kann sich die junge Lehrerin besonders gut erinnern: „Ein Hauptdarsteller sollte für die Aufnahmen mit dem Stuhl nach hinten umkippen“, erzählt sie lachend. „Lustigerweise musste er das an die zehn Mal wiederholen und steckte es auch noch ganz locker weg.“

Die Schüler sind begeistert

Auch Siebtklässler Julian Groshaupt freut sich. Beim Casting hatte er sogar eine kleine Sprechrolle ergattert, und den Film gesehen hat der wortgewandte Schüler selbstverständlich auch schon. „Ich fand ihn gut“, sagt Julian fachmännisch. „Obwohl es einige Szenen gibt, die wohl eher nicht für uns Kinder bestimmt sind.“ Julians Klassenkamerad Nik König hat dagegen weniger Grund zur Freude. Zwar hatte auch er sich beim Casting für eine Ein-Wort-Rolle qualifiziert „Die Szene, in der ich vorkomme, wurde aber nachträglich einfach herausgeschnitten“, erklärt der Gymnasiast enttäuscht.

Trotz kleiner Unstimmigkeiten sind sich aber alle beteiligten ASGler dennoch einig, dass die Dreharbeiten eine interessante Erfahrung und eine willkommene Abwechslung zum routinierten Schulalltag waren. Und am Ende ist es gerade der benachteiligte Nik König, der trotz allem zugibt: „Was die Schauspielerei anbetrifft, bin ich dadurch schon ein bisschen auf den Geschmack gekommen.“

Wer heute Abend zuschaltet, darf sich jedenfalls auf 90 Minuten starbesetztes Drama rund um zwei Ehepaare freuen, deren langjährige Freundschaft sich in einem Konflikt zwischen Loyalität und Moral als genauso brüchig erweist, wie ihre Ehen, ihre Lebensentwürfe und Selbstbilder.

Neben dem Albert-Schweitzer-Gymnasium werden übrigens auch andere Szenen aus Leonberg, wie etwa die Gerhart-Hauptmann-Straße und der Neuköllner Platz, zu sehen sein. „Es ist schon amüsant, die ein oder anderen bekannten Orte wiederzuerkennen“, findet Klaus Nowotzin. Wer sich also heute Abend ein bisschen amüsieren möchte, sollte pünktlich um 20.15 Uhr zur Fernbedienung greifen.

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