Bauarbeiten am Leonberger Dreieck am Wochenende. Foto: Peter Meuer

Am Wochenende ist die Überleitung von der A 8 auf die A 81 nach Heilbronn vor dem Engelbergtunnel saniert worden. Damit sollen auch Unfälle vermieden werden, weil die Fahrbahn mehr Griff hat. Einen Unfall gab es allerdings am Dreieck am Samstag.

Leonberg - Der alte Asphalt ist bereits abgefräst, doch der neue Belag lässt noch auf sich warten. „Das dauert noch a weng“, ruft einer der Arbeiter auf Schwäbisch. Ein anderer guckt auf die Uhr: „Eigentlich hätte der erste schon um halb elf Uhr da sein sollen.“ Mit dem „ersten“ meint der Herr in orangefarbener Warnweste einen der Lastwagen aus dem Mischwerk in Sindelfingen. Die Lkw sollen heißen Splittmastix-Asphalt nach Leonberg bringen, genauer gesagt: ans Autobahndreieck.

Doch sie stecken irgendwo im Samstagmorgen-Stau fest. Die Arbeiter schaufeln daher erst einmal Dreck von der Fahrbahn, rauchen Zigaretten, überprüfen ihre Baumaschinen. Nur wenige Meter weiter düsen Motorräder und Autos im Sekundentakt vorbei. Etwa 140 000 Fahrzeuge passieren das Kreuz Leonberg tagtäglich.Der Straßenmeister Thomas Lang von der Autobahnmeisterei Ludwigsburg nutzt die Zeit, um die Strecke noch einmal abzugehen. Über eine Länge von 680 Metern wird die Tangente saniert, welche die Autos von der Autobahn 8 in Fahrtrichtung Stuttgart auf die A 81 in Richtung Ludwigsburg und Heilbronn leitet. „Die Straße ist brüchig“, erläutert Lang. Daher ist die Sanierung nötig geworden.“ Eine Sanierung, wie in kommenden Jahren noch weitere am Dreieck Leonberg nötig werden könnten.

An dieser Spur in Richtung Heilbronn sollen die Arbeiten auch das Unfallrisiko verringern. Gerade an der Einfahrt von der A 8 rumst es regelmäßig. „Hier gibt es zuerst eine Rechtskurve, dann eine Linkskurve“, beschreibt Thomas Lang den Straßenverlauf, während er die lang gezogene Linkskurve entlangspaziert.

Viele Unfälle an der Überleitung

„Vor allem, wenn Fahrer mit nicht angepasster Geschwindigkeit hier reinsausen, verlieren sie zuweilen die Kontrolle.“ Der neue Asphalt soll die Griffigkeit der Fahrbahn verbessern: „Außerdem werden wir die Fahrbahnmarkierungen ändern.“ Außerdem sei bisher der Spurwechsel in der Kurve möglich. „Jetzt wird eine durchgezogene Linie das verbieten“, so der Straßenmeister. In den kommenden Monaten werde die Polizei die Situation beobachten. „Wenn es dann immer noch oft zu Unfällen kommt, ziehen die Verkehrsbehörden wohl eine Temporeduzierung in Betracht.“

Unfall am Samstagmorgen

Rund 130 000 Euro lässt sich der Bund die Grundreparaturen kosten. Thomas Lang wird später prüfen, ob die Bauarbeiter ihren Job ordentlich erledigt haben. Diese können übrigens gegen 11.15 Uhr endlich anfangen, als der „erste“ Laster ankommt. Zwei Teermaschinen vom Typ „Svedala Demag DF 135 c“, mit Ketten wie Panzer, bringen den heißen Asphalt auf.

Walzen glätten ihn, Arbeiter mit Schaufeln umkreisen die schweren Maschinen wie Bienen in Orange und Neonweiß. Jetzt sieht man auch, warum die Tangente während des Wochenendes voll gesperrt ist, der Verkehr über die Anschlussstelle Leo-Ost geleitet wird: So könne die ganze Fahrbahn auf einmal „heiß an heiß“ saniert werden, wie Lang erläutert. „Es gibt dann keine Naht in der Fahrbahnmitte mehr.“ Auch gehen die Arbeiten schneller voran: Schon am heutigen Montag können die Autos wieder fahren – trotz der kleinen Verspätung. Übrigens: nicht weit von der Baustelle entfernt zeigt sich am Samstagmorgen, dass die A 8 bei Leonberg nach wie vor unfallträchtig ist. Gegen 4 Uhr in der Frühe kommt ein Lastwagen nahe Leonberg-Ost nach einem Ausweichmanöver von der Fahrbahn ab und verkeilt sich in der Leitplanke. Die Feuerwehr Leonberg rückt mit drei Fahrzeugen und sieben Mann aus, weil Öl ausgelaufen ist. Der Fahrstreifen Richtung München ist stundenlang gesperrt, verletzt wird niemand. Schaden: 60 000 Euro.

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