Zwei junge Männer sind wegen Mainacht-Streichen verurteilt worden. Foto: dpa

Eine feuchtfröhliche 1.-Mai-Nacht ist zwei Leonbergern nun teuer zu stehen gekommen. Weil die jungen Männer Nummernschilder demolierten und eine Hinweistafel der Arbeitsagentur mitgehen ließen, wurden sie am Leonberger Amtsgericht zu Arbeitsstunden verurteilt.

Leonberg – Eine feuchtfröhliche 1.-Mai-Nacht ist zwei Leonbergern nun teuer zu stehen gekommen. Weil die jungen Männer Nummernschilder demolierten und eine Hinweistafel der Arbeitsagentur mitgehen ließen, wurden sie am Leonberger Amtsgericht zu Arbeitsstunden verurteilt. Einer der Angeklagten musste sich auch noch wegen Gefährdung des Straßenverkehrs verantworten, weil er im alkoholisierten Zustand mit seinem Auto in eine Mauer krachte.

In der Nacht zum ersten Mai rückt die Leonberger Polizei immer wieder zu den abenteuerlichsten Einsätzen aus. So auch in der vergangenen Walpurgisnacht. Im Zuge einer Fahndung ging ihnen ein junger Mann ins Netz, der ein Hinweisschild der örtlichen Arbeitsagentur entwendete. „Es war eine blöde Idee“, gab der 19-jährige Auszubildende bei seiner Vernehmung zu, „es tut mir auch sehr leid.“ Mit seinen Freunden sei er unterwegs gewesen und habe einen über den Durst getrunken, berichtete der Angeklagte, der das Schild gewaltsam aus einer Halterung gerissen hatte.

Eigentlich wollte er nur ein Nummernschild tauschen

Einer dieser Freunde, der sich ebenfalls auf der Anklagebank des Amtsgerichts verantworten musste, hatte zuvor Nummernschilder von mehreren Fahrzeugen entfernt und diese durch die Gegend geworfen. „Eigentlich hatte ich vor, die Kfz-Kennzeichen auszutauschen“, verriet der 20-jährige Leonberger, der sich als Küchenhilfe verdingt. Doch weil sich der übermäßige Alkoholkonsum zunehmend bemerkbar gemacht habe, sei er von seinem ursprünglichen Vorhaben abgewichen.

Nicht unbemerkt blieb auch die umherziehende Clique, die ihr Unwesen anschließend auf dem Grundstück eines Samariterstifts trieb. Aufgeschreckte Anwohner, die auf die Krawallmacher aufmerksam wurden, verständigten die Polizei. Die Ordnungshüter konnten die jungen Leute anschließend in der Innenstadt dingfest machen.

Nur einen Monat später bekam es der 19-jährige Auszubildende erneut mit der Polizei zu tun. Obwohl er betrunken war, stieg er nach einer Party in seinen Wagen und krachte beim Rückwärtseinparken in die Mauer der Nachbarn. „Das Einparken an dieser kniffligen Stelle ist aber auch am helllichten Tag kein einfaches Unterfangen“, sagte der Leonberger zu seiner Verteidigung. „Außerdem hatte ich mich trotz zwei Biere und etwas Whiskey fahrtüchtig gefühlt.“ Dass bei einer späteren Kontrolle ein Alkoholwert von 0,9 Promille zu Buche stand, habe selbst ihn überrascht, erklärte der 19-Jährige, der auf der Anklagebank noch immer darüber verwundert zu sein schien. Der Sachschaden bei dem missglückten Einparkversuch belief sich auf rund 2500 Euro.

Alkohol und Gruppendynamik kommen zusammen

Da Alkohol und Gruppendynamik im Spiel waren, bezeichnete die Jugendgerichtshelferin die von den beiden Leonbergern begangenen Taten als jugendtypisch. Daher sei es folgerichtig, sie nach dem Jugendstrafrecht und somit zu Arbeitsstunden zu verurteilen. Während die Staatsanwältin in die gleiche Kerbe schlug und 60 bzw. 30 Arbeitsstunden für angemessen hielt, suchte der Verteidiger des Auszubildenden die Ursache in familiären Problemen und bat hinsichtlich des Strafmaßes um Nachsicht.

Bei Amtsrichter Armin Blattner stieß er damit auf taube Ohren. Die Anzahl der Arbeitsstunden für den Sachbeschädiger reduzierte der Richter zwar auf 20 Stunden. Bei der Arbeitsauflage für den Schild-Dieb zeigte er sich aber unnachgiebig. Der Leonberger wurde außerdem zu einem Alkohol- sowie Verkehrsseminar verdonnert. Den Führerschein, der vorläufig eingezogen wurde, bekam der 19-Jährige aber wieder ausgehändigt.

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