Gute Teamarbeit hat bei der Kripo in Leonberg Tradition. Foto: factum

Der Standort für die Zentrale der 24-Stunden-Kripo ist gefunden: In Leonberg wird eine Kriminalwache eingerichtet.

Die Stadt Leonberg erhält aller Vor­aussicht nach den Zuschlag für den Kriminaldauerdienst (KDD) der Landkreise Ludwigsburg und Böblingen. Das hat Frank Rebholz, der Leitende Polizeidirektor in Ludwigsburg, jetzt bestätigt. Damit gehen Vaihingen an der Enz und Bietigheim-Bissingen leer aus, die dortigen Kriminalaußenstellen werden im Zuge der groß angelegten Polizeireform aufgelöst.

Leonberg sei der ideale Standort für den KDD, sagt Rebholz. Die zentrale Lage zwischen Ludwigsburg und Böblingen ermögliche „kurze Interventionszeiten“ und garantiere, dass die Polizei bürgernah bleibe.

Wie schon berichtet, werden die Ludwigsburger und die Böblinger Polizeidirektionen am 1. Juli 2013 zu einem Polizeipräsidium verschmelzen – mit Sitz in Ludwigsburg, die Kriminalpolizei allerdings soll in Böblingen untergebracht werden. Der Kriminaldauerdienst wiederum wird die bisherigen Kripo-Außenstellen ersetzen und in beiden Kreisen als eine Art „kriminalpolizeiliche Feuerwehr“ fungieren, sagt Rebholz. Wie viele Polizisten künftig in Leonberg arbeiten werden, steht noch nicht fest, aber: häufig werden es KDD-Beamte sein, die nach einer Straftat zum Tatort fahren, die ersten Ermittlungen und Festnahmen übernehmen. Auch eine Fahndungseinheit, die aktuell noch zum Polizeirevier Kornwestheim gehört, soll nach Leonberg verlegt werden.

Dieses Gesamtpaket hat eine Projektgruppe der Polizei, die für die Umsetzung der Reform in Ludwigsburg und Böblingen zuständig ist, vorgeschlagen. Der Polizei-Inspekteur hat dem Konzept bereits zugestimmt. Am 20. August tritt der Lenkungsausschuss des baden-württembergischen Innenministeriums zusammen. Rebholz sagt: „Wir gehen davon aus, dass unser Vorschlag auch dort Zustimmung findet, und dann ist alles in trockenen Tüchern.“

Die bisherige „Kriminalaußenstelle“ der Böblinger Kommissare, direkt neben dem Polizeirevier in der Gerhart-Hauptmann-Straße gelegen, machte durch eine eigenständige Arbeit mit einem eigenen Dienststellen-Leiter auf sich aufmerksam. Sehr häufig war es vor allem die gute Ortskenntnis – auch die der sozialen Strukturen an den Tatorten, die den Ermittlern die Arbeit erleichterten.

Was mit den frei werdenden Liegenschaften der dann nicht mehr benötigten Kriminalaußenstellen im Kreis Ludwigsburg geschieht, ist unklar. In Bietigheim-Bissingen ist die Außenstelle in das Polizeirevier integriert, so dass dort bald einige Räume frei werden. In Vaihingen handelt es sich um ein separates Gebäude.

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