Die neue Linie 630 verkehrt seit Anfang Oktober zwischen Altstadt und Leo-Center. Jetzt gibt es auch wieder eine Bushaltestelle am historischen Marktplatz. Foto: factum/Bach

Die Haltestelle und weitere neue Bänke stehen. Derzeit werden die Laternen ersetzt. Die Umgestaltung des Marktplatzes ist fast fertig.

Leonberg - Vor den großen Rundbogen-Fenstern des Alten Rathauses ist kaum ein Platz frei. Die Menschen genießen die warme Herbstsonne. Und das nicht mehr auf den kalten Metallbänken, sondern auf neuen Sitzgelegenheiten mit Holz. Fast zwei Jahre hat es gedauert, von der Idee bis zur Umsetzung. Jetzt ist das Umgestaltungs-Mosaik Marktplatz fast fertig.

Seit einigen Tagen steht auch endlich das Haltestellenschild für die neue Linie 630, die zwischen Altstadt und Leo-Center verkehrt. Die Geräusche des Mittwochsmarktes werden hin und wieder unterbrochen vom Bohren zweier Arbeiter. Sie montieren die 14 alten Straßenlaternen eine nach der anderen ab und ersetzen sie durch neue, die nun auch mit LED-Lampen ausgerüstet sind.

Sind alle Leuchten ausgetauscht, ist die Verschönerung der „guten Stube“ der Altstadt vollendet. „Wir wollten diese nicht mitten in der Saison aufstellen, denn das verursacht viel Lärm und Dreck“, sagt Baubürgermeister Klaus Brenner. So wollte man das Geschäft der Gastronomen nicht stören, die auf die Freisitze im Sommerhalbjahr angewiesen sind.

Die Rufe, den Marktplatz endlich „aufzuhübschen“, gab es schon lang. Doch erst im Dezember 2013, bei den Haushaltsverhandlungen, beschlossen die Gemeinderäte, für die Jahre 2014 und 2015 insgesamt 200 000 Euro dafür bereitzustellen. Weitere 100 000 Euro gab es, um das nicht eben fußfreundliche Pflaster zu verfugen.

Warum auf zwei Jahre verteilt? Das hatte einen praktischen Grund. „Es war von Anfang an klar, dass die Umgestaltung nicht in dem Jahr stattfinden wird, in dem die Grabenstraße saniert wird. Das wäre eine zu große Belastung gewesen“, sagt Brenner. Immerhin verlief im Sommer 2014 die inoffizielle Umleitung des Verkehrs durch die Altstadtgassen, die Busse fuhren gar über den Marktplatz.

Der Baubürgermeister, der für das Projekt unzählige Gespräche mit den Gastronomen, Gewerbetreibenden und Anwohnern der Altstadt geführt hatte, hat als Maßgabe „entrümpeln und vereinheitlichen“ ausgegeben. Dennoch kam das Projekt nur in Etappen voran. Im Jahr der Grabenstraßen-Baustelle waren es vor allem weniger aufwendige Maßnahmen. So wurden die Freisitze der Gastronomien zu einem fast durchgehenden Streifen geformt. Die Tische und Stühle des Bistros „Domizil“ rückten vom Marktbrunnen an die Seite. Weiße Sonnenschirme wurden Pflicht, die Schranke entfernt.

Danach tat sich erst einmal nichts mehr, außer dass verschiedene Laternenmodelle getestet wurden. Erst in diesem Frühjahr ging es weiter, Häppchen für Häppchen.

Für viele Leonberger sind die Veränderungen oft nicht sichtbar. Besonders das Thema Parkplätze erhitzt die Gemüter. Denn die Stellflächen direkt vor der Volksbank fielen weg. Stattdessen schaffte die Stadt weitere Parkplätze in den umliegenden Gassen. Für manche zu weit, für andere einfach nicht erkenntlich.

Zum Winterhalbjahr gibt es diesbezüglich vorübergehend eine Lösung: Nachdem sich das Eiscafé Stefanello in die Winterpause verabschiedet hat, darf auf dieser Seite auch wieder geparkt werden.

Der Umbau im Einzelnen

Entrümpeln
Im Sommer 2014 wurde die Schranke am unteren Ende des Marktplatzes entfernt, ebenso veraltete Schilder. Im Oktober gab es dann einen Bürgerdialog, bei dem Ideen und Pläne besprochen wurden. Die Gastrozeile wurde umgestaltet, im Frühjahr 2015 außerdem das Kopfsteinpflaster dort und an Übergängen geebnet und verfugt.

Vereinheitlichen
Ebenso in diesem Frühjahr sind vor dem Alten Rathaus drei große Bäume eingepflanzt worden, ein weiterer vor der Deutschen Bank. Neu installiert wurde zudem eine Ladestation für E-Bikes. Das sogenannte Mobiliar wurde vereinheitlicht: Im gleichen dunklen Anthrazit gibt es nun neue Fahrradständer vorm Rathaus, neue Mülleimer und Pflanzkübel. Oben und unten am Markt wurden zudem neue, herausnehmbare Poller gesetzt. Zum Schluss folgten nun die Bänke und Straßenlaternen im gleichen Farbton.

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