GTTR Foto: E. Kiss

GlemsTaler TauschRing startet ganz neu durch.

Frischer Wind beim GlemsTaler TauschRing: Mit einem charmanten Comicstrip verhilft das Mitglied Anja der Gemeinschaftsinitiative zu neuer Aufmerksamkeit. Die Leonbergerin, selbst seit rund vier Jahren Mitglied im TauschRing, hat mit Hilfe künstlicher Intelligenz eine kleine Bildergeschichte entwickelt, die das Prinzip des Netzwerks auf unterhaltsame Weise erklärt.

 

Zeit gegen Zeit – so einfach geht‘s

Der Comic ist eine kurze Story aus zehn Bildern. Es geht um eine Frau, die Unterstützung bei der Gartenarbeit sucht. Gerade sitzt sie in einem Lokal mit einem guten Bekannten zusammen und erzählt ihm bei einer Tasse Kaffee von ihrem Anliegen. Was für ein Glück, dass er gerade einen Flyer des GlemsTaler TauschRings dabei hat! So bringt er sie auf eine verblüffend simple Idee: Warum zahlen, wenn man auch tauschen kann? Es entspinnt sich ein Dialog über ein Modell, das ebenso einfach wie originell ist: der Tausch von Zeit gegen Zeit.

Genau auf diesem Prinzip basiert der GlemsTaler TauschRing. Ins Leben gerufen wurde er Anfang der 2000er-Jahre von einer kleinen Gruppe engagierter Bürgerinnen und Bürger aus dem Raum Leonberg und Ditzingen. Ihr Gedanke: Jeder Mensch hat Talente, Fähigkeiten oder auch einfach „nur“ Zeit, die sie oder er anderen anbieten kann – sei es in Form von Gartenarbeit, Hilfe bei Reparaturen oder am Computer, beim Kochen und Backen oder bei Fahrdiensten, wie etwa zum Arzt oder zum Flughafen. So ist der GlemsTaler TauschRing eine Initiative organisierter und erweiterter Nachbarschaftshilfe.

Statt Geld fließt im Tauschring eine interne Zeitwährung, genannt „Taler“. Wer eine Stunde hilft, erhält eine Stunde gutgeschrieben und kann diese wiederum für eigene Anliegen einsetzen. Im Comic reagiert die Interessentin zunächst skeptisch und fragt: „Und das funktioniert wirklich?“ Die Antwort bringt es auf den Punkt: „Natürlich! Ich helfe dir im Garten, und vielleicht erklärst du – oder erklärt ein anderes Mitglied – mir später, was mein Smartphone alles kann.“ So zeigt die Bildergeschichte mit einem Augenzwinkern, wie sich das Tauschprinzip im Alltag ganz unkompliziert bewährt: Man hilft unentgeltlich, aber nicht umsonst. Überdies kann die eigene Gegenleistung auch indirekt, also zugunsten eines anderen Mitglieds, erfolgen.

Mehr als nur Tauschen

Durch die vielfältigen Fähigkeiten und Erfahrungen der Mitglieder entstehen immer wieder Angebote, wie Wildkräuterwanderungen, Events rund ums Thema Nachhaltigkeit oder Lach-Yoga-Angebote. Diese Treffen verstehen sich jedoch nicht nur als Informations- und Mitmachformate, sondern auch als Anlässe zur Begegnung. Schon traditionell großgeschrieben sind gemeinsame Aktivitäten. So gibt es alljährlich ein Sommerfest und eine Weihnachtsfeier; Gelegenheiten für Mitglieder und Interessierte, zusammenzukommen, Erfahrungen auszutauschen und miteinander Spaß zu haben.

Vorbeikommen, reinschnuppern, mitmachen

Mit diesen Aktivitäten möchte der TauschRing bewusst gegensteuern, denn die Mitgliederzahlen waren zuletzt rückläufig. Hatte der GlemsTaler TauschRing vor der Corona-Pandemie noch rund 80 Mitglieder, so sank ihre Zahl seither auf etwa 70. Hinzu kommt: Der Altersschnitt stieg zuletzt immer weiter an. Deshalb würde der GlemsTaler TauschRing gerne auch wieder jüngere Menschen gewinnen – Familien, Berufstätige, einfach alle, die Lust auf Austausch zum gegenseitigen Nutzen haben.

Wer mitmacht, lernt nicht nur Gleichgesinnte aus der Region kennen, sondern erlebt auch ganz praktisch, wie ein solidarisches, wertschätzendes Miteinander gelebt werden kann.

Alle, die nun neugierig geworden sind und sich ein eigenes Bild vom Tauschring machen möchten, sind herzlich eingeladen.

Informationen vorab gibt es online auf www.glemstaler.de. Und wer weiß: Vielleicht entsteht so aus der kleinen Comicgeschichte schon bald eine ganz reale Tauschbeziehung, immer nach dem Motto: eine Stunde für dich, eine Stunde für mich.

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