Der Leonberger Blickwinkel von Michael Schmidt. Foto: LKZ

Redaktionsleiter Michael Schmidt schreibt heute über die Bürgermeisterwahlen in Weil der Stadt, die Baubürgermeistersuche in Leonberg und die Spekulation, Bernhard Dieterle-Bard aus Ruthesheim könnte Inge Horn nachfolgen.

Leonberg - Herbstzeit ist Wahlzeit: Stuttgart hat am 7. Oktober eher die Qual der OB-Wahl, erst bei der Stichwahl am 21. Oktober dürfte sich der Reigen aus knapp 20 mehr oder weniger ernsthaften Bewerbern lichten. Wähler in Weil der Stadt haben am 23. September mit drei Kandidaten größere Übersicht. Thilo Schreiber hat als Verwaltungsprofi und Bürgermeister gute Chancen, keinen zweiten Wahlgang antreten zu müssen. Auch wenn Marc Kwiatkowski ebenfalls ernst zu nehmenden Wahlkampf betreibt und mehr ist als ein Zählkandidat. Die Herausforderung kommt nach der Wahl – die Arbeit mit einem äußerst profilierten Gemeinderat und vielen Bürgern in den Weiler Teilorten, die sich latent abgehängt fühlen von der selbstbewussten einstigen Reichsstadt.

Im Leonberger Rathaus freut man sich indessen über erste, viel versprechende Rückläufe auf die Ausschreibung des Technischen Dezernenten. Der Titel beschreibt den Job genauer: Baubürgermeister.

Der aktuelle Topkandidat macht derzeit in Rutesheim einen ganz hervorragenden Job machen. Offiziell ist der vermeintliche Bewerber und Rutesheimer Stadtbaumeister Bernhard Dieterle-Bard noch im Urlaub und auch privat nicht zu sprechen. Tatsächlich macht er Wahlkampf. Und zwar dort, wo es sinnvoll ist: In den Reihen des Leonberger Gemeinderates, mit einer „breit gestreuten Bewerbung“. Sie ist jedenfalls keine Verschlusssache für das städtische Personalamt – und allein das dürfte die Stadträte freuen, die letztlich über diese Personalie entscheiden.

Bernhard Dieterle-Bard als Baubürgermeister?

Im Gemeinderat herrscht bemerkenswerte Einigkeit, dass man a) einen Baubürgermeister braucht und nicht nur mit einem Dezernentenposten wirbt, b) solle es ein echter Bautiger und kein Amtsschimmel sein. Denn mit der Sanierung des Sportzentrums, dem rasend schnellen Neubau von Kinderkrippen sowie der offenen Zukunft des Bausparkassenareals hat Leonberg unglaublich spannende und große Baustellen im Angebot. Ganz zu schweigen von Planung für ein Gewerbegebiet im Längenbühl oder der wochenlangen Sperrung der Grabenstraße – wie schon bei der Ersten Bürgermeisterin Inge Horn laufen hier einfach zu viele Fäden aus den verschiedenen städtischen Baustellen und Projekten zusammen, als das ein besserer Oberabteilungsleiter dies leisten könnte.

Zur politischen Verantwortung gehört allerdings auch eine gehörige Portion Lokalpatriotismus. Selbst der leidenschaftliche Südhesse Ulrich Vonderheid will sich dauerhaft in Leonberg niederlassen.

Personelle Stärkung wäre gut für Leonberg

Und wenn wir schon beim Wunschzettel sind: Es täte der Stadt gut, wenn nicht allein ambitionierte ehrenamtliche Kommunalpolitiker aus Leonberg im Kreistag mit entscheiden, sondern auch Verwaltungschefs. Das unterscheidet die Große Kreisstadt Leonberg von allen Nachbarn und ist aus strategischer Sicht eine politische Schwäche. Denn der Landkreis trifft viele Entscheidungen mit finanzieller Auswirkung auf die Stadtkasse.

Zunächst einmal bleiben aber die Personalien spannend. Und viele würden sich sehr freuen, wenn die Stadt gestärkt aus den anstehenden Personalwechseln an entscheidender Stelle hervorgehen würde.

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