Leonberg Bad: Vereine können ausweichen

Von Ulrike Otto 

Über zwei Jahre mussten die Sport- und Schwimmvereine ausweichen. Foto: Andreas Gorr
Über zwei Jahre mussten die Sport- und Schwimmvereine ausweichen. Foto: Andreas Gorr

Weil das Hallenbad nun erst am 2. Februar aufmacht, müssen die Vereine, Schulen und die VHS umdisponieren. Während an der VHS die für Januar geplanten Schnupperkurse im Wasser ausfallen, trainieren Schulen und Vereine weiter in den Ausweichquartieren.

Leonberg - Viel Kritik seitens der Kommunalpolitik und jede Menge Hohn und Spott im Internet hat die Stadtverwaltung wegen der verspäteten Hallenbad-Eröffnung kassiert. Verständnisvoll hingegen haben die Leonberger Vereine reagiert – obwohl sie die Hauptleidtragenden sind. Nach der Ankündigung der Stadt, das Bad könne statt am 22. Dezember erst am 2. Februar eröffnen, standen sie nämlich für kurze Zeit ohne Sportstätten da.

Wettkampf findet nicht statt

„Wir hatten gerade überall hin Dankesbriefe verschickt, dass man uns über zwei Jahre aufgenommen hatte. Und einen Tag später durften wir anrufen und um eine Verlängerung bitten“, berichtet Margret Weeber, die zweite stellvertretende Vorsitzende der Wasserfreunde Leonberg. „Wir hatten uns sehr auf das neue Bad und die Eröffnung gefreut, wir hatten schon einiges fürs Programm vorbereitet. Auch einen für den 1. Februar geplanten Wettkampf im Hallenbad mussten wir absagen“, so Weeber. „Aber man muss es eben nehmen, wie es kommt.“

Die Wasserfreunde und die DLRG Leonberg können im Januar weiter ihre bisherigen Ausweichquartiere nutzen, die allerdings sehr verstreut liegen. So trainieren die mehr als 50 jungen Breitensportschwimmer der Wasserfreunde in Ditzingen und Rutesheim. Die etwa 100 Leistungssportler verteilen sich außerdem auf die beiden Bäder in Sindelfingen, auf Untertürkheim und Feuerbach. „Vier Wochen sind das kleinste Übel. Im September 2011 war das eine viel größere Sache“, sagt Wasserfreundin Weeber. Seit diesem Zeitpunkt pendeln die Sportler schon zwischen den Schwimmhallen. Ebenso lange ist auch das Sportzentrum schon gesperrt, das wie das Hallenbad saniert wird. Seitdem müssen auch die Schüler des Johannes-Kepler- und des Albert-Schweitzer-Gymnasiums zum Sportunterricht nach Gebersheim, Höfingen oder Warmbronn. Die Busse dafür hatte die Stadt bereits abbestellt – und musste nun nachordern. „Für die Schüler bleibt alles wie gehabt. Sie pendeln eben drei Wochen länger“, sagt die Pressesprecherin der Stadt Leonberg, Undine Binder-Farr. Der Transport kostet Leonberg aber zusätzlich 14 000 Euro. Ebenso zahlt die Stadt den Vereinen einen Ausgleich, wenn die in ihren Ausweichquartieren mehr für die Nutzung berappen müssen als in ihren heimischen Hallen in Leonberg. Zusammen mit den höheren Trainerpauschalen wegen der weiteren Fahrwege sammeln sich zusätzliche 4800 Euro an. Dies falle jedoch kaum ins Gewicht. „Der Betrieb des Hallenbades und des Sportzentrums im Januar hätte ja auch Geld gekostet“, gibt Binder-Farr zu bedenken.

Aqua-Kurse beim Tennisverein

Umdisponieren musste auch die Volkshochschule. Deren Aqua-Kurse wurden im Wintersemester im Bad des Tennisvereins Leonberg abgehalten. Das bleibt aber im Januar endgültig zu. „Das Bad wird geschlossen. Wir haben es nur aufgelassen, um der Stadt Leonberg einen Gefallen zu tun“, sagt der Vereinsvorsitzende Axel Pieper. Das Bad sei marode, die Mitglieder hatten sich gegen eine Sanierung ausgesprochen.

„Unsere Kurse laufen vor Weihnachten aus. Für den Januar waren nur Schnupperkurse vorgesehen. Die haben wir abgesagt. Wir haben bewusst vorsichtig geplant“, sagt der VHS-Geschäftsführer Uwe Painke. Dem TC Leonberg sei man sehr dankbar für die vergangenen zwei Jahre. Das neue Programm der Volkshochschule erscheint im Januar, ab Mitte Januar sind Anmeldungen möglich. Los geht es dann in der zweiten Februarhälfte, 14 Kurse im Wasser sind geplant. „Wir hoffen, dass sich die Hallenbad-Eröffnung nicht noch weiter verzögert“, sagt Uwe Painke. Und spricht damit vielen aus der Seele.

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