Der Spezialmarkt in der Stadthalle zieht Sammler ebenso an wie Liebhaber von Action und Horror.
Schon bevor die Stadthalle am Samstagmorgen ihre Türen öffnet, stehen Dutzende Menschen Schlange, um als erste zum „Flohmarkt für Filme“ zu kommen, wie Organisator Sascha Kleist diese Veranstaltung „für einen Laien“ erklärt. 25 Händler, private wie professionelle, bieten eine große Menge Filme aller möglichen Genres an. Die Schwerpunkte liegen unübersehbar auf Action und Horror, viele davon aus den 1970er und -80er Jahren. Weil etliche der Filme erst ab 18 freigegeben sind, haben Jüngere keinen Zugang zur Filmbörse, was angesichts mancher Titel und deren optischer Aufmachung verständlich ist, selbst wenn es dort ebenfalls den Hobbit in 3-D gibt oder „Tanze mit mir in den Morgen“ mit Rex Gildo und Udo Jürgens.
Die Filmbörse – ein „Flohmarkt für Filme“
Bei der Filmbörse wird nichts zum Streamen oder Downloaden angeboten, wie es heute weit verbreitet ist. Vielmehr haben die Verkäufer DVDs, Blu-rays, VHS-Kassetten oder Laser Discs im Sortiment, für die man die jeweils passenden Abspielgeräte benötigt. „Wir sind ein Spezialmarkt“, erklärt Kleist, dessen Firma K-Events ihren Sitz in Neuss hat und der seit 15 Jahren bundesweit unterwegs ist – auch regelmäßig mehrmals pro Jahr in Leonberg. Zu den Verkaufsveranstaltungen kommen nicht nur Liebhaber deftig-heftiger Filme, sondern ganz gezielt auch Sammler auf der Suche nach speziellen Editionen.
Das sind etwa Media Books, die DVD- und Blu-ray-Discs sowie ein Booklet mit Infos zum Film enthalten. Dieter Nieswiec aus Siegen hat eine breite Auswahl davon mitgebracht. Der Händler bietet Filme in verschiedenen Aufmachungen mit begrenzter Auflage als Media Books an. So gibt es beispielsweise den Filmklassiker Basic Instinct von 1992 gleich drei Mal mit unterschiedlichen Titelgestaltungen und jeweils 333 Stück Auflage, Kostenpunkt 50 Euro pro Stück. So, wie andere Leute Briefmarken sammeln, wollen viele Sammler gleich alle drei Varianten besitzen, „wenn man einmal Blut geleckt hat“, erklärt der 44-Jährige diese Leidenschaft.
Etwas Besonderes gibt es am Stand von Dana Diezemann aus Heilbronn. Die Sammlerin verkauft eine größere Zahl von Laserdiscs, überwiegend aus dem Horror-Genre, präsentiert aber auch die Komödie „Piratensender Powerplay“ mit Mike Krüger und Thomas Gottschalk von 1981. Für die übergroßen Scheiben, die vor allem in den 1980er und -90er Jahren auf dem Markt waren, braucht es spezielle Player. „Gerade hat ein junger Mann zehn Stück davon gekauft, obwohl er gar kein Abspielgerät hat“, erzählt Dana Diezemann.
„Horrorfiguren gehen gut“ – Sammler werden auf der Filmbörse fündig
Wer nicht nur etwas für die Augen, sondern auch zum Anfassen möchte, ist bei Gregor Mastrogiannopoulos aus Heidelberg richtig. Dabei sind der Außerirdische Stitch, Werwolf, Conan der Barbar, die Gremlins oder Dracula noch die am nettesten anzusehenden Filmverkörperungen im umfangreichen Angebot. „Besonders Horrorfiguren gehen gut“, sagt der Verkäufer. Viele Sammler würden sie in Originalverpackung in ihre Vitrinen stellen. Denn so seien sie, ähnlich wie verpackte Media Books, am wertvollsten.
Einen vergleichsweise fast niedlich anmutenden Godzilla hält ein Filmbörsen-Besucher, der mit seinem Begleiter aus Backnang angereist ist und noch kurz vor der Stadthalle verweilt, im Arm. Das Saurier ähnliche Monster mit den großen Zähnen wird er aber zuhause ausgepackt ins Regal stellen, sagt er auf Nachfrage. Beide Männer haben einige Filme aus dem Bereich Monster, Zombies, Grusel gekauft.
Warum gerade diese? „Dabei können wir prima abschalten und uns entspannen“, meint er und lacht. Filmbörsen-Organisator Sascha Kleist, der früher selbst Sammler war, hat aktuell kaum Zeit, seine Lieblingsstreifen anzuschauen, Dirty Harry mit Clint Eastwood etwa oder Filme mit Arnold Schwarzenegger. Für den 14. März 2026 hat er die nächste Filmbörse in Leonberg geplant.