Im Leo-Vetter-Bad wurden Legionellen nachgewiesen. Foto: Adobe Stock/psdesign1; Lichtgut/Zwezygarth

Das Leo-Vetter-Bad in Stuttgart-Ost ist nach einem bekanntgewordenen Fall der Legionärskrankheit geschlossen worden. Die Desinfizierung ist schon erfolgt. Das Bad bleibt dennoch vorerst zu.

Stuttgart - Weil dem Stuttgarter Gesundheitsamt ein Fall der gefährlichen Legionärskrankheit gemeldet wurde, untersuchten Fachleute das Wasser im Leo-Vetter-Bad. Das Schwimmbad im Osten der Stadt gilt als eine mögliche Quelle der Infektion des Betroffenen. Tatsächlich wurden in den Leitungen des Hallenbads die Krankheitserreger gefunden. Mindestens bis zum kommenden Montag müssen Schwimmer deswegen noch auf das Leo-Vetter-Bad verzichten.

Normalerweise werden das Wasser und die Leitungen der Schwimmbäder einmal im Jahr untersucht. Doch nun kamen die Kontrolleure außerhalb der Reihe, da der Krankheitsfall gemeldet worden war. Für die Legionärskrankheit, eine schwere Atemwegsinfektion, die auch zu einer Lungenentzündung führen kann, besteht Meldepflicht – daher wusste das Amt davon. Das Bad sei als einer der möglichen Orte genannt worden, wo sich die Person bei einem Besuch infiziert haben könnte. Die Probe, die nun zur Schließung führte, sei am 25. September entnommen worden.

Hitze tötet die Keime ab

Im Schwimmbad seien umgehend die Duschen und Leitungen mit einer sogenannten thermischen Desinfektion gereinigt worden. Dabei laufe drei Minuten lang 70 Grad heißes Wasser durch alle Rohre und Duschköpfe, erläutert Jutta Silbereisen, die Sprecherin des Bäderamts. Die Bakterien sterben bei einer Temperatur von 60 Grad ab. Danach seien die Duschen noch gut durchgespült worden, so Silbereisen weiter. Diese Prozedur habe man im geschlossenen Schwimmbad nach der ersten Behandlung am Freitag dann am Montag wiederholt. Das gesamte Leitungssystem sei technisch auf dem neuesten Stand, teilt das Bäderamt mit.

Das Gesundheitsamt habe nach den beiden Desinfektionsdurchgängen sowohl am Freitag als auch am Montag erneut Proben genommen. Die Untersuchungsmethode brauche eine gewisse Zeit, deswegen sei das Bad auch mindestens eine Woche lang geschlossen – bis zum 15. Oktober, sagt Jutta Silbereisen. Die Bakterienstämme – so vorhanden – brauchen eine gewisse Zeit, um im Testlabor zu wachsen. Erst wenn nach dieser Zeit keine Bakterien mehr nachgewiesen werden können, werde das Bad wieder für Besucher geöffnet.

Sollten trotz der thermischen Desinfektionen doch noch Krankheitserreger überlebt haben, würde man die Prozedur wiederholen. Und zwar so lange, bis das Ergebnis negativ sei – also keine Keime mehr mikrobiologisch nachgewiesen werden können, heißt es vom Bäderamt. Die Frist von mindestens sieben Tagen Schließzeit beginne dann nach der erneuten Probeentnahme wieder von vorne.

Bei einem Fall von Legionellen im Vaihinger Freibad hatten sich Gäste beschwert, dass von einem „technischen Defekt“ auf einem Aushang die Rede war. „Wir haben dieses Mal den Grund der Schließung, wie zuletzt auch beim Mineralbad Cannstatt, offen kommuniziert“, sagt Jutta Silbereisen. Das geschah über eine Pressemitteilung – am Leo-Vetter-Bad hängt wieder der Zettel mit der Ursache „technischer Defekt“. Die Kasse sei auch besetzt, um Badegästen Auskunft erteilen zu können.

Die Mitarbeiter des Bäderamts raten, einen Arzt aufzusuchen, wenn man Auffälligkeiten nach einem Besuch des Bads habe. Diese seien grippeähnliche Symptome, Bauchweh, Durchfall und Schüttelfrost.

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