Trotz des Weggangs der Kreissparkasse ist Center-Manager Micarelli optimistisch: Die leer stehenden Gastroflächen könnten bald mit neuem Leben erfüllt werden. Vielleicht sogar mit einem „völlig neuen innovativen Konzept“.
Noch bis vor gut drei Wochen konnten die Sparkassen-Kunden im Leo-Center ihre Einkäufe mit dem Erledigen von Bankgeschäften kombinieren. Die dortige Filiale der Kreissparkasse hatte die höchste Frequenz im gesamten Direktionsbereich Leonberg. Und sie war die einzige, die in einer Shoppingmall funktionierte, wie der Sparkassen-Vorstandschef Michael Fritz einmal im Gespräch mit unserer Zeitung anmerkte.
Trotzdem hat das kommunale Kreditinstitut seine Zelte im Leo-Center abgebrochen und ist auf die andere Straßenseite gezogen. Im neuen Wohnkomplex in der Römerstraße 97, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Hauptsitz der Volksbank Leonberg-Strohgäu, gibt es seit dem 1. April eine neue Filiale der Kreissparkasse. „Leonberg-Mitte ist für uns ein zentrales Geschäftsgebiet, in dem wir langfristig mit unserem Beratungsteam präsent bleiben wollen“, sagt der Vorstandsvorsitzende, der auch nicht verhehlt, dass man in den eigenen Räumlichkeiten „Herr im Hause ist“ und sich nicht an die vom Centermanagement vorgegebenen Öffnungszeit halten muss. Dass die neue Präsenz unter dem Strich auch kostengünstiger ist, wird nur hinter vorgehaltener Hand gesagt.
Zwei Bankomaten hat die Kreissparkasse aber im Leo-Center belassen. Und das scheint eine weise Entscheidung zu sein, herrscht dort, in der Nähe der Rolltreppe, doch stets reger Betrieb. Dass die Automaten so gut genutzt werden, dürfte auch Serge Micarelli freuen, der die Bankfiliale gerne viele weitere Jahre im eigenen Haus gesehen hätte. Für die freigewordene Fläche gebe es „unterschiedliche Überlegungen“, sagt der Center-Manager. Man sei zwar schon in Gesprächen, aber es gebe noch „nichts Konkretes“.
Konkrete Nachrichten hat der Chef des Einkaufszentrums allerdings für die drei seit anderthalb Jahren leer stehenden Gastronomieflächen im Obergeschoss. Im ehemaligen Café Roma könnte demnach schon bald eine Pizzeria „mit klassischen italienischen Speisen und einem ausreichenden Frühstücksangebot“ eröffnen. „Hier sind wir schon sehr, sehr weit“, zeigt sich Micarelli optimistisch, der damit rechnet, dass im Juni oder Juli hier die ersten Pizzen serviert werden können.
Überraschendes Ende des veganen Lokals
Auch mit einem potenziellen Betreiber der Fläche des ehemaligen veganen Restaurants King of Greens seien die Verhandlungen weit gediehen. Der möglich Nachmieter sei hier mit dem Insolvenzverwalter über die dort vorhandenen Einrichtungsgegenstände im Gespräch. Das plötzliche Aus des veganen Lokals im Oktober 2023 hatte viele überrascht, war das Geschäft doch von dem erfahrenen Gastronomen Dominik Sacher geführt worden. Der einstige Chef des erfolgreichen Brauhauses am Bahnhof hatte sich mit dem King of Greens einen persönlichen Traum verwirklicht.
Sollten sich Leo-Center und der Interessent einig werden, erwartet Serge Micarelli „ein für Leonberg komplett neues und innovatives Gastro-Konzept“. Mehr will der Centermanager erst verraten, wenn der Vertrag in trockenen Tüchern ist. In der beliebten Bar im Erdgeschoss übrigens, die ebenfalls im Oktober 2023 über Nacht geschlossen wurde, herrscht schon seit geraumer Zeit wieder Betrieb.