Der TVB Stuttgart befindet sich im Aufwind. Rückraumspieler Lenny Rubin spricht vor dem Duell mit seinem Ex-Club HSG Wetzlar über die sportliche Lage und seine Zukunft.
Handball-Bundesligist TVB Stuttgart hat mit dem Heimspiel-Doppelpack in der Porsche-Arena gegen die Kellerkinder HSG Wetzlar (Donnerstag, 19 Uhr) und SC DHfK Leipzig (Sonntag, 18 Uhr) die Chance, Anschluss ans Mittelfeld zu finden. Rückraumspieler Lenny Rubin (29) schätzt die Lage ein.
Herr Rubin, das Spiel am Donnerstag ist ein Besonderes – oder?
Für mich auf alle Fälle. Es geht gegen meinen früheren Club, für den ich sechs Jahre lang am Ball war, und dem ich einiges zu verdanken habe.
Wetzlar war Ihre erste Auslandsstation.
Mit 21 Jahren bekam ich bei der HSG die Chance und das Vertrauen, in der Bundesliga zu spielen. Dieser gute Verein in einer handballverrückten Stadt und mit super coolen Fans hat mir viel gegeben. Ich habe sehr viele positive Erinnerungen.
Das Spiel birgt aber auch aufgrund der Tabellenkonstellation viel Brisanz – der 14. empfängt den 17.
Klar, wir befinden uns in einer sehr spannenden Phase, und es ist ein extrem wichtiges Spiel. Mit einem Sieg können wir uns von der HSG vier Punkte absetzen. Wenn’s schief geht, sind wir punktgleich. Aber ich bin sehr optimistisch, da wir uns im Aufwind befinden.
Beim stark ersatzgeschwächten HC Erlangen verspielte der TVB nach einer 10:5-Halbzeitführung zuletzt den Sieg.
Es war schade, dass wir nach dem Heimerfolg gegen GWD Minden nicht erneut beide Punkte eingefahren haben, aber wir haben einen Punkt geholt. Das ist dort nicht einfach, der SC Magdeburg hat sich beim HCE seinen einzigen Minuspunkt in dieser Saison eingefangen.
Beim TVB hat sich die Personalsituation inzwischen entspannt, zumal Max Häfner auch vor seinem Comeback steht.
Vielleicht kann er uns schon in dieser Woche der Wahrheit helfen. Wir haben zwei Heimspiele gegen Gegner, die hinter uns stehen. Mit vier Punkten stehen wir praktisch im Tabellen-Mittelfeld. Und ich finde schon, dass wir, wenn jetzt alle fit sind, eine enorme Qualität haben. Diese Phase über vier, fünf Wochen mit so vielen Verletzten war schon extrem schwierig. So etwas wird in dieser Liga von den Gegnern ausgenutzt, da haben wir Lehrgeld bezahlt. Wir haben gut mitgespielt, sehr viel investiert, doch in den Schlussminuten fehlte die letzte Energie.
Wie nehmen Sie Trainer Misha Kaufmann, Ihren Schweizer Landsmann, wahr?
Er tut uns als Mannschaft gut. Misha arbeitet sehr hart, lässt nie nach, will immer 100 Prozent in jedem Training und ist taktisch super gut. So wird man als Mannschaft besser, und deshalb sind wir auf einem sehr guten Weg. Dafür werden wir jetzt hoffentlich belohnt.
Einen Landsmann-Bonus gibt es nicht?
Sie waren sechs Jahre in Wetzlar. Wie stehen die Chancen, dass Sie zumindest ein drittes und viertes Jahr in Stuttgart bleiben und Sie Ihren auslaufenden Vertrag verlängern?
Das kann ich schlecht beantworten, da ich es selbst noch nicht zu 100 Prozent weiß. Für mich war es zunächst wichtig, nach meinem Syndesmosebandriss wieder komplett auf die Beine zu kommen.
Nach unseren Informationen liegt Ihnen ein Angebot des TVB vor.
Ist das so? (lacht) Ich bin 29, in einem super Handballalter, da macht man sich seine Gedanken. Was ich aber sicher sagen kann, dass ich mich hier sehr, sehr wohl fühle. Mir gefällt der Verein, die Stadt, die Region supergut. Das Schwabenland ist sehr, sehr schön und ein angenehmer Nebenaspekt ist, dass ich in dreieinhalb Stunden in meiner Heimat bin.
Zur Person
Karriere
Lenny Rubin wurde am 1. Februar 1996 in Dormagen geboren. Sein Vater Martin spielte zu dieser Zeit bei Bayer Dormagen Handball. Lenny Rubin spielte bis 2018 in der Schweiz bei Wacker Thun, danach bis 2024 bei der HSG Wetzlar, ehe er zum TVB Stuttgart wechselte. In 89 Länderspielen für die Schweiz erzielte er 338 Tore.
Persönliches
Rubin wohnt in Schmiden. Hobbys: Sport und Kochen. Familienstand: ledig. (jüf)