Souverän, selbstbewusst: Lenny Kravitz auf dem Stuttgarter Schlossplatz Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Der US-Gitarrist Lenny Kravitz hat am Samstagabend mit seiner Band das Publikum auf dem Stuttgarter Schlossplatz begeistert. Unsere Kritik zum Konzert.

Stuttgart - So kann man’s natürlich auch machen: Seinen größten Hit, „Fly away“, spielt Lenny Kravitz am Samstagabend auf dem ausverkauften Schlossplatz gleich als erstes Lied des Abends. Somit wäre das erstens schon mal abgehakt. Und zweitens ist auf diese Art und Weise sofort für prächtige Stimmung gesorgt. Das ist cool, es zeugt vom souveränen Selbstbewusstsein eines Künstlers, der sich nicht mit der Vorstellung seines neuen Albums verrenken muss (es erscheint ohnehin erst im September), sondern der gleich in die Vollen geht.

„American Woman“, „It ain’t over till it’s over“ und „Always on the Run“, seine anderen großen Hits, bringt Kravitz im weiteren Verlauf des Abends natürlich auch noch, die Zugabe verklingt schließlich mit dem letzten großen Kracher „Are you gonna go my Way“. Auch deshalb ergibt sich ein in der Summe absolut rundes Konzert, bei dem ein leutseliger und sehr gut aufgelegter Lenny Kravitz, aber vor allem auch seine vorzüglichen Begleiter wie etwa die ebenso lässige wie höchst versierte frühere David-Bowie-Bassistin Gail Ann Dorsey, bei diesem ohnehin sehr bassmächtigen Auftritt begeistern.

Innere Freude am Musizieren

Erfreulich ist auch, dass Kravitz ein herrlich unprätentiöses Rockkonzert gibt, ohne sich zu verkünsteln und ohne abgedroschene Posen zu bemühen. Man merkt ihm eine ruhige innere Freude am Musizieren an, damit bringt er auch umgehend das zu Recht begeisterte Publikum auf seine Seite. Der US-Amerikaner spielte 2009 schon einmal bei den Jazz Open, damals fiel er als reinrassiger Rockstar vielleicht noch ein bisschen aus dem Rahmen – aber auch ein solches Konzert ist mittlerweile längst normaler Bestandteil dieses eine außergewöhnliche Breite abdeckenden Festivals.

Dieser rundum überzeugende Auftritt ist ein würdiger Samstagabend-Höhepunkt, der allen Erwartungen des Publikums auf dem Schlossplatz gerecht wird. Und er fügt sich in ein stimmiges Festival, das bei seiner 25. Auflage unter anderem mit fünf rappelvollen Abenden auf dem Schlossplatz längst die Breitenwirkung erzielt, die ihm gebührt.

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