„Und wenn der Wolf kommt. . .“ heißt eine am 24. März beginnende Ausstellung. Foto: dpa

Das Naturschutzzentrum Schopflocher Alb will mit einer breiten Palette an Themen neue Zielgruppen erreichen. Erstmals gibt es ein Sommerferienprogramm.

Lenningen - Wie schafft man es, Berufstätigen naturkundliche und landesgeschichtliche Führungen schmackhafter zu machen? Auf diese Frage hat das auf Lenninger Markung gelegene Naturschutzzentrum Schopflocher Alb eine einfache Antwort gefunden. Normalerweise beginnen diese Führungen immer um 15 Uhr. Um Berufstätigen die Teilnahme zu erleichtern, finden jetzt erstmals in diesem Jahr die Termine im Juli und August erst von 17 Uhr an statt.

Mehr als 22 000 Besucher zählt das Zentrum jährlich

Diese Änderung ist nicht die einzige Neuerung im jetzt vorgestellten Jahresprogramm 2019. Auf einen Country-Frühschoppen mit Carlo Haggard am 19. Mai folgt am 14. Juli ein Austro-Pop-Konzert mit dem Sänger und Gitarristen. Dahinter steht die Absicht, über die Musik Menschen für das Wissen um die Natur und die jeweilige Landschaft zu begeistern. Denn genau das ist der Bildungsauftrag der insgesamt sechs Naturschutzzentren im Land Baden-Württemberg, wie die Leiterin der Einrichtung in Schopfloch, Franziska Harich, erklärt. Dazu gehört auch, das Themenspektrum möglichst breit zu fassen – es reicht von Ausstellungen über Führungen, Seminare, Vorträge bis hin zu Angeboten speziell für Familien und Schüler.

Weil die Vermittlung eines breiten Wissens und das Verständnis von ökologischen Zusammenhängen im Mittelpunkt steht, sind für das Zentrum die Besucherzahlen auch nicht das einzige Kriterium. Eine Veranstaltung, die nur zehn Interessierte anlockt, ist laut Franziska Harich gleichwertig zu einer mit 100 Gästen zu sehen. Gut 22 000 Besucher hat das Naturschutzzentrum Schopflocher Alb im vergangenen Jahr gezählt. Damit liegt es auf demselben Niveau wie in den Jahren zuvor – von leichten Schwankungen abgesehen.

Schüler gehen auf Abenteuer-Entdeckungsreise

Noch bis zum 17. März ist im Zentrum die Fotokunst-Ausstellung „Metamorphosen – verschwundene Körper“ zu sehen. Darauf folgt am 24. März die Sonderausstellung „Und wenn der Wolf kommt. . .“ Sie behandelt die Beziehung zwischen Wolf und Mensch, die Biologie und Lebensweise der Tiere sowie den Umgang der Menschen mit der Rückkehr des Wolfes. Am Eröffnungstag gibt es zu dem Thema einen Vortrag mit Laura Huber-Eustachi, für den eine Anmeldung läuft. Zwei weitere Sonderausstellungen sind dem Regenwurm (21. Juli bis 8. September) und den Pilzen (22. September bis 8. Dezember) gewidmet.

Insgesamt beinhaltet das Programmheft, das jetzt in allen Rathäusern in den Kreisen Esslingen und Göppingen ausliegt, 155 Einzelveranstaltungen. Zu den Neuerungen zählt eine Artenschutzaktion für Zauneidechsen am 9. September in Kooperation mit der Naturschutzjugend Stuttgart und den Rangern des Landkreises Esslingen. Teil der Umweltbildung für Kinder und Jugendliche ist auch das neue Sommerferienprogramm. Statt wie bisher nur einen Tag, gehen Mädchen und Jungen in diesem Jahr vom 5. bis zum 9. August erstmals eine Woche auf Entdeckungsreise auf die Alb. „Das bietet uns natürlich ganz andere Möglichkeiten. Wir sind gespannt, wie das angenommen wird“, sagt Sonja Berger, eine Mitarbeiterin des vom Landkreis und dem Land getragenen Naturschutzzentrums Schopflocher Alb.

Das Zentrum ist ein Juwel mit einer großen Themenvielfalt

Eine Führung auf dem Obstlehrpfad, eine Muttertagskutschfahrt, essbare Wildpflanzen vor der Haustür, eine E-Bike-Schnuppertour auf der Schopflocher Alb oder ein Biosphärenkonzert der Stuttgarter Saloniker – die Vielfalt des Programms ist fast so unerschöpflich wie die Vielfalt der Natur auf der Alb. „Das Naturschutz-zentrum ist ein Juwel und bietet mehr als man auf den ersten Blick sieht“, sagt die Esslinger Vize-Landrätin Marion Leuze- Mohr über die Einrichtung.

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